USA Selbstzerstörung

Die Machtkämpfe bedrohen Trumps Präsidentschaft.

Von Stefan Kornelius

Bei Donald Trump wird man sich daran gewöhnen müssen, dass alles ein bisschen schneller und holpriger verlaufen könnte als bei anderen Regierungen (die der Mann vor wenigen Wochen noch als "Mainstream" verunglimpfte). So könnte es sein, dass gerade noch als "außergewöhnlich" gepriesene Berater bald die Entlassungsurkunde auf dem Schreibtisch vorfinden - you are fired.

Im Fall des Nationalen Sicherheitsberaters Michael Flynn wäre das schon deshalb in Ordnung, weil Flynn vor seiner Amtszeit Verhandlungen mit Russland über den Fortgang von Sanktionen geführt hatte. Das ist ein klarer Rechtsverstoß. Hinzu kommt eine ganze Reihe von Unprofessionalitäten, die zeigen, dass der Mann überfordert ist. Überfordert scheint aber vor allem Trump selbst zu sein, der zuschauen darf, wie die engsten Berater aus dem Weißen Haus in Talkshows schmutzige Wäsche waschen. Derart offen wurde lange nicht mehr um Ideologie und um die Macht gekämpft.

So unterhaltsam das für Trumps Gegner sein mag, so gefährlich ist es. Eine Supermacht lässt sich nicht wie ein Supermarkt führen. In seiner Position entscheidet Flynn über Leben und Tod und ist - jenseits aller Unfähigkeit - einer der wenigen, die zwischen Trump und seinen Armageddon-Jüngern wie Steve Bannon stehen. Trump mag so tun, als schwebe er über all dem. In Wahrheit zerstören seine Leute bereits die Präsidentschaft.