Noch immer dringen kaum Informationen aus Tibet. Amnesty International fordert von Peking nun Aufklärung darüber, was mit etwa 1000 Menschen geschehen ist, die während der antichinesischen Proteste in Tibet festgenommen wurden.

Wenige Tage vor dem olympischen Fackellauf durch Lhasa hat Amnesty International (AI) die Führung Chinas aufgefordert, die Weltöffentlichkeit über das Schicksal der Menschen zu informieren, die während der Proteste in Tibet festgenommen wurden. Es handele sich um mehr als 1000 Verhaftete.

Tibet-Proteste, afp

Ein Amnesty-International-Aktivist fordert bei einer Pro-Tibet-Kundgebung im März die Freilassung friedlicher Demonstranten. (© Foto: AFP)

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"Es dringen kaum Informationen aus Tibet nach außen, aber was wir wissen, ergibt ein düsteres Bild willkürlicher Verhaftungen und Misshandlungen von Gefangenen. Vielleicht bringt die Fackel ja mehr Licht in dieses Dunkel", sagte AI-Abteilungsleiter Sam Zarifi in der Londoner Zentrale der Menschenrechtsorganisation. China müsse unabhängige Beobachter nach Tibet lassen, forderte er.

In einem aktuellen Bericht zur Menschenrechtslage in Tibet spricht die Organisation von mehr als 1000 Menschen, die seit Ausbruch der Proteste im März verhaftet worden seien - ohne Anklage oder konkrete Tatvorwürfe. Viele von ihnen seien gefoltert worden, hätten weder Zugang zu ihren Familien noch zu Anwälten.

Unter Berufung auf das tibetische Zentrum für Menschenrechte und Demokratie (TCHRD) spricht der Bericht von bis zu 120 Menschen, die im Zuge der Proteste durch ausufernde Gewalt der Sicherheitskräfte ums Leben gekommen seien; die tibetische Exilregierung spreche sogar von mehr als 200 Todesopfern.

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(dpa/gal)