Das FBI leidet unter Persnalmangel. Einem Bericht der New York Times zufolge fehlen der US-Bundespolizei Agenten zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität. Denn Präsident George W. Bush investierte lieber in die Terrorbekämpfung - obwohl die US-Bundespolizei bereits 2004 vor der drohenden Hypothekenkrise gewarnt hatte.

Dem FBI geht das Personal aus - zumindest wenn es um die Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität geht. Das berichtet die New York Times in seiner Sonntags-Ausgabe unter Berufung auf aktuelle und frühere FBI-Beamte.

FBI George W. Bush, AP

George W. Bush soll einem Zeitungsbericht zufolge dem FBI Finanzmittel zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität verwehrt haben. (© Foto:)

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Diese, so die Zeitung, berichteten, dass nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 mehr als 1800 Beamte aus Abteilungen zur Kriminalitätsbekämpfung abgezogen worden sind, um sie für die Terrorismusabwehr sowie für geheimdienstliche Aufgaben einzusetzen.

Demnach ist seit 2001 ist die Zahl der FBI-Mitarbeiter im Bereich Wirtschaftskriminalität um 600 oder mehr als ein Drittel reduziert worden. Die Folge: Die Zahl der Anklagen gegen Finanzinstitute habe sich deshalb von 2000 bis 2007 halbiert, die Strafverfolgungen von Versicherungsbetrug seien sogar um 75 Prozent gefallen.

FBI warnte bereits 2004 vor der Hypothekenkrise

Das FBI warnte der Zeitung zufolge bereits seit 2004 vor einer drohenden Hypothekenkrise und bat die Regierung wiederholt vergeblich um die Finanzierung entsprechender Ermittlungen.

Bush sei mehrere Male um eine Aufstockung des FBI-Etats für die Verbesserung der Bekämpfung von Straftaten ersucht worden, die nicht in Verbindung mit dem Terrorismus stehen. Jedes Jahr seien diese Forderungen aber abgelehnt worden. Die Politik sei auf die Terrorbekämpfung fixiert gewesen, schrieb die Zeitung.

Den Zustand des Mangels will die US-Bundespolizei nun nicht mehr hinnehmen: Das FBI plane jetzt, die Zahl ihrer Ermittler für Fälle von Wirtschaftskriminalität zu verdoppeln. Dafür sollen Hunderte von Agenten versetzt werden. Im US-Justizministerium frage man sich indes, so die New York Times, wo diese Mitarbeiter herkommen sollen und ob diese Maßnahmen überhaupt ausreichen würden.

Neben den Ermittlungen im Fall der Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac sowie der Versicherungsgesellschaft AIG (American International Group) und der in die Insolvenz geratenen Investmentbank Lehman Brothers hat das FBI nach Angaben der New York Times mehr als 1500 Ermittlungen im Zusammenhang mit der Hypothekenkrise eingeleitet.

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(sueddeutsche.de/dpa/Reuters/bica/ssc)