Die Regierung Obama versucht verzweifelt, Wikileaks-Gründer Julian Assange ein Verfahren anzuhängen. Davon sollte das Weiße Haus schleunigst Abstand nehmen. Das öffentliche Echo auf eine Anklage wäre verheerend.
Der Wunsch, ein Exempel zu statuieren, ist kein taugliches Motiv für ein faires Verfahren, und Winkelzüge sind eines Rechtsstaats unwürdig. Die Regierung Obama sollte deshalb schleunigst Abstand nehmen von allen Plänen, den Wikileaks-Gründer Julian Assange wegen der Beihilfe zur Erlangung geheimer Regierungsdokumente verfolgen zu wollen.
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"Freiheit für Julian Assange" fordert dieser Demonstrant. Der Wikileaks-Gründer hat weltweit Anhänger. (© dpa)
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Der Erfolg einer solchen Anklage dürfte zweifelhaft sein. Das öffentliche Echo wäre verheerend.
Offenkundig ist, dass US-Justizminister Eric Holder, ermutigt durch das Weiße Haus, nach Möglichkeiten sucht, dem undurchsichtigen Wikileaks-Mann ein Verfahren anzuhängen. Die Überlegung, ihn mit Hilfe eines verstaubten Spionage-Gesetzes aus der Zeit des Ersten Weltkriegs zu verfolgen, wurde rasch wieder ad acta gelegt.
Auch die Verbreitung geheimer Informationen als solche ist nicht strafwürdig, weil sie im Zweifel unter das Verfassungsgebot der Meinungsfreiheit fällt. Um sich in der Hinsicht abzusichern, bemüht sich Wikileaks seit einigen Tagen, stärker als journalistische Organisation zu erscheinen.
Bleibt die Überlegung, dass Assange nicht nur Empfänger (und Verbreiter) geheimer Dokumente war, sondern den eigentlichen Verräter zu der Tat angestiftet hat - eine bizarre Konstruktion.
Natürlich kann es die US-Regierung nicht dulden, dass vertrauliche Dokumente en gros auf den Markt gelangen. Das muss sie unterbinden, indem sie Geheimhaltungsmechanismen verbessert - aber nicht, indem sie ein fragwürdiges Verfahren konstruiert.
Das eigentliche Verfahren wird gegen Assange in Schweden angestrengt - wegen des Verdachts auf Vergewaltigung. Das eine aber hat mit dem anderen nichts zu tun.
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(SZ vom 17.12.2010/segi)
Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev
Leider nicht richtig.Es müsste heissen:"Wir werden nicht aufgeben".Nur dann wird ein Schuh daraus.
ist auch wegen Steuerhinterziehung hinter Gitter gegangen - wobei diese Straftat wenigstens nicht so an den Haaren herbeigezogen ist, wie das, was Assange angehängt worden ist.
Im übrigen habe ich keine wirklich geheimen Veröffentlichungen durch Wikileaks gesehen. Viel Tratsch, viel Offensichtliches und Belege zu strafbaren Handlungen, die unter den Teppich gekehrt werden sollten. Und gerade bei letzterem stellt sich mir die Frage, wer denn in dem Fall von der Justiz belangt werden sollte.
Diese "Konstruktion einer Straftat" ist dem Fischen am rechten Rand der Gesellschaft vergleichbar. Obama's Regierung und die Demokraten im Allgemeinen haben erheblich an Zustimmung in den USA verloren. Bei den Kongresswahlen verloren sie die Mehrheit und Obama's Politik steht schwer unter Druck. Nationalismus ist in den USA ein teil der Leitkultur. Auch viele Anhänger Obamas sehen in der Veröffentlichung dieser Dokumente eine Ohrfeige für ihren Präsidenten, seine Regierung und einen Angriff auf die ganze Nation. Sie erwarten einfach von ihrer Regierung, dass ihr Präsident handelt. Die Aufmerksamkeitsspanne der Ami's ist ja auch nicht viel kürzer als bei uns und auch die Konsumentenhaltung (Der Staat muss handeln) ist bei einer Mehrheit der Wähler gut ausgeprägt. Aktionismus, egal wie blind auch immer, dient der Besänftigung der Massen. Alternativ müssten sonst 'Köpfe rollen'. Obama's Personalpolitik war ja von Anfang an nicht sehr erfolgreich. Natürlich scheut er davor zurück Personal auszutauschen.
Im Übrigen wäre es tatsächlich im Rahmen der Machtbefugnis des US-Präsidenten ein nationales Ärgernis wie Assange beseitigen zu lassen. Das gleiche gilt auch für den russischen Präsidenten, die chinesische Regierung, den französischen Präsidenten und dien prä Regierung. Da Assange aber vor allem den Ami's 'ans Bein gepinkelt hat', lassen diese Regierungen den USA. den Vortritt. Sollten es die USA oder Schweden nicht schaffen Assange 'legal' zu neutralisieren, dann wird eine andere Regierung es wohl auf ihre Art versuchen.
„Das eigentliche Verfahren wird gegen Assange in Schweden angestrengt - wegen des Verdachts auf Vergewaltigung. Das eine aber hat mit dem anderen nichts zu tun.“
Frohe Weihnachten
Ist denn schon wieder Weihnachten,
bin ich etwa bei Bild?
Die Sache ist doch sonnenklar.
Jetzt wird der Kerl gegrillt.
Die Trommelaffen trommeln laut,
weil das ihr Auftrag ist.
Der Kerl ist bestimmt pädophil,
vielleicht auch Kommunist.
Ja, Freiheit hin und Freiheit her;
so geht das aber nicht.
Wer uns das Herrschaftswissen stiehlt,
den stell`n wir vor Gericht.
Die Götter toben im Olymp.
Der Mensch hat uns erkannt,
das wir nur kleine Würstchen sind,
weiß nun das ganze Land.
Das öffentliche Echo oder die Medien sind in diesem Falle völlig bedeutungslos. Worum es den USA und dem "Westen" dabei geht, ist in den Bürgern Furcht zu schüren, solche Aktionen zu unterstützen.
Wir erinnern uns an die "45 Minuten für Massenvernichtungsmittel" "Information"? Ist das aufbereitet worden? Spricht man noch davon? Nein, die Medien blöken fröhlich und unbekümmert jede Fehlinformation der staatlichen Stellen nach und werden das auch tun. Und Bürger interessiert sich mehr für einen Castor Transport oder ein paar Bäume als für einen illegalen Angriffskrieg und Kriegsverbrechen. Während man täglich seinen Kotau vor den "Verbrechen aller Deutschen" macht.
Nein, es geht darum das moralische Rückrat derer zu zerschlagen die nicht blind den Lügen der "Eliten" folgen.
Und an dieser Front kämpft die SZ in vorderster Linie.
Paging