Der US-Kongress ist wie gelähmt, die USA durchleben eine politische Depression. Auch Präsident Obama verzweifelt am System.
Er zählt zu den einhundert mächtigsten Politikern Amerikas. Vor 20 Monaten erst hätte Barack Obama diesen Mann beinahe zu seinem Vizepräsidenten gekürt - doch nun ist Evan Bayh, demokratischer Senator aus dem Bundesstaat Indiana, zum Ankläger gegen Washington geworden, zum Kronzeugen gegen das herrschende System.
Natürlich kann man Barack Obama Vorwürfe machen: Er führte zu selten, kungelte zu viel, hat seinen Anspruch aufgegeben, Washington zu erneuern. Doch geschaffen hat er die Zustände nicht. (© Foto: AP)
Anzeige
Als "hirntot" beschreibt der Senator den US-Kongress, die ganze Hauptstadt sei gefangen in der Agonie eines Parteienkampfes, der nur noch lähmende Konfrontation statt lösender Kompromisse produziere.
Gesundheitsgipfel als Polittheater
Bayh bündelt seine vernichtende Kritik in einem Beispiel: Wenn er demnächst als Privatmann wenigstens einen einzigen neuen Arbeitsplatz schaffe, dann werde er "mehr vollbracht haben als der gesamte Kongress in den letzten sechs Monaten".
Schlimmer noch als der Frust in den marmornen Hallen der Macht ist freilich die Wut, mit der das Volk vor den Toren Washingtons auf das System starrt. Gerade mal acht von 100 Wählern bekunden, ihr Abgeordneter verdiene seine Wiederwahl in den Kongress. Zwei von drei Amerikanern sehen ihre Nation in die falsche Richtung driften. Die Vereinigten Staaten, erschüttert von der schwersten Rezession seit drei Generationen, durchleben eine politische Depression.
Auch Barack Obama, das Staatsoberhaupt, verzweifelt am System. Seine Reformvorhaben - Gesundheit, Klimaschutz, Finanzmarktkontrolle - verrotten seit Monaten in den Katakomben des Kongresses. Ein Präsident ohne Erfolge ist schnell verschrien als gescheiterter Präsident.
Also sucht Obama nach Auswegen, vertagt das Thema Klimaschutz und bemüht sich um scheinbar Abwegiges wie jenen "Gesundheitsgipfel", der am Donnerstag Demokraten wie Republikaner für irgendeine Version von "Obama-Care" erwärmen sollte.
Das stundenlange Palaver im Weißen Haus muss als reines Polittheater verbucht werden, niemand erwartete ein plötzliches Happy End. Der vorrangige Zweck dieser Inszenierung bestand darin, einmal all jene republikanischen Nein-Sager auf offener Bühne vorzuführen, die ansonsten meist unerkannt im Kongress das komplexe Räderwerk der Gesetzgebung lahmlegen.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum die Blockadepolitik der Republikaner allein Obama und den Demokraten schadet.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
- Thema
- Barack Obama RSS
- USA: Gesundheitsreform Obamas Theaterstück 26.02.2010
- USA: Debatte um Gesundheitsreform Der letzte Anlauf 25.02.2010
- USA Palin geißelt Obamas Politik als "unmoralisch" 07.02.2010
- USA: Rede zur Lage der Nation Obama, Outsider mittendrin 28.01.2010
- Obama holt David Plouffe Ein Retter für den Retter 25.01.2010
- Barack Obama und Hamid Karsai Angespannte Annäherung 13.05.2010
- Politik kompakt Angriff auf die Kirche "aus dem Innern" 11.05.2010
"Undercover" bei Paketzusteller GLS
Obama hat während seines "Studiums" den Meister der Intriegen, Zbigniew Brzeziński, kennengelernt. Nun taucht dieser völlig unbekannte Obama als Präsidentschaftskandidat auf, wird mit Millionen Dollar aus der Wallstreet & Co unterstützt, verspricht das Übliche, wird Präsident und? - versagt !!?
Nein, Obama ist sehr erfolgreich, im Sinne seiner Gönner und Fädenzieher (wie Bush auch).
"Auch Barack Obama, das Staatsoberhaupt, verzweifelt am System. Seine Reformvorhaben - Gesundheit, Klimaschutz, Finanzmarktkontrolle - verrotten seit Monaten in den Katakomben des Kongresses."
Wenn Herr C. Wernicke dieses wirklich glaubt, kann ich ihm nur eine herausragende Einfalt attestieren. Noch bietet das Internet genügend Möglichkeiten sich zu informieren. Es gab viele, die vor Obama gewarnt haben, nur die Mainstreammedien nicht. Sie werden es auch nie tun.
Bilanz Obama:
-Ausweitung Krieg Afghanstan
-Ausweitung Krieg Pakistan
-Guantanamo funktioniert weiterhin
-US-Folterer werden nicht zur Rechenschaft gezogen
-neue Stützpunkte in Panama (2), Kolumbien (7), Rumänien, Bulgarien, Polen
-Besetzung Haitis
-weitere Indienststellung der 4. Flotte (Karibik)
-Raketenstationierung in Osteuropa und auf der Ostsee
-Sanktionen und Kriegdrohungen gegen Iran
-Aufrüstung im arabischen Golf
-Modernisierung der US-Atomwaffen
-alle Wahlversprechen sind Lügen
-..........
-Ohne Wort
Sicher war ihm bewusst, dass er für das "Aufräumen" der wirtschaftlich, chaotischen Hinterlassenschaft nicht mit Sonnenschein belohnt werden würde........., er zeugt schliesslich nicht gerade von einem "Traumtänzer"....
Diese Debatte sagt mehr über eine Gesellschaft aus als tausend weise Bücher.
Ein Land zwischen Hollywood und Drohnen.
..nachlesen bei Hegel, Marx (rückwärts, weil umgedrehter Hegel ;-).
Was da wohl wird?
Jeder Präsident der USA, spätestens seit JFK, ist eine Geisel der Strippenzieher aus dem Hintergrund, welche sich da FED, AIPAC, NY-Moneypeople, ÖL- und Waffenlobby nennen.
Eine Politik gegen deren Interessen ist längst nicht mehr möglich, denn diese haben längst die Mehrzahl aller Senatoren gekauft und was passiert wenn man dennoch deren Interessen gefährdet, hat man u.a. bei JFK gesehen.
Paging