Treffen der Konfliktparteien Überraschendes Friedensabkommen für Südsudan

Der südsudanesische Präsident Salva Kiir (l.) und Rebellenanführer Riek Machar (r.) beten mit einem Priester bei der Unterzeichnung des Friedensabkommens.

(Foto: REUTERS)

Zum ersten Mal seit Beginn der Kämpfe trafen die beiden Männer zusammen, die den Südsudan mit Gewalt überziehen - Präsident Salva Kiir und sein Rivale Riek Machar. Was keiner erwartet hätte: Gleich am ersten Tag der Gespräche kommt es zum Friedensvertrag.

Fünf Monate nach dem Beginn der blutigen Gewalt im Südsudan haben Präsident Salva Kiir und sein Widersacher Riek Machar am späten Freitagabend in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba überraschend ein Friedensabkommen unterzeichnet.

Die Vereinbarung sieht unter anderem ein sofortiges Ende der Feindseligkeiten und die Bildung einer Übergangsregierung vor. Kiir und Machar hätten sich darauf verständigt, die Kämpfe "innerhalb von 24 Stunden nach Unterzeichnung" zu beenden, sagte der Chefunterhändler des ostafrikanischen Staatenblocks IGAD, Seyoum Mesfin.

Die Konfliktparteien einigten sich nach Angaben Mesfins auch auf Neuwahlen. Ein Termin für die Abstimmung sei aber nicht festgelegt worden. Das Abkommen sieht den Angaben zufolge auch die Einrichtung eines humanitären Korridors sowie die Zusammenarbeit mit der UNO vor, um mehr als fünf Millionen Menschen die nötige Hilfe zukommen zu lassen.

Händeschütteln vor laufenden Kameras

Kir und Machar waren in Addis Abeba erstmals seit Ausbruch der Kämpfe zu direkten Gesprächen über ein Ende der Gewalt zusammengetroffen. Nach stundenlangen Verhandlungen schüttelten sich die Kontrahenten vor laufenden Kameras die Hände. Anschließend beteten sie gemeinsam.

Am selben Tag stellte die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, einen neuen UN-Bericht über die massiven Menschenrechtsverletzungen im Südsudan vor. Darin ist von Massentötungen, Racheakten, Ermordungen von Zivilisten, außergerichtlichen Exekutionen und Vergewaltigungen die Rede.

Der Südsudan ist erst seit Mitte 2011 unabhängig vom Sudan. Ein seit langem schwelender Machtkampf zwischen Präsident Kiir und seinem ehemaligen Stellvertreter Machar war im vergangenen Dezember eskaliert. Die politische Rivalität zwischen den beiden Politikern wird dadurch verschärft, dass sie unterschiedlichen Volksgruppen angehören. Seit Beginn der Kämpfe wurden tausende Menschen getötet. Mehr als 1,2 Millionen Zivilisten befinden sich auf der Flucht. Die UNO wirft beiden Konfliktparteien schwere Menschenrechtsverletzungen vor.