Das Recht, eine Waffe tragen zu dürfen, ist vielen Amerikanern heilig. Die Stadt Washington wollte dieses Recht einschränken - und ist vor dem obersten Gericht gescheitert. Das Urteil, das die Waffenlobby freuen wird, erging denkbar knapp.

Der Oberste Gerichtshof in den USA hat das Grundrecht jedes US-Bürgers auf Waffenbesitz am Donnerstag bestätigt. Dieses Recht sei durch die Verfassung garantiert und könne nicht im Interesse der öffentlichen Sicherheit beschnitten werden, urteilte das Gericht.

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Ein amerikanischer Waffen-Aktivist freut sich über das Urteil des Supreme Court, der das Tragen von Waffen ausdrücklich erlaubt. (© Foto:)

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Mit fünf zu vier Stimmen erklärte das neunköpfige Richtergremium ein Gesetz der US-Hauptstadt Washington für ungültig, das deren Einwohnern den Besitz einer Schusswaffe untersagte. Es war das erste Mal seit fast 70 Jahren, dass sich das Oberste Gericht zu diesem heiklen Thema äußerte; das Recht auf Waffenbesitz ist für viele US-Bürger von großer Bedeutung.

Richter Antonin Scalia erklärte für die Mehrheit des Richterkollegiums, dass die Verfassung kein absolutes Verbot von Handfeuerwaffen erlaube und diese Waffen zur Selbstverteidigung zulässig seien. Die jetzt beanstandeten Waffengesetze in der Bundeshauptstadt gehörten zu den strengsten in den USA.

Urteil mit Signalwirkung

Die Hauptstadt Washington wollte in dem Verfahren klären lassen, ob die von ihr erlassenen Einschränkungen für den Waffenbesitz von Privatpersonen verfassungskonform sind. Ein Gericht hatte dies 2006 als rechtswidrig verworfen. Die Vertreter der Hauptstadt argumentierten, die Verfassung garantiere nur ein Recht auf kollektiven Waffenbesitz - etwa für Polizei und Streitkräfte.

Das Urteil des Obersten Gerichtes hat Signalwirkung. Befürworter des Waffenbesitzes könnten es zum Anlass nehmen, eine Reihe von regionalen Bestimmungen zum Besitz und Tragen von Schusswaffen anzufechten. Großstädte wie Chicago und New York versuchen, durch Einschränkung des privaten Waffenbesitzes die Kriminalität einzudämmen.

In dem Verfahren ging es im Kern um die Auslegung eines Verfassungszusatzes aus dem Jahr 1791, in dem es unter anderem heißt: "Das Recht des Volkes auf den Besitz und das Tragen von Waffen darf nicht beeinträchtigt werden."

Die USA haben das weltweit freizügigste Waffenrecht. Kritiker sehen darin auch einen wesentlichen Grund für die hohe Zahl der Tötungsdelikte. Die Waffenlobby hat bei Politikern aller Parteien traditionell großen Rückhalt.

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(AP/AFP/bosw)