Sie kamen Fidel Castro nahe: Ein einstiger amerikanischer Top-Beamter und seine Frau wurden wegen jahrzehntelanger Spionage verurteilt.
Er war "Agent 202", sie war "Agentin 123" - ein vorgeblich seriöses Ehepaar aus den USA, das in Wirklichkeit jahrzehntelang für den amerikanischen Erzfeind Kuba spitzelte. Solange, bis die beiden Mitte 2009 auffielen.
Die wegen Spionage angeklagten Amerikaner Walter und Gwendolyn Myers (sitzend). (© Foto: AFP)
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Jetzt wurde das alte Paar in den USA zu harten Haft- und Geldstrafen verurteilt. Wie das Justizministerium in Washington mitteilte, gestanden der 72-jährige Walter Kendall Myers und seine ein Jahr jüngere Frau Gwendolyn Steingraber Myers, seit Ende der 70er Jahre der kommunistischen Führung in Havanna vertrauliche Dokumente zugespielt zu haben.
Datentausch im Einkaufswagen
Ein Bundesgericht in Washington verurteilte den früheren Top-Mitarbeiter des US-Außenministeriums zu lebenslanger Haft. Die Frau des Beamten, die geheime Informationen bevorzugt im Supermarkt per Einkaufswagen weitergab, muss sechs bis siebeneinhalb Jahre hinter Gitter. Das Ehepaar erhielt überdies eine Geldstrafe in Höhe von 1,7 Millionen Dollar - die Summe aller Gehälter, die Myers während seiner Tätigkeit für die US-Regierung bezog. Ihre Wohnung in New York, ihre Segelyacht und ihre Bankkonten wurden beschlagnahmt.
"In den vergangenen 30 Jahren hat dieses Paar Amerikas Vertrauen hintergangen, indem es vertrauliche Informationen über die nationale Verteidigung an die kubanische Regierung weitergab", erklärte Ankläger David Kris. "Heute werden sie für die Taten zur Verantwortung gezogen." Der Fall zeige, dass die US-Behörden beim Schutz des Landes wachsam blieben und jene zur Rechenschaft zögen, die Staatsgeheimnisse aufs Spiel setzen.
Das Paar war Anfang Juni nach verdeckten Ermittlungen durch das BI festgenommen worden. Der 72-Jährige hatte der US-Justiz zufolge während seiner Zeit im Außenministerium Zugang zu vertraulichsten Unterlagen, unter anderem arbeitete er in der Aufklärung. Der Mann gab demnach an, nach einem Kuba-Besuch 1978 von Havanna angeworben worden zu sein. Im Laufe der Jahre habe er von Kuba "eine Vielzahl von Medaillen" für seine Verdienste bekommen. 1995 hätten er und seine Frau auch einen Abend mit Fidel Castro verbracht.
Mr. und Mrs. Myers sollen die Aufträge aus Kuba per Kurzwellensender erhalten haben. Der Mann habe sich dann Informationen aus den streng geheimen Datenbanken des Außenamtes gemerkt oder Notizen über vertrauliche Dokumente aus dem Ministerium geschmuggelt. Die Ehefrau gab das Material anschließend über das vorher abgesprochene Austauschen von Einkaufswagen an kubanische Agenten weiter. Sie flogen durch einen Undercover-Agenten des FBI auf, der sich als kubanischer Geheimdienstmitarbeiter ausgab und das Vertrauen des Paares errang.
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(sueddeutsche.de/AFP/ehr)
Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev
Das Ehepaar Myers hat vermutlich Terroranschläge gegen Kuba verhindert hat, wie weitere in USA inhaftierte sogenannte Spione, wird leider nicht erwähnt. Ein Buchtipp: Kuba - Nachrichten von der Schurkeninsel, von Hans Weiss, legt da einiges mit Daten und Fakten belegt offen. Klar ist Sozialismus eine Bedrohung für alle Reichen und Mächtigen, aber eher ein Segen für alle Benachteiligten, das ist die Mehrheit der Menschheit. Das darf sich nicht rumsprechen, da Kubaner freiwillig in Kuba leben und obwohl sie sehr einfach in die UAS einwandern könnten, machen das nur sehr wenige.
Das Paar war Anfang Juni nach verdeckten Ermittlungen durch das BI festgenommen worden.
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