Der Vatikan hat die Entschuldigung von Bischof Williamson als unzureichend bezeichnet. So sei es nicht möglich, ihn als Geistlichen wieder aufzunehmen, sagte ein Sprecher.
Der Vatikan hat die Entschuldigung des erzkonservativen Bischofs und Holocaust-Leugners Richard Williamson als unzureichend bezeichnet. Der Geistliche der Pius-Bruderschaft hatte am Donnerstag laut der katholischen Nachrichtenagentur Zenit erklärt: "Ich entschuldige mich vor Gott bei allen Seelen, die sich ehrlich über das empört haben, was ich gesagt habe."
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Blick auf den Vatikan und den Petersdom in Rom: Die Entschuldigung von Bischof Williamson reichte nicht. (© Foto:)
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"So, wie es aussieht, erfüllt (der Brief) nicht die Bedingungen, die das vatikanische Staatssekretariat gestellt hat", erklärte Vatikan-Sprecher Pater Federico Lombardi am Freitag in Rom. So sei es nicht möglich, ihn als Geistlichen in die Kirche aufzunehmen.
Außerdem sei das Schreiben des britischen Traditionalisten weder an Papst Benedikt XVI. noch an die zuständige Päpstliche Kommission Ecclesia Dei gerichtet gewesen. Die mit den Traditionalisten befasste Kommission soll das Schreiben an eine Agentur weitergeleitet haben. Der Vatikan hatte von Williamson vor Wochen einen "absolut unmissverständlichen und öffentlichen Widerruf" seiner Holocaust-Leugnung verlangt. Dies bekräftigte er am heutigen Freitag noch einmal.
Williamson betonte, seine Ansichten zum Holocaust seien nicht die eines Historikers. Er habe sich seine Meinung vor 20 Jahren gebildet, "basierend auf den damals verfügbaren Beweisen". Er hätte seine Äußerungen nicht gemacht, wenn ihm vorher bewusst gewesen wäre, welches Leid und Schmerz er damit "besonders bei der Kirche, aber auch bei den Überlebenden und Verwandten der Opfer der Ungerechtigkeit im Dritten Reich" verursachte.
Auch der Zentralrat der Juden in Deutschland akzeptiert die Entschuldigung nicht. "Er hat in der Sache nichts zurückgenommen", erklärte der Generalsekretär des Zentralrates, Stephan Kramer. Die Präsidentin des Zentralrats, Charlotte Knobloch, zeigte sich entsetzt über die neue Erklärung von Williamson. "Durch den ausbleibenden eindeutigen Widerruf seiner böswilligen Lügen hat Williamson erneut zum Ausdruck gebracht, dass er ein überzeugter Antisemit und unverbesserlicher Holocaust-Leugner ist", erklärte Knobloch in München.
Kramer forderte die Überwachung der Pius-Bruderschaft durch den Verfassungsschutz. "Die Pius-Bruderschaft ist ihrem Wesen nach eine gemeingefährliche Gruppe von Extremisten, die ebenso wie islamische Fundamentalisten eine Gottesherrschaft errichten wollen", sagte er. Die Pius-Brüder seien anti-demokratisch, verfassungs- und frauenfeindlich. Er verstehe deshalb nicht, dass der Verfassungsschutz eine Beobachtung abgelehnt habe, erklärte Kramer. "Die Pius-Brüder gehören ebenso wie die NPD oder islamische Fundamentalisten überwacht."
Williamson hatte im Januar im schwedischen Fernsehen erklärt, dass in den Konzentrationslagern des NS-Regimes kein einziger Jude vergast worden sei. Außerdem sagte er, es seien nicht sechs Millionen Juden, sondern 200.000 bis 300.000 getötet worden.
Die Äußerungen machten Schlagzeilen, weil Papst Benedikt XVI. kurz darauf die Exkommunikation Williamsons und dreier weiterer Bischöfe der fundamentalistischen Pius-Bruderschaft aufgehoben hatte. Das Oberhaupt der katholischen Kirche wurde dafür weltweit kritisiert.
Williamson muss nach seiner Rückkehr nach Europa mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Die Ermittlungen der deutschen Staatsanwaltschaft in Regensburg gegen den Briten könnten zum Erlass eines Europäischen Haftbefehls führen, sagte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries in Brüssel: "Grundsätzlich fällt das Delikt unter die Regelungen des Europäischen Haftbefehls, das heißt also, Deutschland könnte einen solchen Haftbefehl ausstellen."
Die Bundesjustizministerin räumte allerdings ein, der Erfolg eines EU-Haftbefehls sei in diesem Fall ungewiss: "Ob es dann von britischer Seite Einwendungen gäbe, die eine Auslieferung verhindern würden, kann ich im Moment nicht beurteilen."
Zwingend ist die Auslieferung nur, wenn das dem Angeklagten vorgeworfene Delikt auch in dessen Aufenthaltsland als Straftat beurteilt wird oder wenn in dem Staat, der den Haftbefehl erlässt, eine Mindeststrafe von drei Jahren vorgesehen ist. Zypries äußerte indes die Erwartung, dass auch die britische Justiz selbst gegen Williamson ermittle: "Die haben ja sicherlich auch Veranlassung sich anzugucken, ob irgendwelche Strafnormen verletzt sind."
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(AP/dpa/bica/gba)
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Der geifernde Mob ist sicher erst befriedigt, wenn Williamson auf dem brennenden Scheiterhaufen widerruft.
Yoda warst du zu lang auf Dagobah? oder wie ist sonst deine Weltfremde Meinung zu Begründen. Denk mal bisschen nach ist gar nciht so schwer!!!!!!!!
@Stuttgarter Engel. (Janz vom Anfang)
Ihre Gewißheit, daß Williamson gewiß nicht von seinen Ansichten abrücken wird, fängt an mich etwas zu erschrecken, denn... Sie und ich, wir wissen schließlich beide, von was man leichten Herzens abrückt und von was nicht.
Ihre Zensur-Orgie heute Abend ist wieder einmal nur grotesk!
Paging