Der gewählte US-Präsident Obama gibt vermutlich heute seine Kabinettsliste bekannt - die Namen der möglichen Minister geistern schon zuvor durch die Medien.

Mit Spannung erwartet Amerika die erste Pressekonferenz Barack Obamas: Wie sein Büro am Donnerstag bekanntgab, wird Obama im Anschluss an ein Treffen mit seinen Wirtschaftsberatern vor die Presse treten. Teilnehmer seien unter anderen die früheren Finanzminister Larry Summers und Robert Rubin, der Milliardär Warren Buffet sowie der ehemalige Notenbankchef Paul Volcker. Auch der gewählte Vizepräsident Joe Biden soll demnach an der Pressekonferenz teilnehmen. Diese beginnt um 13:30 Uhr Ortszeit (20:30 Uhr MEZ) in einem Chicagoer Hotel.

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Barack Obama bereitet sich auf sein Amt vor: Laut CNN will er noch heute seine Regierungsmannschaft vorstellen. (© Foto: Reuters)

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Zuvor wuchern kräftig die Spekulationen um die künftige Regierungsmannschaft: Nachdem bekanntwurde, dass der ehemalige Clinton-Berater Rahm Emanuel Stabschef im Weißen Haus wird, ist nun der ehemalige General James L. Jones als Außenminister im Gespräch.

Obama hat bereits signalisiert, dass er auch Republikaner in die Regierung holen will. Potentielle Kandidaten sind die Senatoren Chuck Hagel aus Nebraska und Richard Lugar aus Indiana. Zudem gilt Colin Powell als Anwärter für den Posten des Bildungsministers. Powell gilt als gemäßigter Republikaner und stand dem Außenamt während der ersten Häfte der Bush-Präsidentschaft vor. Der frühere General hatte sich im Wahlkampf für Obama ausgesprochen.

Als Pressesprecher des künftigen US-Präsidenten ist laut einem Bericht von CNN Robert Gibbs im Gespräch. Gibbs war Obamas Kampagnensprecher im Wahlkampf und wäre somit prädestiniert für diese Rolle. Wie CNN auf Berufung anderer US-Medien berichtete, soll möglicherweise der Republikaner Robert Gates auch unter Obama Verteidigungsminister bleiben.

US-Medien spekulieren auch über die Schaffung eines neuen Superministeriums für Umwelt und Energie, für dessen Führung Ex-Vizepräsident und Friedensnobelpreisträger Al Gore infrage käme. Auch Kaliforniens republikanischer Gouverneur Arnold Schwarzenegger wurde in diesem Zusammenhang schon erwähnt.

Das Übergangsteam wird von dem früheren Clinton-Mitarbeiter John Podesta, der Obama-Beraterin Valerie Jarrett und Pete Rouse, Obamas Stabschef im Senat, geleitet. Im Team ist auch Susan Rice, die in US-Medien als mögliche nationale Sicherheitsberaterin in einer Regierung Obama gehandelt wird. Sie war im Wahlkampf Obamas außenpolitische Chefberaterin.

Obamas neue Rolle in der Außenpolitik

In Washington hieß es, Obama werde bereits in den Ende kommender Woche geplanten Finanzgipfel eingebunden. Laut CNN hat Obama schon mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy telefoniert. Geleitet wird der Weltfinanzgipfel in Washington von dem scheidenden Präsidenten George W. Bush.

Weitere Telefongespräche führte Obama am Donnerstag nach Angaben seiner Sprecherin Stephanie Cutter mit zahlreichen Staats- und Regierungschefs.

Im Gespräch mit dem mexikanischen Präsidenten Felipe Calderón versicherte Obama der Regierung des Nachbarlands weitere Unterstützung der USA im Kampf gegen den Drogenhandel und das organisierte Verbrechen, wie die Regierung in Mexiko-Stadt mitteilte.

Enge Kooperation mit Südkorea

Als künftiger Präsident will Obama im Bemühen um die atomare Abrüstung des kommunistischen Nordkoreas eng mit Südkorea zusammenarbeiten. Dem südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak sagte Obama nach Angaben von dessen Büro, die Beziehungen zwischen beiden Staaten seien ein Eckstein für Frieden und Sicherheit in Asien. Beide Staatschefs hätten sich außerdem auf eine enge Kooperation beim Umgang mit der globalen Finanzkrise geeinigt.

Die künftige Ausrichtung der Nordkorea-Politik Washingtons nach dem Sieg des Demokraten Obamas bei der US-Präsidentenwahl gilt in Südkorea neben Handelsfragen besondere Aufmerksamkeit.

Obama hatte während des Wahlkampfes angedeutet, prinzipiell auch zu einem Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Il bereit zu sein. Zusammen mit Südkorea und anderen Ländern bemühen sich die USA derzeit im Rahmen der sogenannten Sechs-Parteien-Gespräche, Nordkorea zum kompletten Abbau seiner umstrittenen Nuklearaktivitäten zu bewegen.

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(sueddeutsche.de/AP/dpa/akh/odg)