Schwindender Rückhalt: Eine Mehrheit der politisch unabhängigen Bürger bewertet die Politik Obamas negativ. Die Gesundheitsreform macht Probleme.
Die Unzufriedenheit der Amerikaner mit Präsident Barack Obama wächst. Erstmals seit seinem Amtsantritt im Januar bewerte eine Mehrheit der politisch unabhängigen US-Bürger seine Politik negativ, so eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage des Nachrichtensenders CNN. Inzwischen lehne auch eine Mehrheit der Bürger die Gesundheitsreform ab, für die sich Obama massiv einsetzt.
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Barack Obama unter Druck: Die Unzufriedenheit der Amerikaner seiner Arbeit wächst. (© Foto: AFP)
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Zwar liege die allgemeine Zustimmungsrate aller Amerikaner für Obama noch immer bei 53 Prozent, allerdings sei sie damit binnen vier Monate um acht Prozentpunkte gesunken, so die CNN-Umfrage.
Auch eine Umfrage des US-Fernsehsenders CBS zeigt den schwindenden Rückhalt für den demokratischen Präsidenten. Vier von zehn Amerikanern wünschen sich demnach einen Rückzug der US-Truppen aus Afghanistan, so der Sender am Dienstag. Im Februar forderten nur 24 Prozent der Befragten einen Abzug der US-Streitkräfte.
Während im April noch 56 Prozent der Amerikaner die Afghanistan-Politik des Präsidenten grundsätzlich unterstützten, seien es jetzt bloß noch 48 Prozent. Bei den Republikanern sind es laut CBS sogar nur 31 Prozent.
Nur noch 25 Prozent der Amerikaner sind der Umfrage zufolge für eine US-Truppenverstärkung in dem zentralasiatischen Land - im April waren es noch 39 Prozent.
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(dpa/segi)
Die Ärzte in München
Es ist aus meiner Sicht ein hoffnungsvolles Zeichen, wenn jetzt weniger als die Hälfte der Amerikaner die Afghanistan-Poltik des Us-Präsidenten unterstützen. Allmählich scheint die Mehrheit der Amerikaner - nach acht Jahren - zu begreifen, dass dieser Krieg weder moralisch noch politisch noch militärisch Sinn macht. Die Tendenzen in den USA sollten dadurch gestärkt werden, dass sich die Europäer den Forderungen der US-Regierung nach Entsendung weiterer Soldaten in die US-dominierte Intervention in Afghanistan widersetzen und den Abzug ihrer Einheiten aus Afghanistan anordnen.
Die Thematik Afghanistan ist viel komplizierter als ein Schrei nach Krieg oder Abzug. Leider neigen in Deutschland immer mehr zum minimalistischen Denken und sehen die großen Zusammenhänge hinter dem Tellerrand nicht.
Folgen wir doch einfach mal der Forderung "Raus aus Afghanistan". Und dann?
Die Angelegenheit ist jetzt schon schlimm genug, da sie absolut dilettantisch angegangen wurde. Was aber passiert, wenn dieser Krisenherd einfach sich selbst überlassen wird? Wenn demokratieähnliche Zustände entstünden, wäre es ein Traum - aber es bedarf nicht allzuviel Verstand, um sich auszumalen, was in diesem Land mit Sicherheit passieren wird, wenn beispielsweise (aber vermutlich mit Sicherheit) die Taliban sich nach und nach die Kontrolle sichern. Zum Glück werden die Probleme (und damit meine ich keine Flüchtlingsströme) einfach an den Grenzen Deutschlands (ach, Europas) abprallen und sich in Wohlgefallen auflösen. Müsste im Prinzip genauso funktionieren, wie beim deutschen Durschnittskopf.
Dazu auch in der New York Times vom 31.8.2009 David Brooks, "The Obama Slide".
Er schreibt:"All presidents fall from their honeymoon highs, but in the history of polling, no newly elected American president has fallen this far this fast."
Von einer Zustimmunsrate von 70% um 17 % auf 53 % gesunken.David Brooks führt aus, daß nicht nur die rechten, konservativen Amerikaner Obama gegenüber jetzt skeptisch sind, sondern auch die "independents", die, die sich weder als Dems noch als Reps bezeichnen und eine liberale Mitte darstellen.
Leider hat sich das Obama selbst zuzuschreiben, machte er doch während des Wahlkampfs völlig unrealistische Versprechen. Ich habe mich schon immer gewundert, daß ihm das alles so unkritisch abgenommen wurde.Ein zündender Slogan ("Yes, we can") macht halt wie die einzelne Schwalbe noch keinen Sommer.
Hier ist der Link zur Kolumne von David Brooks:
http://www.nytimes.com/2009/09/01/opinion/01brooks.html?
@bundesboy
warum bist dann du nicht in afghanistan??
das ist ja immer lustig, dass gerade diejenigen, die am meisten nach krieg und opferbereitschaft rufen, sich am meisten davor drücken
Ja, die armen Amerikaner. Ständig bekommen sie eine andere Meinung vorgesetzt :-) Dem Ausschlag ins eine extrem (Überbewertung Obama) folgt jetzt der Auschlag ins andere.
Solange man dort mit der politischen Inszenierung an sich beschäftigt ist, brauchen die realen Probleme wenigstens nicht gelöst bzw. nicht einmal angefasst werden.
Das fatale daran (für uns alle) ist, dass "Raus aus Afghanistan" als Lösung für sich allein genauso brauchar ist, wie "Mehr Weltfrieden für alle". Aber dann würde ja vom Prinzip "Erst handeln, dann denken" abgewichen. Und zuviel Realität auf einmal ist ja irgendwie auch doof und so...
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