Al-Qaida - Guantanamo und zurück: Viele Häftlinge aus dem US-Gefangenenlager finden nach ihrer Entlassung zurück in die Terrororganisation.
Der Jemen ist das ärmste Land der arabischen Welt. Seine Reserven an Wasser und Erdöl schwinden rasch, während die Verelendung des Volkes und die Korruption an der Staatsspitze zunehmen.
Mutmaßliche Al-Qaida-Mitglieder stehen in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa vor Gericht, (© Foto: dpa)
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Die unbeliebte Regierung von Präsident Ali Abdallah Saleh, der seit 1978 an der Macht ist, kontrolliert nur einen Teil des Staatsgebiets. Kaum irgendwo findet al-Qaida deshalb so günstige Bedingungen.
Vor genau einem Jahr haben sich Extremisten aus dem Jemen und Saudi-Arabien vereinigt zur "al-Qaida der Arabischen Halbinsel", abgekürzt AQAP. Ihr erklärtes Ziel ist der Sturz der Regime beider Länder und die Errichtung eines islamischen Kalifats, sowie der Kampf gegen die Amerikaner.
Ein Teil der jemenitischen Stämme sympathisiert mit den Glaubensvorstellungen der Extremisten. Der staatliche Sicherheitsapparat ist von Qaida-Sympathisanten unterwandert. Chef der AQAP ist Nasser al-Wuhaischi, in Afghanistan einst enger Mitarbeiter von Osama Bin Laden, dessen Familie ursprünglich gleichfalls aus dem Jemen stammt.
Nach der Schlacht um Tora-Bora entkam Wuhaischi nach Iran, wurde inhaftiert und von den Iranern später an den Jemen ausgeliefert. Zusammen mit 22 anderen Qaida-Kämpfern konnte Wuhaischi im Jahre 2006 aus einem Hochsicherheits-Gefängnis in der Hauptstadt Sanaa ausbrechen. Der Verdacht, Sicherheitsleute hätten geholfen, lag nahe.
Der zweite Mann der AQAP ist der Saudi Said al-Schihri. Er war in Guantanamo, wurde von den Amerikanern im November 2007 in die Heimat überstellt und setzte sich schon nach wenigen Wochen aus einem komfortablen saudischen Umerziehungslager in den Jemen ab.
Noch ein weiterer Guantanamo-Häftling, Mohammed al-Aufi, ging diesen Weg und wurde zu einer Qaida-Größe im Jemen. Von den 198 verbliebenen Guantanamo-Insassen sind 91 Jemeniten. Mindestens 27 aus Guantanamo Entlassene haben sich al-Qaida angeschlossen.
Diese Verhältnisse sind nicht neu, erregen aber erst internationale Aufmerksamkeit seit dem Anschlagsversuch auf ein US-Flugzeug. Der Angreifer Umar Faruk Abdulmutallab erhielt nach eigenen Angaben Ausbildung und Sprengstoff von al-Qaida im Jemen.
Schon im Oktober 2000 attackierte ein Qaida-Kommando mit einem Schlauchboot vor Aden das amerikanische Kriegsschiff USS Cole an und tötete 17 Matrosen. Im November 2002 wurde der damalige Qaida-Chef Abu Ali al-Harithi zusammen mit sechs Genossen von einer amerikanischen Predator-Drone im Osten des Jemen bei Marib getötet. Noch im vorletzten Jahr erfolgte ein Attentat auf die US-Botschaft in Sanaa.
Im Video: Nach Anschlagsdrohungen von Al Kaida bleiben die diplomatischen Vertretungen der USA und Großbritanniens im Jemen vorerst geschlossen.
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Die jüngsten Schläge von US-Dronen gegen angebliche Qaida-Ansammlungen in den separatistisch gesinnten südjemenitischen Provinzen Abian und Schabwa, die im Dezember Dutzende von Todesopfern forderten, suchte die Regierung in Sanaa mit Angriffen ihrer Luftwaffe zu kaschieren. Denn dass Saleh die Amerikaner in seinem Reich agieren lässt, ist ausgesprochen unbeliebt. Wegen der bei den Angriffen getöteten 40 Frauen und Kinder wurde Verteidigungsminister Raschid al-Alimi im Parlament kritisiert.
Oppositionspolitiker und Zeitungen im Süden klagen die Regierung an, sie töte Zivilisten, um Washington zufrieden zu stellen. Ein Stammesführer wurde mit den Worten zitiert: "Amerika sagt, es hilft dem Jemen, die Terroristen auszurotten. Aber Amerika hilft nur dabei, Unschuldige umzubringen."
Bei einer Protestversammlung in Abian, die vom TV-Kanal al-Dschasira übertragen wurde, traten Separatisten und Qaida-Führer Ende Dezember gemeinsam auf. "Wir tragen Bomben für die Feinde Allahs", rief einer der Sprecher. Die Aufnahmen wurden von amerikanischen Auswertern zur Grundlage der Luftschläge gemacht.
Seit Jahren unterstützen US-Experten Sondereinheiten der Sicherheitskräfte und der Küstenwache im Jemen, ohne dass dies an die große Glocke gehängt wird. Im letzten Jahr hat Washington dafür 67 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt. Heuer soll der Betrag verdoppelt werden.
Die Entwicklungshilfe für zivile Zwecke ging dagegen von 56 Millionen Dollar im Jahr 2000 auf 25 Millionen im Jahr 2008 zurück. Kritiker weisen regelmäßig darauf hin, dass viel mehr getan werden müsste, um die soziale Misere zu vermindern, die dem Terrorismus förderlich ist.
Ein besonderer Fall ist der des Scheichs Ali Hassan al-Moaied. Er war Imam der größten Moschee in Sanaa sowie ein führendes Mitglied der jemenitischen Reform-Vereinigung und behauptet selbst, Bin Ladens geistlicher Berater gewesen zu sein. Im Januar 2003 wurde er in einem Frankfurter Hotel verhaftet und an die USA ausgeliefert, weil die Amerikaner ihm vorwarfen, er habe al-Qaida und die palästinensische Hamas mit Millionenbeträgen unterstützt.
Moaied wurde zu 75 Jahren Gefängnis verurteilt, bevor eine Berufungsinstanz den Spruch aufhob. Als er im September letzten Jahres heimkehrte, wurde er in Sanaa von einer großen Delegation begrüßt, der drei Minister angehörten.
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(SZ vom 04.01.2010/bavo)
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Hätte man den Guantanamo-Bay-Häftlingen in einem rechtsstaatlichen Gerichtverfahren das nachgewiesen, was jetzt über sie behauptet wird, dann würden doch sowieso alle wegen Teilnahme an terroristischen Organisationen auf Jahrzehnte in den USA hinter Gittern sitzen. Der Rechtsstaat wurde aber bekanntlich vom Land Gottes unter Bush & Reps auf Guantanamo Bay ausgeschaltet.
Und was erwartet man von denn eigentlich von den ohne Anklage und Rechtsschutz auf Guantanamo Bay Eingesperrten und Gefolterten? Dass sie vielleicht sagen Ich verzeihe dir, mein amerikanischer Peiniger, der mich jahrelang gequält und wie einen räudigen Hund behandelt hat?
Dieser Masochismus ist doch wohl eher bei den Europäern gegenüber den Amis zu suchen. Niemand beherrscht so gut das Buckeln und Unterwerfen gegenüber den USA wie die Europäer. Auch Deutschland unter Merkel ist da keineswegs eine Ausnahme. Im Gegenteil!
Genau genommen, sind die Moslems derzeit die einzigen wirklichen Gegner der rücksichtslosen Machtbestrebungen der USA. Wer sonst? Auch Russland und China verhalten sich ja passiv.
"das us regime terrorisiert weiter teilen der welt seit mehr als 60 jahren"
Also, ich lese das als "das US Regime terrorisiert weite Teile der Welt seit mehr als 60 Jahren". Und das ist doch wohl die naheliegendste "Übersetzung"! Keine Rede davon, daß der Kampf gegen den Terror grundsätzlich selbst Terror ist. Aber das die USA tatsächlich in den letzten 60 Jahren Terrorregime rund um die Welt, vor allem in Südamerika, unterstützt hat, ist nun mal eine geschichtliche Tatsache. Also, man kann dem Mitforisten sicher Übertreibung vorwerfen, aber völlig verkehrt ist seine Aussage nicht.
Also, bitte nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Und natürlich sollte man im Sinne der Fairness die USA gegen ungerechte Vorwürfe verteidigen, aber dabei sollten wir doch nicht die ungeheuere Diskrepanz zwischen der US-Rhetorik und der tatsächlichen Außenpolitik, die weit mehr von "nationalem Interesse" denn von Menschenrechten geleitet ist, einfach ignorieren. Und das diese offnkundige Scheinheiligkeit die Amerikaner überall auf der Welt Sympathien kostet, liegt auf der Hand.
Wie der alte Lincoln schon richtig erkannte: "It is true that you may fool all of the people some of the time;
you can even fool some of the people all of the time;
but you cant fool all of the people all of the time."
Das wir heute noch ein Kaiserreich hätten, würde ich zwar stark anzweifeln, jedoch haben sie natürlich recht, wenn sie sagen, man sollte keine Dankbarkeit einfordern. Dies war auch nicht meine Intention. Ich hatte auch nicht vor, den User aufgrund seiner mangelnden Rechtschreibkenntnisse zu erniedrigen, jedoch waren diese schon so katastrophal, dass der Beitrag schon fast keinen Sinn mehr ergab.
Sie sagen "Und ich sehe hier niemanden, der sagt, Terror sollte nicht bkämpft werden.". Dies ist Falsch, da die Aussage der Person, auf die ich meinen Kommentar bezog, dies zweifellos behauptet, indem sie den Kampf gegen den Terror, der von den USA und einigen anderen Nationen im Westen geführt wird als "Terror" bezeichnet. Sicher haben die USA in den letzten 60 Jahren, wie der User schreibt, nicht nur Freiheit gebracht (der Krieg in Vietnam), aber sie haben trotzdem dazu beigetragen Freiheit und Wohlstand auf der Welt zu schaffen (sie kennen sicherlich die Geschichte Südkoreas, sie zeigt ein paar parallelen zu unserer Geschichte). Und ich bin nun einmal von der Annahme überzeugt, dass die Amerikaner uns als deutsches Volk (zumindest die größere Hälfte) vor Stalin und seinem Terrorregime gerettet haben.
Stalin, Hitler, die Taliban und Al-Kaida, dies sind einige Beispiele für Verbreiter wahren Terrors, die USA stehen allen Fehlern zum trotz immer noch für die Freiheit.
Folter ist in diesem Kontext natürlich höchst bedauerlich, da diese Misshandlungen der Werte der USA widersprechen und sie in ein schlechtes Licht rücken und für Gegner der Demokratie, Fanatiker und Kommunisten zum Beispiel, angreifbar machen.
Ich wollte mit meinem Kommentar natürlich in keiner Weise Folter relativieren, würde dies auch den Werten (nein, es sind keine religiösen Werte gemeint) widersprechen, die ich für richtig Halte. Die Achtung der Meinungs-, Handlungs- und Pressefreiheit, sowie die Wahrung und Pflege der Demokratie.
Kommt eben immer drauf an, was man als Ausgangspunkt nimmt. Im Rückblick gesehen, wäre es sehr segensreich gewsen, wenn die USA im ersaten Weltkrieg strikt neutral geblieben wären. Dann hätte es wohl auch kein drittes Reich gegeben. Also, solche Gedankengänge bringen uns heute überhaupt nichts. Und 65 Jahre nach Kriegsende kann man keine Dankbarkeit für die Amis mehr einfordern.
Und dich sehe hier niemanden, der sagt, Terror sollte nicht bkämpft werden. Aber wie der Terror bekämpft werden soll, darüber gehen die Meinungen auseinander. Folter, wie von den USA nunmal unbestritbar einbgesetzt, ist dabei nicht hilfreich. Und Willkür und Rechtlosigkeit aquch nicht. Ich finde, darauf sollten Sie in Ihrem Kommentar mehr eingehen als auf Rechtschreib- und Grammatikfehler offensichtlich ausländischer Poster! Korrektes Deutsch ist kein Maßstab für die inhaltliche Qualität eines Beitrags.
Wenn die USA uns in Europa nicht "terrorisiert" hätten, dann wäre die BRD sicher nie gegründet worden, und wir würden vielleicht alle in einer Art großen DDR als Satellitenstaat der UdSSR leben, in einem armen Arbeiter- und Bauernstaat anstatt in einer reichen Industrienation.
Lernen sie erst einmal unsere Rechtschreibung und Grammatik.
Sicher ist Folter an Menschen nie gerechtfertigt, sonst würden wir, als der Westen, uns auf das selbe Niveau herabsetzen, wie z.B. die Taliban oder andere fanatische Islamisten. Aber es ist trotzdem wichtig, dass wir den Terror, der auf uns alle als frei denkende und lebende Menschen im Westen gerichtet ist mit aller Kraft im Keim ersticken, bevor wir von ihm erstickt werden. Dieser Terror, wie der gesamte Dschihad, soll dazu beitragen, eine fundamentalistische Islamische Weltordnung zu etablieren. Dies klingt sicherlich wie eine Utopie, aber trotzdem tun wir gut daran den Terror auf der ganzen Welt zu bekämpfen. Dies ist dann kein "Terror" der USA, sondern eine präemtive Art der Gefahrenabwehr und ein Beitrag zur Wahrung unserer hart umkämpften Freiheit.
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