Das Ende der Leichtigkeit: US-Präsident Barack Obama hat ein strenges Tabakgesetz in Kraft gesetzt - gegen den beharrlichen Widerstand der Tabaklobby.
US-Präsident Barack Obama hat am Montag ein deutlich verschärftes Gesetz zur Regulierung der Tabakindustrie in Kraft gesetzt. Zigaretten dürfen in den USA künftig nicht mehr als "light" angepriesen werden, alle Schachteln müssen mit großen Warnbildern versehen werden und eine Bundesbehörde kann der Tabakindustrie künftig den Nikotingehalt der Zigaretten diktieren.
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US-Präsident Barack Obama unterzeichnet das deutlich verschärfte Gesetz zur Regulierung der Tabakindustrie. (© Foto: dpa)
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"Es ist ein Gesetz, das amerikanische Leben retten wird", sagte Obama bei der Unterzeichnung des Gesetzes im Rosengarten des Weißen Hauses.
"Der seit Jahrzehnten andauernde Kampf zum Schutz unserer Kinder vor den schädlichen Wirkungen des Rauchens hat sich endlich siegreich gezeigt", sagte Obama. Der Präsident spielte auch auf seinen ganz persönlichen Kampf gegen den Tabak an. Er sei als Jugendlicher verführt worden. "Ich weiß, wie schwierig es ist, diese Gewohnheit wieder zu durchbrechen", sagte Obama.
Senat und Repräsentantenhaus hatten dem Gesetzentwurf in der ersten Junihälfte bereits mit großen Mehrheiten zugestimmt. Es handelt sich um das schärfste Gesetz gegen die Tabakindustrie seit der offiziellen Feststellung der US-Gesundheitsbehörden vor 45 Jahren, dass Rauchen zu Lungenkrebs führen kann. Demnach kann die Aufsichtsbehörde für Lebensmittel- und Medikamentensicherheit (FDA) Auflagen für die Bestandteile von Zigaretten und anderen Tabakprodukten detailliert vorschreiben.
Jährlich sterben 400.000 US-Bürger an den Folgen des Rauchens
Sie kann geschmackliche Zusatzstoffe verbieten, mit denen vor allem Jugendliche zum Rauchen animiert werden sollen, und sie kann die Werbung für die Produkte "light" oder "mild" untersagen, weil damit offensichtlich das Gesundheitsrisiko heruntergespielt werden soll.
Auch Werbung, die sich an Jugendliche richtet, soll verboten werden können. Die FDA kann allerdings Zigaretten nicht pauschal verbieten, und sie kann den Nikotingehalt auch nicht auf null reduzieren. Der frühere US-Präsident George W. Bush hatte ein schärferes Anti-Raucher-Gesetz stets abgelehnt.
Nach amtlichen Statistiken sterben jährlich 400.000 Amerikaner an den Folgen des Rauchens. Zusätzlich entstehen dem Gesundheitssystem jährlich 100 Milliarden Dollar Kosten wegen Erkrankungen infolge von Tabakkonsum.
- USA: Neues Anti-Raucher-Gesetz Auf der Kippe 13.06.2009
- "Light"-Zigaretten Das Ende der Leichtigkeit 12.06.2009
(AP/segi)
UN-Tourismusorganisation
Ihr "In Deutschland" muss "in der EU" heissen, weil in Deutschland schon lange keine Gesetze mehr gegen Industrielobbies möglich sind.
Bezüglich der Tabakindustrie sei auf den eigenartigen Verzicht Deutschlands verwiesen, ein Rauchverbot in Gaststätten bundeseinheitlich in den Arbeitsschutzgesetzen zu regeln. Statt dessen wurde es als Gesundheitsthema an die Länder delegiert. Mit den bekannten Folgen.
(Dass es überhaupt zu einer Einschränkung kam, ist übrigens keinesfalls deutschen Politikern zu verdanken - man musste eine EU-Vorgabe umsetzen ...)
Herr Tinus77, die Lobbyverstrickungen möchten Sie doch nicht ernsthaft leugnen. Ich erinnere mich an Herrn Norbert Röttgen (CDU), der seinerzeit (2006) als Fraktionsvorsitzender einen Vorschlag in die Diskussion einbrachte, der sich fast 1:1 mit dem Positionspapier des inzwischen aufgelösten VdC (Verband der Cigarettenindustrie) deckte - übrigens inklusive Tipp- und Rechtschreibfehlern!
Das ist keine obskure Verschwörungstheorie, sondern eine Abteilung mit einem ordentlichen Etat! Ohne Lobbyismus ist dieser Industriezweig nicht zu halten.
Beobachtet man die Entwicklung hier in Deutschland, kann man erkennen, dass seitdem Gesetze schließlich eingeführt wurden, es auch tatsächlich Alternativen gibt, die man als Nichtraucher wählen kann. In den meisten Speiselokalen ist inzwischen rauchfrei und auch eine nette Kneipe oder ein gemütliches Café lassen sich finden, in denen man nicht dem Rauch anderer Leute ausgesetzt ist.
Ich sage das nur ungern, aber es scheint, dass gesetzliche Einschränkungen die einzige Methode sind, um tatsächlich öffentlich zugängliche Räume vom Rauch zu befreien. Zu weit ginge allerdings ein Totalverbot; hier - aber erst hier - würde ich die Freiheitsbeschränkung ansetzen, über die sich eine große Zahl Raucher beschwert haben.
Lustige Kommentare. Nur zur Info: In Deutschland ist es schon seit 2003 die Bezeichnung "light" verboten. An ihren Vorwürfen ist offensichtlich nicht das geringst dran. Auch interessant: Solch haltlose Vorwürfe erhalten auch noch grüne Bewertungen. Amüsant.
"US-Präsident Barack Obama hat am Montag ein deutlich verschärftes Gesetz zur Regulierung der Tabakindustrie in Kraft gesetzt. Zigaretten dürfen in den USA künftig nicht mehr als "light" angepriesen werden, alle Schachteln müssen mit großen Warnbildern versehen werden und eine Bundesbehörde kann der Tabakindustrie künftig den Nikotingehalt der Zigaretten diktieren."
Das nenn ich mal positiven Aktionismus! In Deutschland wäre dies nicht zu realisieren, da Profitgier bzw. Lobbyismus und Politik zu sehr verstrickt.
Paging