USA Große Emotionen, kleine Änderungen

Barack Obama kündigt strengere Regeln für Waffenkäufe an. Dass er dabei eine Träne vergießt, ist die größere Sensation als die tatsächlichen Maßnahmen.

Schluchzen, Wimmern und enthemmtes Heulen sind in der Politik tabu. Doch ein, zwei edel rinnende Tränen haben von Ronald Reagan über Hillary Clinton bis zu Wladimir Putin noch keinem Großpolitiker geschadet. US-Präsident Barack Obama musste sich nun die Augen wischen, als er am Dienstag neue Waffenkontrollen verkündete und an die 20 erschossenen Grundschüler von Newton erinnerte. Die beständig steigende Zahl von Massentötungen in Schulen, Universitäten und zuletzt auch bei einer betrieblichen Weihnachtsfeier im kalifornischen San Bernardino hat Obama immer wieder in zornigen, emotionalen Reden angeprangert. In seiner Tränen-Rede verkündete Obama nun schärfere Regeln für den Umgang mit Schusswaffen. Vor allen Dingen sollen Käufer und Verkäufer von Waffen stärker von den Behörden durchleuchtet werden. 200 zusätzliche Ermittler sollen verhindern, dass Waffen in falsche Hände geraten, zudem sind strengere Kontrollen für Waffenkäufe im Internet geplant. Die Bestimmungen sollen ohne Zustimmung des Kongresses per Verordnung durchgesetzt werden. Obama betonte, dass er das verfassungsmäßige Recht auf Schusswaffenbesitz nicht infrage stelle. Dennoch wurden seine Pläne von den Republikanern scharf kritisiert.

(Foto: Mandel Ngan/AFP)