Sarah Palins Biografie bei Wikipedia wurde vor ihrer Nominierung zu John McCains Vizepräsidentschaftskandidatin verschönert - der Verdacht fällt auf das Wahlkampfteam.
Sarah Palin hat einen Schönheitswettbewerb gewonnen. Sie spielte erfolgreich für das Basketballteam ihrer Schule und hat als Bürgermeisterin sogar ihr eigenes Gehalt gekürzt.
Bild vergrößern
Sarah Palins Wikipedia-Biografie wurde kurz vor ihrer Nominierung aufgebessert. (© Foto: Reuters)
Anzeige
Ihre englische Wikipedia-Biografie erzählt viel über die Vizepräsidentschaftskandidatin der Republikaner. Und vor allem zu viel Positives zum rechten Zeitpunkt - glauben Kritiker.
Wikipedia-Mitglieder, amerikanische Blogger und auch die New York Times werfen dem User YoungTrigg vor, die Online-Enzyklopädie für politische Zwecke missbraucht zu haben.
YoungTrigg hatte einen Tag vor der Bekanntgabe von Palins Vizepräsidentschaftskandidatur rund 30 Änderungen an deren Wikipedia-Biografie vorgenommen und Palin so in positives Licht gerückt.
Der Verdacht, das republikanische Lager wolle so Wahlkampf betreiben, liegt nahe. Wer sich über die Gouverneurin aus Alaska informieren möchte, landet fast immer bei Wikipedia - schließlich erscheint der Artikel sofort, wenn man Sarah Palin bei Google sucht. Nach Angaben der New York Times wurde Palins Wikipedia-Biografie am Freitag, nachdem ihre Nominierung bekannt geworden war, 2,4 Millionen Mal aufgerufen.
Auch auf der Wikipedia-Seite von Joe Biden, dem Running Mate von Barack Obama, war nach seiner Nominierung am 23. August viel los. Mehrere hundert Änderungen wurden an der Online-Biografie vorgenommen - allerdings nachdem seine Kandidatur bekannt wurde. Am Tag zuvor gab es keine Auffälligkeiten. Außerdem stach im Gegensatz zu Palins Biografie kein Mitglied besonders hervor. Die Demokraten scheinen die naheliegende Manipulationsmöglichkeit also nicht genutzt zu haben - oder Bidens Seite wurde schon früher frisiert.
Verdächtige Namensgebung
Bei Wikipedia kann jeder User Artikel schreiben und verändern und auf diesem Weg Informationen an ein Millionenpublikum verbreiten - unter einem frei erfundenen Namen, der normalerweise keinen Verdacht aufkommen lässt.
Das sorgte nicht nur in den US-Medien, sondern auch im Wikipedia-Netzwerk für Diskussionen über die Neutralität des Artikels.
"Lasst uns ehrlich sein", kommentiert ein Wikipedia-Mitglied den Text, "es besteht fast kein Zweifel, dass entweder die McCain-Kampagne oder jemand, der Palin nahe steht, für diese skrupellose Beschönigung der Geschichte verantwortlich ist." YoungTrigg wird nicht nur vorgeworfen, Positives eingefügt zu haben, es sollen auch negative Sätze über Palins politische Laufbahn entfernt worden sein.
YoungTrigg, der Name des ominösen Palin-Chronisten, erhöhte jedoch die Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit: Palins im April geborener Sohn heißt Trig.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie sich YoungTrigg als Republikaner zu erkennen gibt - und wie er sein Tun rechtfertigt.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
- McCain-Vize Palin Republikanische Schönheitsfehler 02.09.2008
- McCains Vize Republikaner feiern Sarah Palin 29.08.2008
- McCains Kandidatin Coup mit konservativer Reformerin 30.08.2008
- Sarah Palin: Ihr Leben in Bildern Power trotz Pannen 09.02.2010
- Das neue britische Kabinett Camerons Balanceakt 17.05.2010
- Regierungswechsel in Großbritannien Eine britische Revolution 14.05.2010
- David Cameron Der neue Blair - Premier war das Mindeste 12.05.2010
Debatte über Militäreinsatz in Syrien
Die Frau hat meiner Meinung nach noch viel mehr Dreck am Stecken aber in Amerika lässt sich vor allem eines gut vertuschen und zwar die Wahrheit.
03.09.2008 13:23:45
yarx: @unkrautex
Herrr/Frau unkrautex, meine Kommentare sind das Substrat aus Lebenserfahrung und Gedanken und hat gar nichts mit Links oder Rechts zu tun. Haben Sie in den USA gelebt und gearbeitet wie ich?
yarx
Ich habe nicht nur, ich lebe immer noch da.
Daher mein Substrat siehe oben.
Danke
yarx: Verschönert?
Herrschafften bitte seid Ihr noch zu retten, die Frau ist ein Mensch wie wir alle und hat eine Biographie eben wie wir alle und noch dazu fünf Kinder und jetzt wird Sie auch noch Oma, also wie Hypokratisch können Menschen noch werden um einen anderern fertig zu machen, merkwürdig, Mobbing?
Ihre Komentare gehen alle in dieselbe Richtung Frau/Herr yarx.
Rechts = alles gut
Links = aufschrei
Jell-O: An:NetFiddler: Der Desinformationskrieg tobt
Sehr geehrter Herr NetFiddler (trotz Ihres Pseudonyms besteht hier kein Zweifel darüber, dass Sie mit 'Herr' anzusprechen sind), den vorletzten Absatz Ihres Beitrags hätten Sie sich sparen können, sollen... MfG.
Endschuldigung.
Leider kann ich den Link auf die Schnelle nicht finden. Aber Mr Mc scheint das auch gemerkt zu haben.
Youtube hat das schon Dokumentiert.
Jeder kann (und soll) beitragen, aber natürlich nur ungeschönte Wahrheiten und nachweisbare Fakten.
Um dieser Eintragungswut "wohlmeinender" Fans oder der Gegner, aber auch übereifriger Tester Einhalt zu gebieten, wurde das System für den .de-Bereich ein wenig überarbeitet. Ehe man grundsätzlich unbeschränkt eintragen darf, muss man erst über kontrollierte Beiträge die nötige Sachkunde und Ernsthaftigkeit nachweisen. Auch wenn das keine 100-prozentige Gewähr gibt und damit das ursprüngliche Prinzip in seiner grenzenlosen Freiheit eingeschränkt wird, war dies eine sinnvolle Maßnahme, - selbst wenn hier gleich wieder ein paar Leute ihr Lieblingsthema aufgreifen: Zensur. Leider fühlten sich die (deutschen) Gestalter zu diesem Schritt genötigt, um nicht den ganzen Tag mit Kontrollen und Berichtigung falscher Eintragungen zuzubringen. Nicht zuletzt wohl auch, weil sich mit steigender Popularität der Wissenbasis jedes Magazin, aber auch Provinzblatt plötzlich berufen fühlte zu testen, wie schnell die 10 eingebauten Fehler gefunden und korrigiert wurden. 10 x wie_viele_Medien? Eine Zeit lang war wohl Wikipedia damit nahe am Absurden.
Natürlich würde so eine Kontrollfunktion nicht mit Sicherheit Manipulationsversuche oder ehrlich gemeinte, aber nicht nachweisbare Verbesserungen nach dem Hörensagen verhindern, aber doch ein wenig erschweren.
Mich fasziniert ja nur, wie sich immer wieder derart "Strenggläubige" die Übertretung ihrer nicht haltbaren Forderungen an sich selbst, aber überwiegend die Anderen schönreden.
Andererseits ist es natürlich traurig, das in den Wahlkämpfen mehr und mehr eher unrelevante Sachen eine Rolle spielen. Jeder mit Kindern (im Umfeld) weiß, dass man denen "predigen" kann, was man will, - sie wollen's besser wissen oder machen sogar extra das Gegenteil. Ein Rückschluss auf elterliche Qualitäten ist da sicher nur bedingt möglich.
Paging