Barack Obama will die Geheimnisse des Krieges gegen den Terror lüften. Im Umgang mit CIA und Militär muss er dennoch vorsichtig sein.
Das Wort vom Tauwetter ist in der Weltgeschichte schon oft bemüht worden, doch für den Neuanfang in Washington erschien es durchaus treffend. Seit Barack Obama im Weißen Haus eingezogen ist, heißt es, die Politik dieser Supermacht sei wieder menschlicher, wärmer sogar.
Im Zwielicht: Brächte Obama all das Eis aus den Bush-Jahren mit einem Mal zum Schmelzen, so könnte es sein, dass ihn das Tauwasser selbst wegspülen würde. (© Foto: AP)
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Das Unrecht, das den Gegnern im "Krieg gegen den Terror" zugefügt wurde, sollte aufgedeckt werden, die Eiskruste der Geheimhaltung dahinschmelzen. So hatten es viele gehofft, nachdem Obama im Wahlkampf gegen die Machenschaften der Geheimdienste gewettert hatte. Jetzt aber wundern sich viele, dass der Präsident doch sehr behutsam umgeht mit jenen, die einst für dieses Unrecht verantwortlich waren.
Wie schwierig das Verhältnis zwischen dem Präsidenten und seinem größten Geheimdienst ist, zeigte der Besuch Obamas im Hauptquartier der CIA im April. Gleich zur Begrüßung erinnerte CIA-Chef Leon Panetta seinen Dienstherren an dessen eigene Worte: "Dies ist eine Zeit zum Nachdenken, nicht für Vergeltung." Und dabei blieb Obama auch in seiner Rede an die Geheimdienstler.
Geheim bleibt, was geheim bleiben soll
Er lobte deren Bedeutung für die Sicherheit Amerikas, er lobte den unermüdlichen, zum Teil gefährlichen und entbehrungsreichen Einsatz seiner Agenten. Vor allem aber rechtfertigte er sich dafür, dass er zuvor jene Anweisungen der Regierung Bush veröffentlicht hatte, in denen diverse Foltertechniken für die Vernehmung von Terrorverdächtigen erlaubt worden waren.
Obama sagte, er habe dies getan, weil vieles ohnehin schon an die Öffentlichkeit gelangt sei. Ansonsten aber werde er dafür sorgen, dass geheim bleibt, was geheim sein soll.
Dass sich Obama binnen weniger Monate zum Realpolitiker wurde, hat aus seiner Sicht gute Gründe. Die Vereinigten Staaten von Amerika befinden sich noch immer im Krieg, in Afghanistan mehr noch als in Irak, und auch die Terrorgefahr durch al-Qaida ist nicht verschwunden. Der Präsident braucht seine Geheimdienste, er braucht das Militär; er will nicht jene Kreise gegen sich aufbringen, auf die er als Oberbefehlshaber angewiesen ist und die einem Demokraten wie ihm ohnehin stärker misstrauen als einem Republikaner.
Brächte der Präsident all das Eis aus den Bush-Jahren mit einem Mal zum Schmelzen, so könnte es sein, dass ihn das Tauwasser selbst wegspülen würde.
"So lernen wir eben dazu"
Deswegen weigerte sich Barack Obama, neue Folterfotos zu veröffentlichen, die seine Soldaten im Ausland womöglich der Vergeltung ausgesetzt hätten. Auch lehnte Obama Strafverfahren gegen jene CIA-Agenten ab, die - wenn auch mit der damaligen Billigung des Weißen Hauses - an den Folterverhören beteiligt waren.
Bei seinem Besuch in der CIA-Zentrale in Langley spielte Obama deshalb den Pädagogen: "Lassen Sie sich nicht entmutigen von dem, was in den vergangenen Wochen passiert ist (die Veröffentlichung des Memorandums zu dem Foltertechniken, Anm. d. Red.), seien Sie nicht entmutigt, weil wir wohl einige Fehler eingestehen müssen. So lernen wir eben dazu."
So behutsam der neue Präsident allerdings mit der Vergangenheit umgeht, so klar ist seine Linie für die Zukunft: Der tägliche Verstoß gegen die amerikanische Verfassung und die Werte der Amerikaner sollen von nun an vorbei sein. Folter hat der Präsident untersagt, und in Leon Panetta hat er einen Geheimdienstchef gewählt, der sich im Laufe seiner politischen Karriere immer wieder mit etwas beschäftigt hat, das die Regierung Bush als eher überflüssig empfand: mit den Bürgerrechten.
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(SZ vom 14.07.2009/mikö)
Reiseknigge: Türkei
"Nach den Ungeheuerlichkeiten, die sich die Herren Bush, Ashcroft, Rumsfeld und, immer wieder" "Tricky" Dick geleistet haben, poliert Obama allenfalls auf ein paar lagalistischen Selbstverständlichkeiten herum.."
Was soll er denn auch sonst tun?
Die Mutter aller Ungeheuerlichkeiten wird sich aber trotzdem auf Dauer nicht unter dem Deckel halten lassen.
http://www.911truth.org/
Allerdings wäre er da gut beraten, wenn er sich raus hält.
Die Prozessanwälte der Hinterbliebenen und Geschädigten des 0911 können das besser.
c.
Bisher ist Obamas Bemühen um eine Rückgewinnung von rechtsstaatlicher Reputation für den sogenannten "Krieg gegen den Terror" recht dürftig. Nach den Ungeheuerlichkeiten, die sich die Herren Bush, Ashcroft, Rumsfeld und, immer wieder" "Tricky" Dick geleistet haben, poliert Obama allenfalls auf ein paar lagalistischen Selbstverständlichkeiten herum... -wobei er auch hier ganz schnell in "eiern" gerät. Noch immer führen die USA "Geheimprozesse", die mit seriöser Beweisaufnahme oder rechtsstaatlicher Strafprozessordnung nichts zu tun haben. Es erinnert eher an mittelalterliche Hexenjagten, was eigentlich die Verfolgung von Gewaltkriminellen darstellen sollte. Obama hat mit Sicherheit kaum den todesverachtenden Mut, mit Bushs hochtoxischer Erbschaft tatsächlich aufzuräumen... -er ist ja nicht Michael Gorbatschow!
ist eher unwahrscheinlich, obwohl es nicht bewiesen ist.
Wenn man aber nach einem Motiv sucht, das ähnlich "gewichtig" ist, wie ein Mord an dem mächtigsten Mann der Welt, findet man ein anderes Motiv einer Gruppe von insgeheim noch Mächtigeren in den USA, die durch ihn ihr Monopol gefährdet sahen und deshalb wahrscheinlich handeln "mussten": Kreise der Wallstreet, die unbedingt verhindern wollten, dass Kennedy die FED verstaatlich - das genau hatte er nämlich vor. Und schon sein Vater hatte ihn vor den möglichen Folgen dieses Vorgehens gewarnt. Er hatte zu seinem Sohn gesagt, als dieser ihm von seinem Vorhaben erzählte: "wenn du das tust, bringen sie dich um". Das wäre ein sehr plausibles Motiv.
Als neuer Präsident Amerikas ist Obama zwischen den Machtgiganten des militärisch-industriellen Komplexes und der Walllstreet und noch einigen sehr mächtigen (Rockefeller-Clan etc.) so etwas wie ein Dompteur inmitten einer Herde Elefanten.
Geraten mehr als ein Elefant außer Kontrolle, kann ihm das Publikum auch nicht mehr helfen. Jeder Dompteur weiß ja, wie taktisch klug er sich gegenüber solchen Kolossen verhalten muss, die ihn leicht einmal "zerquetschen" könnten - also muß er sie äußerst vorsichtig auf ihre Plätze dirigieren und darf nicht zu viele unerwartete Bewegungen auf einmal machen, damit die "TIere" nicht nervös werden.
Das haben Demokratie und Zirkus wohl gemeinsam.
Es kann doch überhaupt keinen Zweifel daran geben, dass Obama äußerst behutsam mit den Fakten des CIA umgehen muss. Schließlich geht es um die Interessen Amerikas, vielleicht auch um die Unsrigen, wer weis das schon! Außerdem braucht er permanent Informationen aus verschiedenen Kriegsgebieten. Und, was nicht vergessen werden darf, offensichtlich haben die Amerikaner eine andere Einstellung zu ihrem Präsidenten als wir Deutschen. Ein Bush, ein Cheney oder Rumsfeld vor Gericht? Das würde in den USA vermutlich eine Zerreißprobe ersten Ranges werden mit unbekanntem Ausgang. Leicht möglich, dass man auf Zeit spielt und so hofft, dass die reihenweisen Skandal durch die Medien aufgedeckt werden und somit die Stimmung umschlägt. Möglich ist auch, dass Obama niemals geglaubt hat, in welchen Abgrund er hineinblicken würde.
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