Mit drastischen Worten wehrt sich US-Präsident Obama gegen die Unterstellung, mit seiner Gesundheitsreform ein "Todes-Gremium" zu schaffen.
In der Kontroverse um die Gesundheitsreform in den USA hat Präsident Barack Obama seine politischen Gegner scharf attackiert.
Der amerikanische Präsident Obama während einer Diskussionsveranstaltung in Portmouth, New Hampshire. (© Foto: Reuters)
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Bei einer Diskussionsveranstaltung in Portmouth, New Hampshire, rief er das Publikum dazu auf, nicht auf diejenigen zu hören, "die dem amerikanischen Volk Angst machen und es in die Irre führen".
Extreme Kritiker versuchten, "einen schwarzen Mann zu konstruieren, den es in Wahrheit nicht gibt", sagte er und rief zu einer sachlichen Debatte auf. In einer Demokratie müsse man in Ruhe miteinander reden können.
Obama wirft Gegnern Angstmacherei vor
Obama wandte sich damit ganz offensichtlich gegen die Anschuldigung der ehemaligen republikanischen US-Vizepräsidenten-Kandidatin Sarah Palin. Sie hatte jüngst behauptet, der Präsident wolle ein staatliches "Todes-Gremium" schaffen.
Dieses Gremium solle darüber entscheiden, wer es wert sei, in den Genuss von Gesundheitsfürsorge zu kommen. "Ein solches System ist geradezu böse", hatte Palin behauptet.
Vor den etwa 1800 Teilnehmern des "Townhall Meetings" warf Obama seinen Gegenspielern Angstmacherei vor und sagte: "Was wirklich Angst macht, ist die Situation, wenn nichts gemacht wird." Die Reform könne finanziert werden, ohne das hohe Haushaltsdefizit weiter zu vergrößern. Ausdrücklich warnte er dafür, die lange überfällige Reform zu dämonisieren.
Obama betonte weiter, die Reform wolle den Menschen auch nicht vorschreiben, zu welchem Arzt sie gehen müssen. Mit Blick auf Versicherungen und Pharmaindustrie warf er "speziellen Privatinteressen" vor, eine Reform verhindern zu wollen. "Jedes Mal, wenn wir nahe dran sind, eine Gesundheitsreform durchzusetzen, schlagen die speziellen Privatinteressen zurück."
Im Unterschied zu anderen Industriestaaten gibt es in den USA keine allgemeine Krankenversicherung; viele Amerikaner sind über ihre Arbeitgeber versichert. Obama will dies ändern. Die oppositionellen Republikaner kritisieren seine Pläne als staatliche Einmischung und zu teuer.
Die Neuordnung des Gesundheitssystems in den USA ist seit Jahrzehnten ein heißes Eisen.
Das Gesundheitswesen in den USA gilt als das weltweit teuerste, ärztliche Hilfe und Medikamente kosten in der Regel erheblich mehr als in Europa. Vor allem aber sind mehr als 46 Millionen der etwa 300 Millionen Amerikaner ganz ohne Versicherung.
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(AP/dpa/ehr/odg)
Die Ärzte in München
...und beschert einem ein hohes Alter.
Gestern wurde im am Fernsehen in einem Politik-Magazin über die Gesundheitsreform eine Statistik veröffentlicht, in der die Gesundheitssysteme vieler Länder (darunter alle großen europäischen Länder) in Relation gesetzt wurden mit
a) der Zufriedenheit der Einwohner mit ihrem Gesundheitssystem
b) der durchschnittlichen Lebenserwartung in den einzelnen Ländern.
Das Resultat für DE überraschte mich nicht: Die Deutschen zeichneten sich durch den höchste Klagefaktor aus (55% aller Deutschen unzufrieden mit ihrem Gesundheitssystem).Dabei die dritthöchste Lebenserwartung in der Welt. (Japaner auf Platz 1, Dänen auf Platz 2), dann die Deutschen.
Wie sagte meine Großmutter immer?
Wer lang ächzt, wird recht alt.Dito:Sich beschweren, erhält die Lebensgeister!
Und mehr als in der Betreffzeile wollte ich auch nicht kommentieren. Aber die SZ hat mit einem leeren Blatt unter der Überschrift Speicherungsprobleme...Und für alle, die meinen, ich spräche mich (in meinem letzten Beitrag) für die Möglichkeit aus, Schadensersatzprozesse in Millionenhöhe betreiben zu können, hiermit ein Dementi. Das Gegenteil ist der Fall.
so alt, dass Sie keine Privatversicherung mehr aufnimmt und die gesetzl. Versicherungen ihre Postings im Archiv-Speicher haben.
Die Amerikaner sind ein prozesssüchtiges Volk. Liegt wohl am Rechts- und Entschädigungssystem. Solange jeder Gierige beim geringsten Schaden ohne Risiko Millionenforderungen stellen kann, wird er einen Anwalt finden, der ihn auf der Basis 50 : 50 vertritt. Ich erinnere an die Kettenraucher, die die Tabakindustrie auf hunderte Millionen Schadensersatz verklagten.
Solange die USA dieses System behalten, werden sie ihre Gesundheitskosten nicht in den Griff kriegen, denn an den Regelungen verdienen die Versicherungsunternehmen Milliarden.
Dazu noch einmal mein Senf:
1.Beispiel GB und Anteil der Kosten am BSP: In meinem früheren Beitrag gestern habe ich darauf hingewiesen, daß gerade das Beispiel GB die Amerikaner verschreckt. (Es wird oft zitiert).In GB wird der Anteil am BSP kleingehalten, indem man Gesundheitsfürsorge nach der Kosten-Nutzenanalyse (die auch von Obama angestrebt wird) zuteilwerden läßt.Löblich in GB: Der Druck, der auf die Pharma-Industrie und deren Preise ausgeübt wird.
2.Beispiel:DE, dazu kann ich nichts sagen, lebe dort nicht mehr.Aber den Aufschrei möchte ich hören, der in DE laut würde, wenn wir in DE "britische Verhältnisse" hätten!(Diese kenn ich zufällig sehr genau aus eigener Erfahrung).
3.Beispiel:USA: Das System hier ist deswegen so ineffizient, weil es eine sehr teure Art und Weise ist, (für den einzelnen kostenlose) Gesundheitsfürsorge über die Ambulanzen der Kliniken zu betreiben. Nie erwähnt in deutschen Kommentaren (und Teil der neuen Gesetzgebung): Das sog. "tort law" (das abgemildert werden soll). Honorare für Ärzte sind u.a.deswegen so hoch, weil sie sich gegen die Unsummen von Schadensersatz versichern müssen, die Klägern in Fällen ärztlicher Kunstfehler (oder das, was sie dafür halten), zugesprochen werden (vergleichen Sie das mal mit DE und GB!). Und daß die Amis ein prozeßsüchtiges Völkchen sind, wissen wir ja aus dem McDonald-Prozeß (keine Warnung vor dem heißen Kaffee).
Ich finde es in den USA sehr erfrischend, wie hier öffentlich mit den Volksvertretern selber diskutiert wird. Und daß selbst Obama sich dieser Diskussion stellen muß.Aber das scheint für einige in DE schon sowas wie Majestätsbeleidigung.Man verzeihe mir den kleinen Seitenhieb, den ich mir nicht verkneifen kann.
Paging