"Change" - immer noch die Leitlinie des US-Präsidenten: Er will die von Bush verfügten Beschränkungen in der Forschung aufheben - und wagt auch in der Asienpolitik Neues.

US-Präsident Barack Obama öffnet der Stammzellenforschung neuen Spielraum.

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Präsident Barack Obama hat sich dem Wandel verschrieben - und er setzt ihn in immer mehr Politikgebieten um. (© Foto: AP)

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Am kommenden Montag will er nach Angaben aus Regierungskreisen von seinem Vorgänger George W. Bush verfügte Beschränkungen aufheben. Bislang war die Förderung der Forschung auf Stammzelllinien begrenzt, die vor August 2001 entstanden.

Obama hatte bereits im Wahlkampf angekündigt, die Entscheidung Bushs vom 9. August 2001 zu revidieren. Die Beschränkungen Bushs hätten den Wissenschaftlern "Handschellen angelegt" und ihre Wettbewerbsfähigkeit eingeschränkt, sagte er. Der neue Präsident unterstützt die Forschung, um damit Fortschritte im Kampf gegen Krankheiten wie Alzheimer zu erzielen.

Für die von Bush verhängten Beschränkungen hatten sich Abtreibungsgegner vehement eingesetzt. Obamas Ankündigung stieß am Wochenende auf scharfe Kritik. "Steuerzahlen sollten nicht die Rechnung für Experimente zahlen müssen, die die Zerstörung menschlichen Lebens fordern", erklärte ein Sprecher des konservativen Rats für Familienforschung. Angesichts der Fortschritte in der Forschung mit adulten Stammzellen sei Obamas Entscheidung besonders betrüblich.

Auch auf außenpolitischem Parkett geht der neue US-Präsident neue Wege und setzt sich von seinem Vorgänger ab. So strebt die US-Regierung ungeachtet der zunehmenden Drohungen Nordkoreas gegen Südkorea weiter den Dialog mit dem kommunistischen Land an. "Wir strecken jetzt die Hand aus. Wir wollen Dialog", sagte der Sonderbeauftragte fürWashingtons Nordkorea-Politik, Stephen Bosworth, am Samstag bei der Ankunft in Südkorea. Zugleich forderte er Nordkorea auf, seine militärischen Drohgebärden in Richtung Südkorea einzustellen. "Jeder wäre um vieles froher, wenn sie diese Linie der Rhetorik verlassen."

Auch China rief die Führung in Pjöngjang angesichts der neuen Spannungen auf der koreanischen Halbinsel und der Ankündigung eines Raketenstarts zur Zurückhaltung auf. Erst am Donnerstag hatte Nordkorea wegen eines bevorstehenden Großmanövers der US-Streitkräfte mit Südkorea indirekt mit dem möglichen Abschuss von südkoreanischen Zivilflugzeugen in seinem Luftraum gedroht. Nordkorea sieht in den gemeinsamen Truppenübungen in Südkorea Vorbereitungen für einen Angriff. "Ich denke nicht, dass die Warnung sehr hilfreich war", sagte Bosworth. Auch hätten die USA ihre Position zu einem geplanten Raketenstart in Nordkorea deutlich gemacht. "Wir denken, das ist sehr unklug."

Nach südkoreanischen Angaben bereitet das Nachbarland den Test einer militärischen Langstreckenrakete vor, die theoretisch US-Gebiet erreichen könnte. Nordkorea selbst hatte von Vorbereitungen für einen Satellitenstart gesprochen.

Auf die Frage von Reportern, ob er auch Pjöngjang im Falle eines Raketenstarts besuchen wolle, antwortete Bosworth ausweichend. "Das ist ein kompliziertes Thema."

Der frühere US-Botschafter in Seoul will mit der südkoreanischen Regierung über die Lage auf der geteilten Halbinsel und die festgefahrenen Verhandlungen über ein Ende des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms sprechen. Zuvor war er in China und Japan gewesen. "Wir hoffen, dass alle Seiten mehr für Frieden und Stabilität tun", sagte unterdessen Chinas Außenminister Yang Jiechi in Peking.

Es gebe gegenwärtig "einige Schwierigkeiten" im Prozess der Sechs-Parteien-Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm, was aber angesichts der Komplexität nur natürlich sei. An den seit 2003 laufenden Gesprächen nehmen neben Nordkorea, den USA und China auch Südkorea, Japan und Russland teil.

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(dpa/AP/gba)