Diplomatische Stippvisiten in Berlin, Paris und London: Mit einer Europa-Reise will sich US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama außenpolitisch profilieren
Nun also kommt er doch. Bislang hatte es so ausgesehen, als würde Barack Obama vor der Wahl zwar mit Sicherheit und aus naheliegenden Gründen nach Bagdad fahren, Berlin aber trotz aller Spekulationen über eine Visite doch eher links liegen lassen.
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Und er kommt doch: Barack Obama, demokratischer US-Präsidentschaftsbewerber, will durch Europa reisen (© Foto: AP)
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Das ist nun anders. Und das hat gute Gründe, die weniger in Deutschland oder Europa, aber umso mehr im amerikanischen Wahlkampf zu suchen sind.
Am Wochenende jedenfalls gab der demokratische Präsidentschaftsbewerber bekannt, dass er eine Gewalttour durch den Nahen Osten und nach Europa unternehmen werde. Er wird Israel und Jordanien besuchen, Berlin, Paris und London.
"Dieser Trip wird für mich eine wichtige Gelegenheit darstellen, die Lage in Ländern einzuschätzen, die von kritischer Bedeutung für die nationale Sicherheit Amerikas sind, und mit einigen unserer engsten Freunde und Alliierten über die Herausforderungen zu konsultieren, denen wir uns gemeinsam gegenübersehen", heißt es leicht gestelzt in einer Erklärung Obamas zur bevorstehenden Reise. Schon vor Wochen hatte er angekündigt, auch Afghanistan und den Irak besuchen zu wollen. Wann diese Reisen stattfinden werden, ließ er offen.
Wann immer Obama kommt: Alle werden sich ein Bein ausreißen, ihn zu sehen, auch mitten in der Urlaubssaison. Immerhin ist es nicht ganz unwahrscheinlich, dass dieser charismatische Mann der nächste, der erste schwarze Präsident Amerikas sein könnte. Und all diese Bilder von den Handshakes und Tête-à-têtes mit ausländischen Staatsführern werden nur einem Zweck dienen - aus der Sicht von Obamas Wahlstrategen. Nicht so sehr, dass er sich der Welt bekannt macht. Das hätte aus ihrer Sicht ruhig warten können.
Nein, es soll einzig und allein dem amerikanischen Wahlvolk demonstrieren, dass das, was die Republikaner herausposaunen, Unfug ist: Dass ihr Mann keine Erfahrung in der Welt hat und Außenpolitik erst noch lernen müsste - ganz im Gegensatz zum routinierten und weltgewandten John McCain. Nur deshalb wird Obama so kurz vor der Wahl noch ins Ausland reisen.
Israel und Jordanien stehen auf Obamas Programm, um sein Engagement für den Friedensprozess in der Nahost-Region zu unterstreichen. Mit Berlin, Paris und London hat das Team des Kandidaten schlicht die drei wichtigsten diplomatischen Adressen in Europa herausgesucht.
Deutschland selbst kennt Obama nicht. Dennoch hat er einen sehr persönlichen Eindruck von diesem Land mitten in Europa - von seiner kenianischen Halbschwester Auma vermittelt. Und deren Bild von Deutschland ist höchst zwiespältig. Zumindest berichtet Obama von ihren "Unannehmlichkeiten und Widrigkeiten" in Deutschland in seinem ersten autobiographischen Buch "Ein amerikanischer Traum".
"Ich habe kein Recht, mich zu beschweren", zitiert er darin seine Schwester, die in den achtziger Jahren in Heidelberg Linguistik studiert hat. Sie habe ein Stipendium, eine Wohnung. Dennoch gefalle es ihr nicht wirklich. "Weißt du, die Deutschen halten sich für sehr liberal, was Afrikaner angeht." Doch wenn man nur ein bisschen an der Oberfläche kratze, entdecke man sehr schnell die Vorstellungen aus ihrer Kindheit: "In deutschen Märchen sind schwarze Menschen stets Kobolde." In seiner Vorbereitungslektüre für den Besuch dürfte allerdings dann doch von anderem die Rede sein als von Zwergen und Erdgeistern.
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(SZ vom 30.06.2008/aho)
Debatte über Militäreinsatz in Syrien
Ich empfehle sich die Ansichten des außenpolitischen Beraters von Obama - Zbigniew Brzezinski - anzuschauen. Das geopolitische Projekt ist die Isolierung Russlands. Und wir - die Europäer - sollen ganz entgegen unseren Interessen da mitmachen.
sich mächtig darum bemühen, schnellstens mit ihm medienwirksam zu präsentieren.
Mannomann, Mr.Obama, damit tun Sie sich keinen Gefallen.
mfg