USA Melania Trump kritisiert Familientrennungen an Grenze zu Mexiko

Melania Trump, die First Lady der Vereinigten Staaten.

(Foto: AP)
  • Melania Trumps Sprecherin erklärt, die First Lady "hasse es, Kinder getrennt von ihren Familien zu sehen".
  • Die frühere First Lady Laura Bush nennt die Praxis "brutal" und "unmoralisch".
  • Bislang galt in der Regel, dass Kinder, die gemeinsam mit ihren Eltern beim illegalen Grenzübertritt erwischt wurden, zusammen mit diesen untergebracht wurden.
  • Die Regierung von Präsident Donald Trump hat diese Praxis mit der Einführung einer Null-Toleranz-Politik gegenüber illegalen Einwanderern beendet.

Die First Lady der USA, Melania Trump, hat in der US-Flüchtlingsdebatte zu mehr Mitgefühl aufgerufen. Mit Blick auf fast 2000 Kinder, die im Süden der Vereinigten Staaten getrennt von ihren Eltern festgehalten werden, ließ sie mitteilen, die USA sollten ein Land sein, das "mit Herz regiert". Ihre Sprecherin Stephanie Grisham erklärte, Trump "hasse es, Kinder getrennt von ihren Familien zu sehen". An die US-Politik gewandt hieß es, dass "sich die beiden Lager im Kongress endlich auf eine erfolgreiche Einwanderungsreform einigen sollen".

Die frühere First Lady, Laura Bush, kritisierte in einem Gastbeitrag für die Washington Post, die Praxis, Eltern und Kinder zu trennen, als "unmoralisch". Sie erkenne zwar an, "dass es nötig ist, unsere internationalen Grenzen zu stärken und zu schützen, aber diese Null-Toleranz-Politik ist brutal". Es breche ihr das Herz, teilte die extrem populäre Ehefrau des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush mit.

Bislang galt in der Regel, dass Kinder, die mit ihren Eltern beim illegalen Grenzübertritt erwischt wurden, zusammen mit diesen untergebracht wurden. Mit der Einführung einer Null-Toleranz-Politik gegenüber illegalen Einwanderern hat die Regierung von Präsident Donald Trump diese Praxis beendet.

Seither werden Menschen, die die Grenze zu den USA ohne gültige Papiere überqueren, festgenommen und strafrechtlich verfolgt. Das aber bedeutet, dass sie in Untersuchungshaft genommen werden müssen. Und da die US-Gesetze es verbieten, Kinder zusammen mit ihren straffälligen Eltern einzusperren, werden die Familien auseinandergerissen. Die Väter und Mütter kommen in Haft, die Kinder in Heime. In einem Zeitraum von sechs Wochen im April und Mai wurden so fast 2000 Kinder von ihren Eltern getrennt.

"Niemand sieht gerne Babys, die ihrer Mutter aus dem Arm gerissen werden"

Das Weiße Haus steht hinter dieser Politik - auch wenn eine Beraterin von US-Präsident Trump, Kellyanne Conway, im Sender NBC einräumte: "Niemand sieht gerne Babys, die ihrer Mutter aus dem Arm gerissen werden." Die Praxis wird von den Demokraten massiv kritisiert, ist aber auch in Trumps Republikanischer Partei umstritten, die traditionell die Familienwerte hochhält.

Im Repräsentantenhaus zirkulierten zwei Gesetzentwürfe zur Einwanderung, über die möglicherweise in der kommenden Woche abgestimmt werden soll. Der Präsident schiebt den oppositionellen Demokraten die Schuld für die Lage an der Grenze zu. Diese seien für ein geltendes Gesetz verantwortlich, das die Familientrennungen vorschreibe.

Ein Vorwurf, der in dieser Form nicht zutrifft. Es gibt zwar ein Gesetz aus der Obama-Zeit, das den Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Migranten regelt. So müssen diese zu ihrem Schutz umgehend von der Regierung in Obhut genommen werden, nachdem sie aufgegriffen werden. Allerdings zielte dieses Gesetz darauf, den Menschenhandel zu unterbinden und wurde für Kinder geschrieben, die ohne Eltern die Grenze überqueren. Für Kinder, die gemeinsam mit ihren Eltern über die Grenze kommen, gilt dies indes nicht.

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