Sie sind die größte Minderheit in den USA - ihre Stimmen können wahlentscheidend sein: Cuauhtémoc "Temo" Figueroa mobilisiert bei den Latinos Wähler für Obama.
Cuauhtémoc war der letzte Herrscher der Azteken. Im Jahr 1525 wurde er von den Spaniern ermordet. In Mexiko ist der Krieger ein Symbol nationalen Stolzes und Cuauhtémoc daher ein beliebter Vorname. Den meisten Nichtmexikanern bereitet er Schwierigkeiten bei der Aussprache, und Cuauhtémoc Figueroa geht es da nicht anders.
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Cuauhtémoc Figueroa (Mitte, stehend) bei der Diskussion mit einer Gruppe Lations, die Obama unterstützen (© Foto: Getty Images)
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Deshalb nennt der in Kalifornien geborene National Field Director von Barack Obama sich lieber schlicht "Temo". Er soll Wähler für den demokratischen Präsidentschaftskandidaten mobilisieren, und zwar in der Gemeinschaft, aus der er stammt und die vielleicht wahlentscheidend sein wird am 4. November: den Latinos oder Hispanics.
Sie sind mit fast 50 Millionen die größte Minderheit in den USA. 18 Millionen von ihnen dürfen wählen, und das zumeist in umkämpften Staaten wie Florida, Colorado, Nevada, Kalifornien oder New Mexiko. Figueroas erste Aufgabe bestand darin, Obama auszureden, dass er eine Art Abo auf diese Stimmen habe, nur weil er ebenfalls Sohn von Einwanderern ist.
Viele Latinos wollen nämlich nichts lieber, als dieses Milieu hinter sich lassen. Sie neigen zur Überintegration und wählen - wenn sie überhaupt wählen - oft Republikaner, weil das die amerikanischere Partei zu sein scheint. Außerdem sehen sie dort ihre Werte vertreten: Familie, Arbeit, Patriotismus, Religion.
Dass Cuauhtémoc Figueroa bei den Demokraten heimisch wurde, liegt an seiner Familiengeschichte. Er stammt aus El Cuchillo, einem Kaff in Kalifornien, wo Melonenpflücker aus Mexiko "wie Sklaven lebten", wie ein Familienmitglied erzählt. Cuauhtémoc ist der sechste von sieben Brüdern. Der Vater war einer der ersten Gewerkschafter am Ort, der Onkel ein enger Weggefährte von César Chávez, einem Wanderarbeiter, der Streiks organisierte und eine Art Martin Luther King der Latinos wurde.
Dieses Vorbild vor Augen entkam Temo den Melonen, studierte Geschichte, wurde Radiosprecher und Funktionär von Latino-Verbänden. Er liebe Walt Whitman und Robert Frost genauso wie Pablo Neruda und Octavio Paz, sagt Figueroa. Trotz seiner 44 Jahre ist er unverheiratet, weil ihm für eine Familie die Zeit fehle. Da ist er mehr Amerikaner als Latino.
Figueroa spricht Spanisch mit Gringo-Akzent, er redet die Leute in dem Idiom an, das ihre ambivalente Rolle in den USA ausdrückt: Spanglish. "Eres latino, and we are going to fight like hell." Er ist stolz darauf, dass es bei seinen Mobilisierungsabenden für Obama "weder Aircondition noch Sandwiches noch Mineralwasser gibt - dafür einen Plan: Barack Obama ins Weiße Haus zu bringen". Das kommt an bei einer Klientel, die es gewohnt ist, Entbehrungen zu ertragen, um einen Plan zu verwirklichen - etwa über die Grenze in die USA zu gelangen.
Hilfe für Immigranten genügt als Wahlkampfargument jedoch nicht, weiß Figueroa, denn das verspricht auch John McCain. Seine Leute erwarteten Steuererleichterungen für ihre Kleinbäckereien und Gemischtwarenläden, Bildungschancen, und dass jemand ihre Söhne aus dem Irak zurückbringe. Es scheint, als gehe Temos Rechnung auf. Nach Umfragen neigen inzwischen 62 Prozent der Latinos Obama zu.
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(SZ vom 20.10.2008/aho)
Szene München
Sicherlich kann man nicht allen Republikanisch wählenden Amerikanern Demokratiedefizite unterstellen - würde ich auch nicht machen.
Aber man muss ihnen in den letzten 20 - 30 Jahren - und besonders in den letzten 8 Jahren - schon entweder (a) extreme Ignoranz (der typische Red State Wähler der gegen seine eigenen Interessen wählt) oder (b) extremen Zynismus (der Geldadel der Wallstreet, der mit Patriotismus und 'christilichen Werten' (die IMHO etwas ganz anderes sind als das was diese Hetzer da von sich geben) die wahre Natur ihrer Politik der Selbstbereicherung verschleiern.
Es würde den USA gut tun, wenn die Republikanische Partei zerfallen würde - in eine konservative Partei und von mir aus einen Patriotischen/Red State Partei, die letztlich dann nämlich nicht mehr als auf vielleicht 3 - 4 Bundesstaaten hoffen könnte und National auf 5 %.
Ja - ein Mehrparteiensystem würde - auch auf der Liberalen Seite gut tun - doch vermutlich habe ich bis dahin dem Land längst den Rücken gekehrt oder bin bereits glücklich von dieser Erde verschwunden.
bei dem was sie alles wissen und vorhersagen können wäre es vielleicht doch eine überlegung ob sie beim nächsten mal nicht der erste us präsident europäischer abstammung werden sollen. ihre kenntnisse der usa sind so tiefgreifend und fundamental, dass sie jeden kandidaten mit us abstammung aus dem rennen werfen!
heute probleme mit dem lesen ? steht oben im artikel. 18 mill. dürfen wählen, d.h. sie sind registriert und legal im land!
@citizentm: Wir werden sehen. Und ob ich falsch liege dazu, den Obama wird ja wohl das Rennen machen. Ich gehe von einer darauf folgenden Katastrophe aus.
Zitat citizentm: Auch sie scheinen den Wahlkampf nur mit einem vermutlich gefärbten Auge zu beobachten
^^
Damit bestätigen sie meine Meinung. Wer gegen Obama ist wird als Rasist diffarmiert. Kaufen sie sich doch mal ein paar weiße Eier. Grüße
Den "Krieger" will Hussein B. Obama dann wohl im IRAK einsetzen ! Schon frühere Präsidenten haben Indianer im Krieg eingesetzt.
Paging