Einer der beiden seit einer Woche im Irak vermissten US-Soldaten ist offenbar in der Hand irakischer Aufständischer. Der arabische Fernsehsender al-Dschasira strahlte ein Video aus, das den 20 Jahre alten US-Soldaten Keith M. Maupin aus Ohio zeigen soll.

Der auf dem Boden sitzende Amerikaner ist auf dem Video, das vom US-Nachrichtensender CNN gezeigt wurde, von fünf bewaffneten und vermummten Aufständischen umgeben zu sehen.

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Das US-Zentralkommando in Tampa (Florida) teilte lediglich mit, es prüfe die Authentizität des Videos. CNN berichtete, dass das Videoband an die US-Botschaft in Doha (Katar) geschickt worden war.

Der Soldat gehört laut CNN-Angaben einer Transporteinheit der US- Streitkräfte im Irak an. Einer der maskierten Männer sagte auf dem Videoband, der US-Soldat werde als "Kriegsgefangener nach islamischem Recht" behandelt.

Ziel seiner Gefangennahme sei es gewesen, ihn gegen Mitglieder der Gruppe auszutauschen, die in der Hand der US-Besatzungsarmee seien. Der junge Mann selbst gibt an, er sei verheiratet und habe ein zehn Monate altes Baby.

Im Irak werden auch sieben amerikanische Zivilisten vermisst. Wie viele Ausländer außerdem noch in der Hand Aufständischer sind, ist derzeit unklar.

Freilassung in Bagdad

Zwei von irakischen Aufständischen als Geiseln genommene Japaner sind in Bagdad freigelassen worden. Das berichtete al-Dschasira.

Bei den Geiseln habe es sich um einen 30-jährigen Journalisten und einen Aufbauhelfer gehandelt, die am Mittwoch nahe der Aufständischen-Hochburg Falludscha entführt worden seien. Sie seien dem Konsul Japans in einer Bagdader Moschee übergeben worden. Ihre Freilassung sei von islamischen Gelehrten vermittelt worden. Nach Angaben des Senders sind beide Japaner wohlauf.

Erst am Donnerstag waren nach rund einwöchiger Geiselhaft drei Japaner von ihren Kidnappern freigelassen worden. Die Entführer hatten zunächst gedroht, die drei - zwei Männer und eine Frau - zu töten, falls Japan seine Soldaten nicht aus dem Irak abziehen sollte.

"Schenkt unseren Jungs das Leben"

Die Angehörigen der drei im Irak noch festgehaltenen italienischen Geiseln haben einen dramatischen Appell an die Entführer gerichtet. "Wir sind einfache Leute wie ihr und richten uns an euer religiöses Gewissen", heißt es in dem Aufruf, der vom arabischen Nachrichtensender El Dschasira ausgestrahlt werden soll.

"Schenkt unseren Jungs, die nichts mit der Politik zu tun haben, das Leben. Wir flehen euch an, lasst sie möglichst bald nach Hause zurückkehren", zitierten italienische Medien am Samstag aus dem Appell.

Die Entführer hatten am Mittwoch eine italienische Geisel, den 36-jährigen Fabrizio Quattrocchi, vor laufender Kamera erschossen. Außerdem haben sie damit gedroht, auch die anderen drei Italiener, die im Irak für einen privaten Sicherheitsdienst arbeiteten, zu ermorden. Die Angehörigen der Geiseln hatten zuletzt massive Kritik an der Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi geübt und ihr vorgeworfen, nicht alles zu unternehmen, um die Freilassung der Geiseln zu erreichen.

Quattrocchi war erschossen worden, nachdem Italien Verhandlungen mit den Entführern kategorisch ausgeschlossen hatte. Danach hat die Regierung in Rom jedoch ihre Haltung geändert und einen Emissär in die Konfliktregion entsandt.

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(dpa)