USA US-Bundestaat Oregon: Bundy und seine Miliz

Bewaffnete Mitglieder einer Bürgerwehr besetzen aus Protest gegen die Regierung in Washington einen Naturpark. Es geht um Brandstiftung, mutmaßliche Wilderei und die Rechte von Ranch-Besitzern.

Die Verachtung für die Politik, für den Staat, kurzum für alles, was mit der moralisch verdorbenen Politikerkaste in Washington zu tun hat, sitzt tief in einigen Gebieten der amerikanischen Provinz und sie wird kultiviert, in Milizen, die nicht auf die Zentralregierung vertrauen, sondern sich lieber selbst verteidigen. Vor ihre Häuser hängen sie dann gerne Schilder auf denen steht: "We don't dial 911" - Wir rufen nicht den Polizeinotruf (sondern schießen sofort selbst, ließe sich ergänzen)

Solch eine Gruppe bewaffneter und rechtschaffender Amerikaner tritt gerade im Bundesstaat Oregon in Erscheinung. Sie hat aus Protest das Verwaltungsgebäude eines Naturparks besetzt - und wie es sich für eine richtige Miliz gehört, verfügt sie über einen Anführer - Ammon Bundy heißt der Mann - und über sehr viel Durchhaltevermögen. "Wir werden dort so lange bleiben, wie es nötig ist. Tage, Wochen, oder sogar noch länger", sagte Bundy dem Sender CNN in einem Telefoninterview.

Die örtliche Polizei versucht, die Lage zu entschärfen und rät allen Bürgern, sich vom Malheur National Wildlife Refuge fernzuhalten. Bundy und seine Miliz - insgesamt handelt es sich um Dutzende Männer - wollen mit ihrer Aktion zwei Ranch-Besitzer unterstützen, die zu jeweils fünf Jahren Haft verurteilt worden sind und ihre Strafe an diesem Montag antreten sollen.

Den beiden - dem 73-jährigen Dwight Hammond und dessen 46-jährigem Sohn Steven Hammond - wird Medienberichten zufolge angelastet, auf Land, das der Bundesregierung gehört, ein Feuer gelegt zu haben. Damit hätten sie Spuren von Wilderei verwischen wollen. Für die Tat wurden sie vor drei Jahren verurteilt. Der Vater verbüßte eine Strafe von drei Monaten, der Sohn saß ein Jahr hinter Gittern. Doch entschied ein Richter später, dass die Strafen nach Bundesrecht zu kurz gewesen seien.

Bundy ist der Sohn eines radikalen Ranchers aus Nevada

Bundy und seine Anhänger sprechen von "Machtmissbrauch" der Behörden. Die Regierung nehme für sich Land und Ressourcen in Anspruch, die dem Volk gehörten, es sei Zeit, sich dagegen zu erheben. Die Rancher, so die Milizionäre, seien schlicht für ihre Weigerung bestraft worden, ihr Land an die Bundesregierung zu verkaufen. Sie hätten das Feuer nur gelegt, um den Wildwuchs eingeschleppter Pflanzen einzudämmen und ihr eigenes Gelände vor Buschbränden zu schützen.

Ammon Bundy ist der Sohn eines radikalen Ranchers aus Nevada, der 2014 Schlagzeilen machte. Er stand damals an der Spitze einer Gruppe von mehreren bewaffneten Viehzüchtern, die sich tagelang weigerten, ihre auf Regierungsland grasenden Herden abzuziehen.

Mit einigen selbsternannten Milizionären kam Bundy im Dezember für die jetzige Protestaktion nach Oregon. In einer Email an seine Unterstützer kritisierte er das Verfahren gegen die Hammonds und rief "alle Patrioten" auf, sich an Protesten zu beteiligen. In einem über Facebook verbreiteten Interview sagte er am Wochenende: "Ich habe den Eindruck, wir sind in einer Situation, wenn wir jetzt nicht harte Kante zeigen, dann werden wir in einer Position sein, in der wir das nicht mehr können."