USA Trumps Kehrtwende in Sachen Nato

  • Bei einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Stoltenberg revidiert US-Präsident Trump seine Kritik an der Nato, die er Anfang des Jahres für "obsolet" erklärt hatte.
  • Er dankte dem MIlitärbündnis auch für die Unterstützung nach seinem Befehl zum Raketenbeschuss einer syrischen Militärbasis.
  • Zugleich forderte er erneut, andere Länder müssten "ihren fairen Anteil" zahlen, statt sich nur auf die USA zu verlassen.

US-Präsident Donald Trump sieht die Nato nun anders als noch vor wenigen Monaten. "Ich habe gesagt, sie sei obsolet. Sie ist nicht mehr obsolet", sagte Trump bei einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg im Weißen Haus. Er habe sich "vor langer Zeit" darüber beschwert, dass die Nato nicht genug im Kampf gegen den Terrorismus tue. Das habe sich nun geändert.

Die Nato hatte im Februar einen Ausbau des Stützpunktes in Neapel beschlossen, um das Engagement im Anti-Terror-Kampf stärken zu können. In Bündniskreisen wurde aber damals betont, dass die Pläne nicht im direkten Zusammenhang mit der Wahl Trumps standen. Seit Oktober 2016 unterstützt die Nato die internationale Koalition gegen die Terrormiliz des sogenannten Islamischen Staats (IS) mit Aufklärungsflügen, sie ist aber kein offizielles Mitglied des von den USA angeführten Bündnisses gegen den IS.

Mitte Januar, kurz vor seinem Amtsantritt, hatte Trump erklärt, die Nato sei obsolet. Anfang Februar hatte er Nato-Generalsekretär Stoltenberg jedoch telefonisch seine Unterstützung zugesichert.

Bei dem Treffen in Washington dankte Trump nun den Nato-Staaten für deren Unterstützung des US-Angriffs auf eine Basis der syrischen Luftwaffe als Vergeltung für den mutmaßlichen Einsatz von Chemiewaffen in dem Bürgerkriegsland.

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Er pochte allerdings auch erneut darauf, dass die anderen Nato-Mitgliedsländer ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen müssten. "Wenn andere Länder ihren fairen Anteil zahlen, statt sich auf die USA zu verlassen, um den Unterschied auszugleichen, dann werden wir alle viel sicherer sein und unsere Partnerschaft wird gestärkt."