Nach langem Streit beschließt das Repräsentantenhaus die Gesundheitsreform. Ein Sieg für Präsident Barack Obama - doch seine Hauptaufgabe ist eine andere.
Am Ende also hat es doch gelangt. Nach einer mäandernden, mehr als einjährigen Diskussion, nach Zugeständnissen hier und Nachbesserungen dort, deren Weiterungen nur Experten wirklich überschauen können, nach einer Zitterpartie bis zum Schluss hat das US-Repräsentantenhaus die Gesundheitsreform gebilligt. Nun kann Präsident Barack Obama das Reformgesetz unterschreiben und in Kraft setzen. Das ist von enormer Bedeutung für Amerika - und seine Präsidentschaft.
Das Repräsentantenhaus stimmt für die Gesundheitsreform - ein großer Erfolg für US-Präsident Barack Obama und seinen Vize Joe Biden. Aber vor ihnen liegt noch ein langer Weg (© Foto: AFP)
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Alles andere wäre einer Katastrophe für ihn gleichgekommen. Politisch brauchte er den Erfolg. Sonst hätten er und seine Partei, die Demokraten, wenig vorzuweisen, wenn im Herbst der Kongress neu gewählt wird. Wie sehr die Reform den Demokraten bei den Wählern indes wirklich helfen wird, ist keineswegs ausgemacht. Zu erbittert wurde die Diskussion geführt, als dass sich die aufgewühlten Gemüter schnell wieder beruhigen ließen. Noch lehnt eine Mehrheit der Bevölkerung die Reform ab. Der Präsident hofft, dass die Amerikaner die Vorzüge der Reform erkennen werden, nun da sie eingeführt wird. Das könnte sich als Wunschdenken erweisen.
Dabei ist die Reform von der Sache her zwingend geboten. Es ist ein Skandal, dass ein Sechstel aller Menschen in den Vereinigten Staaten ohne Krankenversicherung auskommen muss. Das bedeutet nur allzu oft, dass sie erst zum Arzt gehen, wenn es zu spät ist. Oder aber, dass Krankenkassen sich Patienten einfach entledigen, deren Behandlung ihnen zu teuer wird. Mit beiden Missständen räumt diese Reform auf. Und wenn die Berechnungen stimmen, wird sie auch die Kosten des ausufernden amerikanischen Gesundheitswesen eindämmen.
Zwar bei weitem nicht so weitreichend, wie es nötig wäre. Aber ein Anfang ist gemacht. Die Republikaner haben den Untergang des American Way of Life heraufbeschworen, das Ende des Selbstbestimmungsrechts des Einzelnen über das eigene Schicksal. Das ist eine groteske Verzerrung der tatsächlichen Absichten und Folgen der Reform und menschenverachtend gegenüber den Millionen, die sich im bisherigen System keine Versicherung haben leisten können.
Das Gezeter dürfte weitergehen, kaum dass die Tinte Obamas unter dem Reformgesetz trocken sein wird. Die Aktivisten der Tea-Party-Bewegung werden nicht nachlassen, die Reform als Teufelswerk zu brandmarken. Die Republikaner werden versuchen, sie im Wahlkampf auszuschlachten. Konservative Gouverneure wollen gegen die Reform klagen und deren Verfassungsmäßigkeit überprüfen lassen.
Obama darf indes die kommenden Wochen und Monate nicht darauf verwenden, die richtige und so wichtige Reform zu verteidigen. Er wird seinen Kritikern nur mit einem den Wind aus den Segeln nehmen können: Wenn er sich ohne Wenn und Aber erkennbar auf die Ankurbelung der US-Wirtschaft und die Schaffung neuer Arbeitsplätze konzentriert. Wenn ihm das gelingt, kann er hoffen, dass irgendwann die Mehrheit der Amerikaner die Notwendigkeit der Reform einsieht. Aber nur dann.
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(sueddeutsche.de/mel/mati)
Bundespräsident Gauck
...sondern weil das meiste Geld wie auch bei allen anderen Wirtschaftszweigen in den USA bei den Machern, Absahnern und Großaktionären der Versicherungsgesellschaften und der "Pillenkonzerne" verschwindet.
Obwohl die USA angeblich wesentlich mehr als die meisten Vorzeige-Sozialstaaten pro Versichertem ausgeben, müssen die Versicherten trotzdem stets Angst haben, dass sie ihre notwendigen Behandlungen nicht bekommen oder durch Krankheit direkt in die Armut abrutschen.
Einem Kapitalisten, dessen Rendite größer wird, wenn möglichst wenige Kranke behandelt werden und wenn sie möglichst billig behandelt werden, wird auch dementsprechend gegen seine Versicherten vorgehen. Wie sonst?
In Deutschland lässt sich übrigens der Wunsch nach einer ähnlichen Entwicklung auch bei einigen Parteien feststellen! Noch nicht aufgefallen?
Dichten dir Löcher
UND
Denken=Irren
ER-Kennen is lösend und ER-fühllend ;-)
Man merkt, wir sind ein Volk der Dichter und Denker.
Der Kampf gegen ... is geschührt von der ANGST und so is sie IMMER im Mittelpunkt unsichtbar - belastend - frierend
Du hast so viel ANGST vor IHR dass du gleich dagegen loslegst und mit Worten abwehrst
Nur nich fühlen
Ich ER-kenne SIE in allen IHREN Facetten ;-)
Das bedarf wohl einer Klärung? Nicht alles dreht sich in unserem Leben um die Angst, auch wenn jede Versicherung auch unsere Ängste anspricht. Der Kranheit kann man durch medizinische Versorgung entgegentreten und krank wird jeder mal. Das hat nichts mit Angst, sondern mit Realismus und fiskalischer Vorsorge zu tun.
Paging