USA rüsten gegen Cyber-Attacken auf Wie Amerika den Krieg gegen die Hacker gewinnen will
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Das Pentagon macht in einem Strategiepapier deutlich: Der Krieg im 21. Jahrhundert findet nicht nur zu Land, zu Wasser und in der Luft statt, eine besondere Bedrohung für die Sicherheit der Supermacht lauert im Internet. Ob geheim klassifizierte Cyberstrategien des Pentagons ähnlich friedfertig klingen wie das nun veröffentlichte Papier? Daran lassen nicht nur die Drohungen von Verteidigungsminister Gates zweifeln.
Die USA wollen ihr Land künftig auch im Internet verteidigen. Ganz neu ist die Idee freilich nicht, schon lange beschäftigen die US-Behörden Tausende Experten, um kritische Infrastrukturen, vertrauliche Informationen und geistiges Eigentum vor Würmern, Trojanern und ausländischen Geheimdiensten zu schützen - allen voran das US Cyber Command. Doch nun will das Pentagon den Cyberspace zum eigenen Einsatzbereich ("operational domain") erklären - wie Land, Wasser, Luft und Weltall.
"Unserer Einschätzung nach werden Cyber-Angriffe ein wichtiger Teil jedes Konflikts in der Zukunft sein, egal ob große Nationen, Schurkenstaaten oder Terroristengruppen beteiligt sind", erklärt der stellvertretende Verteidigungsminister William Lynn bei der Vorstellung des 13-seitigen Papiers Strategy for Operating in Cyperspace. Darin legt das Pentagon dar, wie die USA künftig auf die Bedrohung aus dem Netz reagieren soll.
Die Autoren des Strategiepapiers haben sich alle Mühe gegeben, die Wichtigkeit ihrer Aufgabe zu betonen: Das Pentagon und die ganze Nation seien im Internet sehr verletzlich, heißt es da, die Technik der Kriminellen werde immer ausgefeilter, viele Staaten und Geheimdienste arbeiteten daran, an geheime Informationen aus US-Netzwerken zu gelangen.
Doch Lynn hatte eine Nachricht im Gepäck, die die abstrakten Bedrohungsszenarien überflüssig macht: Im März sind Hacker im Auftrag eines ausländischen Geheimdienstes in die Rechner einer Vertragsfirma des Pentagons eingedrungen und haben 24.000 Dokumente entwendet. Es handle sich um eine der bisher schwersten einzelnen Cyberattacken auf die US-Streitkräfte, so Lynn. Weitere Einzelheiten nannte Lynn nicht, schob aber noch Fakten nach, die wohl das Ausmaß der Bedrohung deutlich machen sollen.
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[] Allein beim US-Militär müssten 15.000 Netzwerke und etwa sieben Millionen Computer vor millionenfachen Hackerangriffen pro Tag beschützt werden.
[] In den vergangenen Jahren seien sensible Daten im Umfang von mehreren Terabytes (1 Terabyte entspricht 1000 Gigabyte) entwendet worden. Betroffen seien Informationen über "einige unserer sensibelsten Systeme" wie Luftfahrttechnik, Überwachungsanlagen, Satellitenkommunikationssysteme und Vorkehrungen für die Netzwerksicherheit.
[] Pro Jahr würden so viele Informationen von den Festplatten amerikanischer Unternehmen, Universitäten und Behörden gestohlen, wie die Kongressbibliothek in Washington fasst. Täglich würden mehr als 60.000 neue Computerschädlinge als Bedrohung identifiziert.
Trotz solch konkreter Bedrohungen bleibt das Papier defensiver, als nach den Äußerungen von Verteidigungsminister Robert Gates von Anfang Juni zu erwarten war. Gates hatte damals deutlich gemacht, dass sich die USA die Möglichkeit vorbehalte, künftig Cyber-Attacken zu vergelten, sei es mit eigenen Cyber-Waffen oder sogar mit klassischer militärischer Gewalt. Von solchen Schlägen steht nichts in dem Strategiepapier. Dafür ist viel davon zu lesen, dass das Pentagon seine "Anstrengungen ausbauen", die "Fähigkeiten maximieren" und "Bedrohungen reduzieren" möchte. Helfen sollen dabei fünf "strategische Initiativen".