Früherer US-Vizepräsident Cheney nennt CIA-Folterbericht "Müll"

Von Reue keine Spur: der frühere US-Vizepräsident Cheney.

(Foto: AFP)
  • Brutal und ineffizient - zu diesem Ergebnis kommt der Senatsbericht zu den Foltermethoden der CIA. Der frühere Vizepräsident Cheney nennt das "Müll".
  • In einem Interview mit dem Sender Fox zeigt Cheney keinerlei Reue. Im Gegenteil.
  • Den damaligen Präsidenten Bush belastet Cheney schwer. Dieser sei über die Einzelheiten der Foltermethoden von Anfang an informiert gewesen.

Cheney zu CIA-Folterbericht: "voller Müll"

Der frühere US-Vizepräsident Dick Cheney hat den Senatsbericht über die Foltermethoden der CIA mit drastischen Worten kritisiert. Der Bericht sei nicht nur "schwer fehlerhaft", sondern "full of crap" - voller Müll, sagte Cheney dem Sender Fox News.

Der US-Senat hatte seinen Bericht am Dienstag vorgestellt. Die Ermittler kommen zu dem Schluss, dass Terrorverdächtige nach den Anschlägen vom 11. September 2001 weit brutaler gefoltert wurden als bislang bekannt. Und dass die CIA dabei kaum Informationen gewann.

Cheney, der damals an der Seite von Präsident George W. Bush in der Verantwortung stand, widersprach heftig: "Wir taten damals exakt das, was notwendig war, um die Schuldigen für den 11. September zu schnappen und einen weiteren Anschlag zu verhindern", sagte er Fox News. "Wir waren in beiden Teilen erfolgreich." Die Senatsermittler hätten sich nicht einmal die Mühe gemacht, Schlüsselfiguren, die in das Programm eingebunden waren, zu befragen, schimpfte der frühere Vizepräsident.

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Was wusste Bush?

Womöglich wäre dann herausgekommen, dass der damalige Präsident Bush mehr wusste, als in dem Bericht steht. Darin heißt es, Bush sei erst 2006 - vier Jahre nach dem Start des Programms - über Einzelheiten der Foltermethoden informiert worden, und er habe sein "Unwohlsein" darüber zum Ausdruck gebracht.

Cheney zufolge sei der damalige Präsident "ein integraler Teil des Programms" gewesen und hätte ihm zustimmen müssen. Wörtlich sagte er: "Wir diskutierten die Techniken. Es gab von unserer Seite keine Anstrengungen, ihn da rauszuhalten."

Cheney zeigt keinerlei Bedauern

Bedauern darüber, dass etwa 9/11-Chefplaner Khalid Sheikh Mohammed 183 Mal dem sogenannten Waterboarding unterzogen wurde, ließ Cheney nicht erkennen. "Was hätten wir tun sollen? Ihn auf beide Wangen küssen und sagen: 'Bitte, bitte, sag uns, was du weißt? Bestimmt nicht'."

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