Von Verena Wolff

Vizepräsidentschafts-Bewerberin Sarah Palin steht ihre erste Bewährungsprobe bevor - die Außenpolitik-Novizin trifft Staatsmänner.

Sarah Palin steht ein großer Tag bevor - ein Tag, der eine Reihe glitschiger Fettäpfchen bereithält.

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Auf heimischem Parkett wird sie immer sicherer, im internationalen Geschäft kennt sie sich noch nicht aus: Sarah Palin. (© Foto: AFP)

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Die republikanische Vizepräsidentschaftskandidatin, politisch großgeworden im abgelegenen Bundesstaat Alaska und nicht gerade erfahren, was den Umgang mit nationalen und internationalen Größen angeht, trifft am Rande der UN-Vollversammlung gleich acht Staatsmänner. Und noch dazu den früheren US-Außenminister Henry Kissinger. Einen Meister auf internationalem Parkett.

Zunächst ist ein Treffen der 44-jährigen Gouverneurin mit dem kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uribe geplant, dem derzeit wichtigsten US-Verbündeten in Südamerika.

Danach ist der afghanische Präsident Hamid Karsai zum Gespräch mit Palin bestellt. Am Mittwoch dann soll sie zu einem Dreier-Gespräch mit den Präsidenten Georgiens und der Ukraine, Michail Saakaschwili und Viktor Juschtschenko, zusammentreffen.

Und damit nicht genug: Danach stehen noch der irakische Präsident Dschalal Talabani, dessen pakistanischer Kollege Asif Ali Zardari sowie der indische Ministerpräsident Manmohan Singh im Terminkalender.

US- und andere Medien werden die Gouverneuerin mit den fünf Kindern, die Eishockey-Mom, die gerne Elche jagt und mit dem Schneemobil durch die Weiten Alaskas rast, bei ihrem Trip nach New York genauestens beobachten.

Und sie werden sich ausführlich darüber auslassen, wie sich die normalerweise in Kostüm und Pumps gewandete Palin auf diesem glatten Parkett schlägt.

Noch ist allerdings nicht bekannt, wann und wo sich die Republikanerin mit den Herren treffen wird - oder worüber konferiert werden soll.

Dennoch sind die Treffen mit den Staatschefs ein veritabler außenpolitischer Crash-Kurs für die in der Außenpolitik als unerfahren geltende Palin.

Die gelernte Journalistin, geboren in Idaho, hat fast ihr ganzes Leben in Alaska verbracht. Zwischen diesem flächenmäßig größten Staat der USA mit seinen knapp 700.000 Einwohnern liegt ein ganzes Land - Kanada. Und dennoch hat Palin bislang nie einen Reisepass gebraucht - erst im vergangenen Jahr hat sie dieses Dokument beantragt, wie die New York Times berichtet. Damit sie im Ausland stationierte Soldaten aus Alaska besuchen kann.

Nicht nur fehlte ihr das Dokument - auch haben sich offenbar noch nicht viele Politgrößen in den nördlichsten der 50 US-Staaten verirrt. Denn in einem Gespräch mit dem Fernsehsender ABC gab Palin freimütig zu, noch nie einem ausländischen Staatsmann die Hand geschüttelt zu haben.

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