US-Präsident Obama hat eifrig für sein wichtigstes Projekt gekämpft. Doch am Ende war der Gesundheitsgipfel nicht mehr als ein Polittheater. Eine Einigung gab es nicht.
US-Präsident Barack Obama hat die Parteien aufgerufen, sich doch noch auf eine Gesundheitsreform zu verständigen. "Wir müssen Punkte der Gemeinsamkeit finden", sagte er in der mehr als siebenstündigen Debatte mit führenden Republikanern und Demokraten, die live im Fernsehen übertragen wurde. Die Gesundheitsreform ist Obamas wichtigstes innenpolitisches Vorhaben, ein Scheitern wäre ein schwerer Schlag für ihn.
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Barack Obama während des Gipfeltreffens: Scheitert die Reform, wäre das ein schwerer Schlag für seine Präsidentschaft. (© Foto: dpa)
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Bereits vor dem Treffen hatten führende Republikaner eine Einigung aber als "fast unmöglich" bezeichnet. Und das sollte sich am Ende auch bewahrheiten: In seiner Schlussansprache sagte Obama, beide Seiten würden darüber übereinstimmen, "dass wir Reformen auf dem Krankenversicherungsmarkt brauchen". Doch über die Einzelheiten gebe es "viele Differenzen".
Galoppierende Staatsverschuldung
In der Debatte hatte Obama zuvor gesagt, dass bisher "parteipolitische Erwägungen den gemeinsamen Nenner in den Hintergrund gedrängt" hätten. Es gehe nicht nur darum, 30 Millionen Amerikanern ohne Krankenversicherung endlich Versicherungsschutz zu verschaffen. Auch alle Versicherten bräuchten dringend die Reform. Die Versicherungsprämien würden sich im Laufe des kommenden Jahrzehnts verdoppeln, wenn nichts geschehe. Die Kosten für sie staatliche Krankenversicherungen für Alte und Arme seien die größten Einzelposten bei der galoppierenden Staatsverschuldung Amerikas.
Die Republikaner verlangten dagegen, die Reform völlig neu anzupacken. "Den Amerikanern passt dieser Gesetzentwurf nicht", sagte Eric Cantor, die Nummer Zwei der Republikaner im Repräsentantenhaus, "er sollte ganz neu geschrieben werden". Die Republikaner schlugen stattdessen einen Reformprozess in Einzelschritten vor, um die Kosten des Gesundheitswesens zu drücken. "Unser Land ist zu groß und zu kompliziert, um 17 Prozent der amerikanischen Wirtschaft auf einen Schlag neu zu regeln", sagte Senator Lamar Alexander. Die Demokraten lehnten den Vorstoß der Republikaner erwartungsgemäß ab.
"Am Ende der Fahnenstange angelangt"
"Die Amerikaner haben nicht die Zeit, dass wir noch einmal von vorn anfangen", sagte die Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi. "Viele sind am Ende der Fahnenstange angelangt." Obama warf den Republikaner sogar vor, Fakten bewusst zu verdrehen.
Der Präsident hegte offenkundig von vornherein weniger die Absicht, mit dem Treffen die Ablehnungsfront der Republikaner aufzubrechen. Vielmehr betrachtete das Weiße Haus die von der Opposition nicht ganz zu Unrecht als "politisches Theater" und "Fototermin" kritisierte Diskussionsrunde als Gelegenheit, die überaus skeptische US-Bevölkerung für die Reform zu erwärmen. "Mehr und mehr und mehr wird das amerikanische Volk erkennen, dass wir die Gesundheitsreform wirklich brauchen", sagte Senator Max Baucus. Eine klare Mehrheit der Amerikaner lehnt das Vorhaben laut Umfragen bisher ab.
Ungeachtet der Bemühungen am Donnerstag zeichnete sich indes ab, dass die Demokraten versuchen wollen, die Reform ohne Zustimmung der Republikaner durch den Kongress zu bringen. Zuletzt war das Gesetzgebungsverfahren in eine Sackgasse geraten, weil die Republikaner die Nachwahl für den Sitz des verstorbenen demokratischen Senators Edward Kennedy gewonnen hatten und seither über eine Sperrminorität im Senat verfügen.
Die kann indes in einem "reconciliation" genannten komplizierten Verfahren umgangen werden. Der Vorteil des Verfahrens wäre es indes, dass dafür nur jeweils einfache Mehrheiten in Senat und Repräsentantenhaus nötig wären. Im Senat zeichnete sich unter den Demokraten Zustimmung dafür ab. Nicht so klar ist es im Repräsentantenhaus. Dort hieß es, dass Obama endlich selbst die Verhandlungen in die Hand nehmen müsse, um eine Einigung bis spätestens Ostern zu erzwingen.
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(SZ vom 26.02.2010/dmo)
Szene München
Geniale Geschichte von der Sie schreiben mein Lieber....
Nur leider waren Sie wohl nur in Manhattan oder in Miami, wahrscheinlich eher noch auch nur im TV.
Wenn Sie die Armut in Amerika gesehen hätten wie Sie dort wirklich existiert, dann würden Sie die Philosophie der dortigen intellektuellen Elite auch besser verstehen. Es ist bei Ihnen offensichtlich wie mit vielen hier. " Einfach dem Geld folgen, bis es ausgegangen ist". Es wird schon wieder Neues gedruckt werden. Träumer der Freien Marktwirtschaft!
Wenn Sie US-Amerikaner verstehen wollen, dann gehen Sie mal längere Zeit in deren Land, sammeln Sie dort Eindrücke und plappern Sie nicht einfach nach, was Ihnen die deutsche Presse so über US-Amerika erzählt. Dann verstehen Sie vielleicht auch manche Dinge eher.
Abgesehen davon ziehen sich die meisten US-Amerikaner auch nicht ihre Hosen mit der Zange an. Und vieles, was Ihnen in Deutschland über die USA erzählt wird, ist einfach nur ein kleiner Bruchteil eines gesamten. Was nicht in's Bild passt, wird einfach weggelassen und der Rest als "Allgemeingültig" hingestellt.
Unaufhaltsam nähert sich der amerikanische Polit-Messias seinem Ende. Kein einziges seiner zahlreichen Wahlkampfversprechen hat er realisieren können. Unbegreiflich hingegen, wie sehr in Europa immer noch Leute glauben, diesem Luftikus die Stange halten zu müssen. Wie selektiv die Wahrnehmung ist, zeigt sich beispielsweise daran, dass praktisch die gesamte linke Presse, auch die Süddeutsche!, die neuerliche Unterstützung Obamas für die Kernenergie verschweigt, siehe dazu
http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/obama_akw_buergschaft_southern_1.4947009.html
Aber das passt halt nicht in das von den Linken selbst zusammengezimmerte Bild vom Polit-Messias
Quo usque abutere, möchte man rufen, patientia nostra !?
Nach Kohl kam Schröder und die SPD hat ihre Existenzberechtigung verloren. Nach Bush kam ein schlechter Schauspieler namens Obama und die Wall Street hat die Regierung zur Gänze übernommen unter der Maxime: Sozialismus für die Reichen.
dass völlig egal was er macht, für die REPs ist er der Feind, der bis zum Schluss - Ende der Amtszweit - mit allen demokratischen Mitteln ( hoffen wir) bekämpft wird.
Den REPs fehlt nur noch der charismatische rechtsextreme Kopf!
Obama ist nur noch ein Schatten seinerselbst.
Paging