Der Ton im Präsidentschaftswahlkampf wird härter. Das McCain-Lager stellt Barack Obama als in Sicherheitsfragen ahnungslos dar, der schwarze Senator poltert zurück - und kann sich über eine Umfrage freuen.

Verbalattacke von Barack Obama: Der designierte demokratische US-Präsidentschaftskandidat hat die Vorwürfe seiner republikanischen Gegner vehement zurückgewiesen, er sei in der Anti-Terror-Politik naiv.

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Barack Obama mit Journalisten an Bord seiner Wahlkampf-Maschine (© Foto: AP)

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"Das sind die gleichen Kerle, die dabei geholfen haben, nach den Anschlägen vom 11. September den Irak-Krieg als Ablenkung zu konstruieren, in einer Zeit, als wir tatsächlich die Verantwortlichen für die Anschläge hätten festnageln können", sagte der Senator zu Reportern an Bord seines Wahlkampfflugzeugs.

Der Sicherheitsdirektor des designierten republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain, Randy Scheunemann, hatte zuvor erklärt, Obama verstehe nicht die "Natur des Feindes, dem wir gegenüberstehen".

Der frühere CIA-Direktor James Woolsey, der McCain im Wahlkampf berät, hatte gesagt, Obama habe einen "extrem gefährlichen und extrem naiven Ansatz gegenüber dem Terrorismus". Der demokratische Politiker hatte sich dafür eingesetzt, bei dem Vorgehen gegen mutmaßliche Terroristen im Rahmen des Rechts und der amerikanischen Verfassung zu bleiben.

Obama versucht, sein außen- und sicherheitspolitisches Profil zu schärfen. Er will noch vor der Wahl am 4. November den Irak und Afghanistan besuchen. Obama habe erneut betont, dass er im Falle eines Wahlsiegs nach seinem Amtsantritt mit dem Rückzug der US-Truppen im Irak beginnen werde.

Umfrage: US-Bürger erwarten von McCain Bush-Politik

Der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain hatte Obama mehrfach vorgeworfen, den Irak schon seit zwei Jahren nicht besucht zu haben. Obama hatte eine Einladung McCains, den Irak gemeinsam zu besuchen, als Wahlkampfgag ablehnt.

Der erbitterte Kampf zwischen Obama und Hillary Clinton um Kandidatenkür bei den Demokraten scheint dem Senator nicht geschadet zu haben. Einer Umfrage zufolge liegt er in der Wählergunst derzeit vor McCain. In einer Erhebung der Washington Post und des Fernsehsenders ABC sprachen sich 48 Prozent der Befragten für Obama aus, McCain erhielt 42 Prozent Zuspruch.

Dabei zeigt sich, dass die Unzufriedenheit der US-Bürger mit der Amtsführung des scheidenden Präsidenten George W. Bush für seinen Parteifreund McCain zu einer ernsten Belastung werden könnte: 57 Prozent der Befragten erwarten, dass McCain das Land auf dem von Bush eingeschlagenen Weg weiterführen werde, nur 38 Prozent erwarten von ihm einen Kurswechsel. Gleichzeitig sagten 84 Prozent der Befragten, das Land sei derzeit auf dem falschen Weg.

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(AFP/AP/dpa/odg)