Verbündete im Bürgerkrieg Zwei Russen in Syrien verschleppt

In Syrien sind zwei Russen entführt worden. Erst kürzlich hatte Russland - einer der wenigen Verbündeten des syrischen Regimes - Zweifel am Sieg des Machthabers Assad im Bürgerkrieg geäußert. Offenbar bereiten sich Russland für diesen Fall auf eine Rettungsaktion für die in Syrien lebenden russischen Staatsbürger vor.

In Syrien sind nach Angaben des russischen Außenministers Sergej Lawrow zwei russische Staatsbürger entführt worden. Moskau habe "alle notwendigen Schritte in Syrien und anderen Ländern eingeleitet", um die Verschleppten zu befreien, sagte Lawrow russischen Nachrichtenagenturen zufolge am Dienstag bei einem Besuch in Usbekistan.

Wie die Nachrichtenagentur dpa mitteilt, handelt es sich bei den Entführten - zu ihnen gehört auch ein Italiener - um Geiseln von Banditen, die nun Lösegeld verlangen. Nach Angaben der russischen Botschaft in der syrischen Hauptstadt Damaskus sind die Verschleppten Mitarbeiter eines privaten syrischen Unternehmens in der Hafenstadt Tartus am Mittelmeer. Von dort sollen sie nach Homs verschleppt worden sein. Einer der Russen habe einen syrischen Pass. Die Entführer hätten sich mit ihren Forderungen bei der Firma gemeldet, heißt es weiter.

Russland ist neben China und Iran einer der letzten Verbündeten des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad und verhinderte im UN-Sicherheitsrat mehrfach Sanktionen gegen sein Vorgehen. Seit kurzem gibt es Indizien dafür, dass Russland sich auf den Sturz des Assad-Regimes vorbereitet. Erste Zweifel an der syrischen Führung äußerte Vizeaußenminister Michail Bogdanow. Er soll Medienberichten zufolge gesagt haben, man müsse "den Fakten ins Auge schauen" - ein Sieg der syrischen Rebellen sei nicht auszuschließen.

Zudem hat Russland offenbar Vorkehrungen getroffen, um eigene Staatsbürger aus Syrien herauszuholen. Die Agentur Interfax berichtet unter Berufung auf Militärkreise, die Regierung habe mehrere Kriegsschiffe in See stechen lassen, um Russen bei einer Rettungsaktion in Syrien helfen zu können.

Im Bürgerkrieg in Syrien, bei dem Rebellen gegen Machthaber Assad kämpfen, dauert nun schon fast zwei Jahre an. Mehr als 45.000 Menschen kamen dabei ums Leben.