Ein neues US-Gesetz soll künftige Generationen am Rauchen hindern - ein weiterer entscheidender Schritt zur sozialen Ächtung einer tödlichen Angewohnheit.
Wer heute in Gesellschaft oder auf der Straße eine Zigarette raucht, könnte sich genauso gut in Unterhemd und Trainingshose ein Fläschchen Korn genehmigen. Der Weg vom lässigen Gestus zum vulgären Akt hat in den Industrienationen nur ein paar Jahre gedauert.
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Zigaretten dürfen laut dem neuen Gesetzentwurf in den USA künftig nicht mehr als "light" bezeichnet werden (© Foto: AP)
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Dabei waren es keineswegs die Aufklärung und das gestiegene Gesundheitsbewusstsein, die das Umdenken bewirkten. Immerhin weiß man seit mehr als 50 Jahren, dass viele Raucher an ihrem Laster sterben. Es waren die strengen Gesetze, die in den vergangenen Jahren in Amerika und Europa den gesellschaftlichen Wandel brachten.
Nun hat der US-Senat ein Gesetz erlassen, das die Gesundheitsbehörde Food and Drug Administration (FDA) mit umfangreichen Machtmitteln ausstattet. Bisher waren Tabakprodukte von Kontrollen, denen jedes Lebensmittel und jedes Medikament unterzogen werden, ausgenommen.
Obama will das Gesetz ratifizieren
Den Grund für die Ausnahmestellung der Tabakerzeugnisse kann man an der Abstimmungsliste zu diesem Family Smoking Prevention and Tobacco Control Act erkennen. Die 17 Senatoren, die gegen ihre 79 Kollegen stimmten, werden allesamt mit großen Summen von der Tabakindustrie unterstützt. Präsident Barack Obama, selbst Raucher mit Schwierigkeiten beim Aufhören, hat schon zugesagt, dass er das Gesetz ratifizieren wird.
Die wichtigsten Punkte darin sind die Einschränkung von Werbung sowie die Befugnis der FDA, die rund 600 Zusatzstoffe in Tabakprodukten zu kontrollieren. Ein Komplettverbot wurde verworfen, denn das Alkoholverbot der Prohibition begünstigte den Aufstieg des organisierten Verbrechens zur Schattenmacht. So zielt das Gesetz auch eher darauf, künftige Generationen davon abzuhalten, mit dem Rauchen anzufangen, als aktive Raucher zum Aufgeben zu bewegen.
Zunächst sollen, ähnlich wie in Deutschland, Mogelbegriffe wie "light" verboten werden. Außerdem will man das Jugendmarketing wie die Werbung mit Comic-Figuren und das Sponsoring von Pop-Veranstaltungen unterbinden. Geschmacksstoffe wie Vanille, Kirsch und Limone sollen verboten werden, mit denen Tabakfirmen ihre Zigaretten versetzen, um Kinder zum Rauchen zu bringen.
Das sind herbe Schläge für die Industrie. Kaum ein Produkt kann so sehr auf lebenslange Markentreue zählen wie die Zigarette.
In welchem Kontext die amerikanischen Bemühungen stehen, zeigt der Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO von 2008. Weltweit sterben jedes Jahr 5,4 Millionen Menschen an den Folgen des Rauchens. Bis 2030 könnte die Zahl auf mehr als acht Millionen steigen; die meisten werden in Entwicklungsländern sterben.
Die WHO spricht von einer Epidemie, die man verhindern kann. Es gibt jedoch keine medizinischen, sondern nur politische und gesellschaftliche Lösungen. Gesetze sind da entscheidende erste Schritte zur sozialen Ächtung einer tödlichen Angewohnheit.
- "Light"-Zigaretten Das Ende der Leichtigkeit 12.06.2009
- Versicherer investieren in Tabakindustrie Asche zu Asche 04.06.2009
- Rauchen: Hilfe beim Entzug Gegen die übermächtige Gier 27.05.2009
- Suchtmittel Snus Kampf um den Lutschtabak 04.05.2009
- Raucher-Politik "Sieg der Tabakindustrie" 20.04.2009
(SZ vom 13.06.2009/aho)
Debatte über Militäreinsatz in Syrien
Raucher stehen nicht nur in eigener Schuld.
Die horente Krankheitenzahl und Sterbensraten von Rauchern wird sehr wohl von der Gesellschaft mit bezahlt.
Agesehen davon zahlen auch alle an den Verschmutzungen mit, die durch Zigaretten entstehen. Zuletzt tolerieren wir auch noch die Ausbeutung der dritten Weltländer, die auf fruchtbarsten Böden keine Nahrung mehr anbauen dürfen, weil der Tabak ertragreicher ist, wovon sich wiedrum aber nur die Großkozerne nähren .Alles bekannt aber ignoriert von Möchtegernsüchtlern..
Zigaretten sind eine spaßige Illusion, denn ihr Preis ist viel zu hoch!
Die Welt Betrüger Organisation spricht von einer Epidimie. , Verbieten , Hindern.
Es gibt momentan weltweit nur eine Epidimie, Eine Epidimie von Verbotsfanatiker annex Antiraucherhysterikern.
mit Tabaksteuer macht, dürfen die Firmen weiterhin ihr mörderisches Gift verkaufen. Nur das Opfer der Raucher, wird bestraft, durch die immer rigoroseren Gesetze.
Raucher in Deutschland erhalten nicht einmal eine Therapie zur Rauchentwöhnung; wenn Sie schon lange Raucherbein haben. Auch hier wird das Opfer bestraft, weil die Regierung Geld scheffelt..
"Anti-Raucher-Gesetze" werden unsere modernen Staaten bis in den Bankrott führen. Denn grob geschätzt lebte der durchschnittliche westliche Bürger, wenn denn wirklich nahezu keiner mehr rauchen würde, ca. 7 Jahre länger. Unsere Staaten sind ohnehin vom demographischen Trend akkut bedroht. Zusätzliche 7 Jahre hohen Alters pro Bürger kann sich unser Gesundheits- und Rentensystem keineswegs leisten. HInzu kommen die ausfallenden Tabaksteuern.
Daher plädiere ich gegen den Nanny-Staat! Wer zu dumm ist sich das Rauchen abzugewöhnen, der ist selbst schuld.
Rauchverbote in öffentlichen Gebäuden sind andererseits eine auf Grund von ästhetischen Gründen zu befürwortende Regelung.