40 Millionen US-Dollar hatte der Arzt aus Vermont über das Internet für seinen Wahlkampf gesammelt. Aber nach zwei verlorenen Vorwahlen schwinden seine Reserven. Sogar seine Mitarbeiter müssen auf ihr Gehalt verzichten. Nun soll ein neuer Wahlkampf-Manager Dean den Weg aus der Krise weisen.

Auch sechs Millionen Werbe-Dollars konnten nicht verhindern, dass Howard Dean in Iowa überraschend nur auf dem dritten Platz landete, und in New Hampshire Zweiter wurde.

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Der Demokrat reagierte umgehend, indem er einen neuen Kopf an die Spitze seines Wahlkampf-Teams setzte. Roy Neel, der bereits Ex-Vizepräsident Al Gore beraten hatte, soll Dean aus dem Umfragen-Tief befreien.

Emotionale Abschiedssitzung

Die Entscheidung erwies sich als folgenschwer, denn Joe Trippi, Deans bisheriger Wahlkampf-Manager, warf prompt das Handtuch. Howard Dean verdankt Trippi seinen Aufstieg vom Nobody zum Favoriten im Rennen um die Präsidentschafts-Kandidatur der Demokraten.

Der Arzt aus Vermont hatte gehofft, dass ihm Trippi als eine Art Senior-Manager im Hintergrund erhalten bleiben würde, doch der wollte sich mit einer Rolle als zweite Geige nicht zufrieden geben.

Zwei Wochen ohne Gehalt

"Emotional" sei die Abschiedssitzung von Howard Dean und seinem Ex-Manager Joe Trippi verlaufen, berichtet die New York Times. Immerhin hatten die beiden gemeinsam mit nur sieben Mitarbeitern ein Projekt gestartet, das dank des Internets bald eine Lawine von Helfer und Geldgebern auslöste.

Ihren Idealismus können Deans 500 Helfer inzwischen gut gebrauchen: Ihr Held musste sie nach den jüngsten Niederlagen bitten, zwei Wochen lang auf ihr Gehalt zu verzichten. Denn nach Informationen der New York Times haben Deans Fernseh-Auftritte und Reisen quer durch Iowa und New Hampshire seine Kriegskasse auf fünf Millionen schrumpfen lassen.

Noch Geld für eine Woche

Noch vor ein paar Wochen war Howard Dean mit 41 Millionen Spenden-Dollars der finanzielle Spitzenreiter der Präsidentschaftskandidaten. Nun mussten Deans Fund-raiser zugeben, dass die Überbleibsel dieser Summe allenfalls die Kosten der nächsten Woche decken würden, auch wenn Dean nach wie vor etwa 200.000 pro Tag über das Internet einnimmt.

"Es ist nicht mehr die Kampagne des Favoriten. Es wird ein langer, zermürbender Kampf", schwor Dean seine Helfer auf einer Veranstaltung in seiner Heimatstadt Burlington im US-Staat Vermont ein.

So wird sich der demokratische Politiker vorerst mit Medienauftritten zurückhalten. Sein Image ist ohnehin angekratzt, seit er seine Mitarbeiter nach der Wahl-Niederlage in New Hampshire mit einem gellenden Kriegsschrei wieder motivieren wollte. Der Spott ließ nicht lange auf sich warten: Studenten unterlegten das Gebrüll mit Techno-Beats und verbreiteten es über das Internet. So wird Howard Deans Höhenflug nun ausgerechnet durch das Medium gebremst, das ihn groß gemacht hat.

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(sueddeutsche.de)