USA Hätte Putin Trump in der Hand - wegen eines heiklen Videos?

Was der künftige amerikanische Präsident vor vier Jahren in Moskau in einem Hotel veranstaltet haben soll, könnte seine Privatsache sein - doch ein russischer Geheimdienst soll mitgefilmt haben.

Von Hubert Wetzel

Viele berühmte und reiche Leute, die in Moskau zu tun haben, steigen im Ritz Carlton ab. Im November 2013 verbrachte offenbar auch Donald Trump mindestens eine Nacht in dem Hotel. Von dieser Stelle an wird die Geschichte eklig.

Allerding muss man, bevor man weitererzählt, einige Anmerkungen machen. Erstens: Trump war 2013 noch kein Politiker. Er war Immobilienunternehmer, Hotelbetreiber und Fernsehstar. In Moskau war er, weil er dort die Wahl der "Miss Universe" ausrichtete, einen Schönheitswettbewerb, dessen Rechte er besaß. Er war weder der republikanische Präsidentschaftskandidat, noch gar der President-elect der Vereinigten Staaten.

Zweitens: Es gibt verschiedene Versionen dazu, was Trump in Moskau gemacht oder nicht gemacht hat. Die eine Version stammt aus einem Satz geheimer Dokumente, die seit Monaten in Washington herumgereicht, aber erst jetzt veröffentlich wurden. In diesen Dokumenten sind auf 35 Seiten detailliert die Beziehungen zwischen Trump und Russland aufgeschrieben. Nichts von dem - auch das muss man vorweg sagen -, was in diesen Dokumenten unterstellt wird, ist bislang belegt.

Und: Donald Trump selbst erzählt eine ganz andere Version der Geschichte. Er bestreitet alles, was in diesen Dokumenten steht.

Zurück nach Moskau im November 2013. Glaubt man den Dokumenten, dann passierte damals dies: Trump mietete sich im Ritz Carlton die Präsidententensuite und heuerte russische Prostituierte an, die für ihn eine Orgie auf diesem Bett veranstalteten. Die Einzelheiten sind unappetitlich, in den Dokumenten ist von "goldenen Duschen" die Rede, was, grob gesagt, Urinieren beim Sex bedeutet.

Wie gesagt: eklig, in den Augen der meisten Menschen vielleicht pervers, im Großen und Ganzen aber die Privatsache eines reichen Mannes, der in Moskau die Sau rauslässt.

Allerdings - und da wird die Sache politisch - sollen russische Geheimdienste Trumps Orgie mitgefilmt haben. Wenn das stimmen sollte, dann ist die russische Regierung in Besitz eines Videos, das den künftigen amerikanischen Präsidenten mit Sexarbeiterinnen zeigt. Eine heikle, weil kompromittierende Angelegenheit.

Der Rest der Dokumente ist dröger, aber politisch kaum weniger heikel. "Das russische Regime hat Trump seit mindestens fünf Jahren geholfen und unterstützt", heiß es in einem der Dokumente, das auf den 20. Juni 2016 datiert ist. "Das Ziel, von Putin abgesegnet, ist, Streit und Spaltung in das westliche Bündnis zu tragen."

Damit bestätigen die Dokumente offenbar genau das, was die US-Geheimdienste seit Monaten befürchten: dass die russische Regierung versucht hat, die amerikanische Präsidentenwahl zu manipulieren, um den verhassten Westen zu schwächen. Nimmt man die 35 Seiten ernst, ist Trump im Grunde kaum mehr als ein politischer Geschäftspartner von Wladimir Putin. Der Deal zwischen den beiden: Putin hilft Trump zu gewinnen; Trump macht als Präsident eine Politik, die Putin passt, unter anderem was die Ukraine angeht, die Nato oder auch Syrien.

Goldene Zeiten

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