Kehrtwende der Kehrtwende: US-Präsident Obama will künftig doch auf Militärtribunale zurückgreifen. Die Verdächtigen sollen aber mehr Rechte erhalten. Menschenrechtler sind empört.
Es droht neuer Streit zwischen Barack Obama und den Liberalen in seiner Partei: Nach Medienberichten will der US-Präsident am heutigen Freitag die Wiedereinsetzung der umstrittenen Militärtribunale gegen Terrorverdächtige im Gefangenenlager Guantánamo bekanntgeben. Das berichtete der Sender CNN unter Berufung auf Regierungskreise.
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Er setzt nun doch auf Militärtribunale: US-Präsident Barack Obama. (© Foto: AP)
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Obama hatte die von seinem Vorgänger George W. Bush eingeführten Verfahren bereits kurz nach seiner Amtsübernahme zunächst bis zum 20. Mai aussetzen lassen. Wie es hieß, sollen die Verfahren nun gegen einzelne Verdächtige mit verbesserten juristischen Bedingungen für die Angeklagten wieder aufgenommen werden. Zu diesen Männern gehört auch Scheich Mohammed, der selbsternannte Kopf der Anschläge vom 11. September, der Foltermethoden wie Waterboarding ausgesetzt war.
Nach Angaben der drei namentlich nicht genannten Regierungsvertreter sollen für die Verdächtigen künftig die rechtsstaatlichen Grundsätze gelten, wie sie Obama bereits bei der Einführung der Tribunale unter der Bush-Administration gefordert hatte. Dazu gehöre, dass Aussagen, die unter Folter gemacht wurden, nicht mehr zugelassen werden und Beweise, die auf Hörensagen beruhen, nur noch unter verschärften Bedingungen verwendet werden dürfen.
Nochmals 120 Tage
Der US-Präsident wird laut New York Times den Kongress zunächst um eine Verlängerung der Aussetzung von neun Verfahren um weitere 120 Tage bitten. Das sei nach Informationen von Regierungsbeamten notwendig, um dem Kongress genügend Zeit zu geben, die geplanten Änderungen gesetzlich festzuzurren.
Schon Anfang Mai hatte die New York Times berichtet, Obama werde möglicherweise doch auf die Militärtribunale zurückgreifen, obwohl er sie während seines Wahlkampfes im vergangenen Jahr heftig kritisiert hatte. Verteidigungsminister Robert Gates, der schon unter Bush dieses Amt innehatte, erklärte jüngst vor dem Kongress, die Tribunale seien "immer noch eine Option". Die oppositionellen Republikaner hatten die Aussetzung der Tribunale scharf kritisiert.
Unter Bush hatte der Kongress die Tribunale im Jahr 2006 für die Verfahren gegen die Insassen des Gefangenenlagers Guantánamo auf Kuba geschaffen. Vor den Tribunalen haben Angeklage im Vergleich zu den US-Zivil- und Militärgerichten deutlich eingeschränkte Rechte.
Kritik von Bürgerrechtlern
In einer seiner ersten Amtshandlungen hatte Obama die Guantánamo-Verfahren ausgesetzt, um das System der Tribunale zu prüfen. Zugleich kündigte er die endgültige Schließung von Guantánamo bis zum Jahr 2010 an. Derzeit sitzen dort noch etwa 240 Häftlinge ein, die Freilassung von rund einem Viertel von ihnen wurde bereits genehmigt.
Menschenrechtsgruppen hatten sich bereits am vergangene Wochenende nach ersten Spekulationen über eine mögliche Wiedereinsetzung der Tribunale in der Presse enttäuscht von Obama gezeigt und massiven Widerstand angekündigt. Nach Ansicht des Vorsitzenden der größten US-Bürgerrechtsgruppe ACLU, Anthony Romero, beruhen die Tribunale auf verfassungswidrigen Grundlagen und zielen darauf ab, "Schuldsprüche sicherzustellen, keine fairen Prozesse".
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(sueddeutsche.de/AFP/dpa/mati/af)
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Putin, der "Alpha-Rüde"
Politiker und ihre Pannen
auch die anmassung das er als president und nur er kann entscheinden und nicht gerichten und richtern ,über der status von "verschleppten",
also das sein amt mindestens zwei staatgewalten beeinhält zeigt
das rechtverstädnis von obama. aber auch die rechtsordung in der usa
presidential einklasse diktatur
...die ich jetzt empfinden könnte, weil sich Obama schneller und nachhaltiger decouvriert als ich das schon während seines Wahlkampfes befürchtete (deshalb wütend angegriffen von den meisten damaligen Foristen) - mit seinen unmöglich einzulösenden Versprechen in der nett aufgemachten Mogelpackung, die uns der von Werbestrategen geschickt aufgepeppte Strahlemann ziemlich bedenkenlos andrehte, um erst mal alle Gegner aus dem Feld zu schlagen - diese Schadenfreude "Schaut, ich habs ja schon immer gesagt!" - kann ich jetzt gar nicht empfinden. Viel lieber hätte ich unrecht gehabt.
Jedenfalls ist er aus meiner Sicht falsch.
Daraus abzuleiten "Von "Change" ist jedenfalls nicht sehr viel zu bemerken." halte ich aber auch für falsch.
Ist Mr Bush wirklich schon in Vergessenheit geraten?
Obama ist nicht der Nachfolger von Jesus und ebenso wenig ein Heilsbringer, aber er ist eine Hoffnung.
Und ich möchte diese Hoffnung auch nach dieser Entscheidung nicht aufgeben.
Die Hoffnung allerdings, dass sich ungefähr 50 % der US-Amerikaner für Dinge interessieren, die außerhalb der USA stattfinden, habe ich (fast) aufgegeben.
in Obama`s Aussage die Folterdokumente nicht feizugeben, begründet mit angeblicher Gefahren für US-Soldaten in umkämpften Gebieten und nun die Rückkehr zu Menschenrechts verachtenden Tribunalen schürrt mit Sicherheit mehr
ANTI-US-STIMMUNG
als eine tarnsparente Aufklärung der Folter, aber hier wird sicher befürchtet das es am Ende keinen anderen Ausweg gibt als die ehemalige Administration in Den Haag den Prozess zu machen.
Er ist halt auch nur eine Marionette und durch Ihn werden die Verbrechen nun nur smarter verpackt.
Um die Wahrheit über 9-11 zu erfahren, schlage ich ein paar Minuten "Waterboarding" für Bush, Rice und Cheney vor. Öffentlich und Live im TV übertragen. Ich glaube die Welt würde sich wundern, was sie da zu hören bekommt.
Paging