Einer der drei im Sauerland festgenommenen Terrorverdächtigen soll mehrere Jahre lang auf dem Bahnhof des Flughafens gearbeitet haben - bei der Bahntochter DB Sicherheit.

Einer der drei im Sauerland festgenommenen Terrorverdächtigen hat einem Bericht zufolge auf dem Bahnhof des Frankfurter Flughafens gearbeitet. Wie das Nachrichtenmagazin Der Spiegel schreibt, war der Türke Adem Y. von 1997 bis 2002 bei der Bahntochter DB Sicherheit beschäftigt.

Einer der drei Terrorverdächtigen soll am Bahnhof am Frankfurter Flughafen gearbeitet haben (© Foto: AP)

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Unter anderem habe er den Zugverkehr überwacht. Unklar war, ob es sich um den Regional- oder den Fernbahnhof handelte.

Der Frankfurter Flughafen gilt als ein mögliches Anschlagsziel, das die drei Männer ins Auge fassten. Adem Y. spielte nach Erkenntnissen der Fahnder in Hessen eine zentrale Rolle bei Rekrutierungen der Islamischen Dschihad-Union für Ausbildungslager in Pakistan, wie das Blatt schreibt. Die Organisation bekannte sich zu den Anschlagsplanungen.

Die Bundesanwaltschaft versuche derzeit, in Pakistan die möglichen Hintermänner der Anschlagspläne zu identifizieren. Dabei prüfe sie Hinweise, dass es sich bei einem der beiden Kontaktmänner der deutschen Islamisten um einen hochrangigen IJU-Funktionär namens Nasmedin Zhalolov handeln könnte, berichtete der Spiegel.

Die Ermittlungen würden dadurch erschwert, dass sich zwei der acht deutschen Beschuldigten derzeit im Ausland aufhielten: der Neunkirchener Zafer S., dessen letzter bekannter Aufenthaltsort Ägypten sei, sowie der Ulmer Attila S., der sich in der Türkei befinde.

Islamist in Österreich freigelassen

In Österreich setzte unterdessen ein Wiener Haftrichter einen der drei Islamisten auf freien Fuß, die am Mittwoch in Wien wegen ihrer Kontakte zur Terrororganisation al-Qaida festgenommen wurden. Er entschied am späten Freitagabend, dass die Verdachtsmomente gegen den 26-Jährigen österreichischen Muslim für eine Untersuchungshaft nicht ausreichten.

Das Trio soll versucht haben, Deutschland und Österreich im März dieses Jahres über ein im Internet verbreitetes Droh-Video zum Rückzug aus Afghanistan zu zwingen.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur APA bleiben der 22-jährige Hauptverdächtige und seine 20-jährige Ehefrau, beide österreichische Staatsbürger arabischer Herkunft, bis auf weiteres in Haft. Das Paar muss sich wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verantworten, sagte ein Sprecher des Landesgerichtes Wien,

Die Höchststrafe für dieses Vergehen liegt in Österreich bei zehn Jahren Haft. Außerdem wird dem Hauptverdächtigen noch die Nötigung der österreichischen Bundesregierung vorgeworfen. Nach Medienberichten soll der Vater des Hauptverdächtigen längere Zeit als Prediger in einer Wiener Moschee aktiv gewesen und dabei durch radikale Predigten aufgefallen sein.

Allerdings habe sich inzwischen der Verdacht nicht bestätigt, dass die Wiener Islamisten mit einer terroristischen Gruppe im Irak in Kontakt standen, die für die Entführung von zwei Deutschen - Mutter und Sohn - erantwortlich sein sollen. Auch dass die Verdächtigen "Terror-Camps" absolviert hätten, wollte Innenministeriums-Sprecher Rudolf Gollia nicht bestätigen.

Unterdessen haben die kanadischen Behörden die Untersuchungshaft für einen 35-jährigen aus Marokko stammenden Islamisten verlängert, der über das Internet enge Kontakte zu den Wiener Extremisten hielt. Der Mann war in dieser Woche wegen seiner Kontakte nach Wien in der Nähe von Montreal festgenommen worden.

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(AP)