Von Eine Kommentar-Sammlung

Ablehnung, Unverständnis, Zuversicht: Das SPD-Drama hat unter den sueddeutsche.de-Usern für kontroverse Diskussionen gesorgt.

Das politische "Bäumchen-wechsel-Dich"-Spiel der SPD hat nicht nur in der Politik heftige Diskussionen ausgelöst, sondern auch unter den Usern von sueddeutsche.de. Respekt für Kurt Beck, Kritik an Franz Müntefering, Unverständnis über das Chaos in der SPD - in den Kommentaren liegt alles eng beieinander.

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Unter den Usern sorgt die Umbesetzung der SPD-Spitze für heftige Diskussionen. (© Screenshot: sueddeutsche.de)

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"Chaos-Truppe - ein anderes Wort zur SPD fällt mir nicht mehr ein", so der User Unverständlich. "Was für ein Programm sich die ehemalige Volkspartei auch immer zulegen wird: In dieser Verfassung ist sie unwählbar und eigentlich unfähig, Regierungsverantwortung zu übernehmen."

Auch der User Cassius Dio stimmt in die scharfe Kritik an den Sozialdemokraten ein: "Mit welcher Rücksichtslosigkeit diese neue SPD-Führung nach der Macht gegriffen hat, das ist abstoßend", findet er. "Nur der persönliche Vorteil und das Amt zählt für diese Leute (...). Die Partei ist denen völlig gleichgültig. Wenn sie den Auftrag kriegen, ihre eigene Partei zu ruinieren, tun sie es. Und unsere Demokratie geht dabei zugrunde."

Eine "Wohlfühl-Große-Koalition"

LvB glaubt, dass das politische Profil der SPD unscharf geworden sei, weil sich die Partei "auf eine Politik der kleinsten gemeinsamen Nenner" zurückziehe. "Sie machen eine Wohlfühl-Große-Koalition und stellen die farblosesten und größten Allgemeinplatzpolitiker wie Merkel und Steinmeier oder Populisten wie Huber und Westerwelle an ihre Spitze. Merkel und Steinmeier unterscheiden sich nur durch das Geschlecht, Huber und Westerwelle würden auch noch ihre Großmutter aus Machtgründen verkaufen", so LvB weiter.

Von der Neuordnung der SPD-Spitze verspricht sich User Medusa04 keine Besserung: "Wenn man heute meint, Müntefering könnte die Krise der SPD beseitigen, so bedeutet dies, dass man den Teufel mit dem Beelzebuben austreiben will." Auch Kilchberger setzt keine großen Hoffnungen in den neuen Parteichef: "Als SPD-Vorsitzender ist Münte doch schon beim ersten Mal an den Flügelkämpfen seiner Partei gescheitert, und wurde von den SPD-Linken aus dem Amt gemobbt. Warum sollte das diesmal anders sein?"

Auch Steinmeiers Kanzlerkandidatur kann nicht so recht überzeugen: anderwandlang meint: "Die Person Steinmeier als Kanzlerkandidat? Aus seiner Vita, seiner jetzigen Ausgabe und auch aus seiner Körpersprache und Habitus lässt sich ebenfalls kein Kanzler ablesen."

Daniel R. spricht von einem "Etikettenschwindel" der SPD und fasst den Unmut vieler User in drastischen Worten zusammen: "Die heutige 'Sozialdemokratische Partei Deutschlands' hat sich nun die letzte Maske heruntergerissen und zeigt ihr wahres Gesicht, das weder sozial noch demokratisch ist."

"Das Beste, was der SPD passieren konnte"

Andere User sehen in der Neuordnung der SPD-Spitze jedoch keinen Grund zur Panik, sondern zum Aufatmen. "Die ersten Schritte auf dem Weg zurück zu einer Volkspartei sind getan", sagt Spriechmacher, der an einen "kleinen Hoffnungsschimmer" glaubt. Auch hollisans Reaktion fällt - wenn auch noch verhalten - positiv aus: "Das war das Beste, was der SPD passieren konnte. Mit diesem Tag ist die SPD der gestern noch utopischen Hoffnung, ich könnte mich je wieder von diesem Sauhaufen repräsentiert fühlen, einen Millimeter näher gekommen."

jazzcat bringt auf den Punkt, was viele User, die an der SPD noch ein gutes Haar lassen wollen, nach dem Wochenende zu denken scheinen: "Die Umstände mögen kritikwürdig sein, das Ergebnis aber ist es nicht. Und nur darauf kommt es in der Politik an!"

Natürlich bietet auch der nun scheidende SPD-Chef Kurt Beck reichlich Stoff für Diskussionen. "Sein Rücktritt war überfällig", findet RoterBaron11. "Man kann nicht auf verschiedenen Hochzeiten tanzen. Mal ein bisschen linksrum, mal ein bisschen rechtsrum, das macht nur doll im Kopf."

Dieser Auffassung stimmen viele User zu, aber StuttgarterEngel stellt sich schützend vor Kurt Beck: "Er ist Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz, und zwar ein richtig guter. Ich möchte ihn nicht missen und bin froh, dass er sich zukünftig wieder voll und ganz in Rheinland-Pfalz einbringt."

Zumindest diesem Wunsch kann Beck wohl in Zukunft gerecht werden.

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(sueddeutsche.de/jtr/ihe/plin)