US-Wahlkampf Clinton will sich zurückziehen

Am Samstag soll es soweit sein: Hillary Clinton wird offiziell ihre Kampagne für die US-Präsidentschaftskandidatur der Demokraten beenden - und ihre Unterstützung für Barack Obama ankündigen.

Die ehemalige First Lady wolle sich am Samstag hinter ihren parteiinternen Rivalen Barack Obama stellen, teilten ihre Wahlkampfhelfer mit. "Senatorin Clinton richtet eine Veranstaltung in Washington, D.C. aus, um ihren Anhängern zu danken und ihre Unterstützung für Senator Obama und Parteigeschlossenheit auszudrücken", hieß es in der Presseveröffentlichung weiter.

Hillary Clinton; AFP

Nun also doch: Am Samstag will Hillary Clinton sich endgültig aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur zurückziehen.

(Foto: Foto: AFP)

Ursprünglich war die Feier für Freitag geplant. Sie wurde dann aber um einen Tag verschoben, um zahlreichen Anhängern Clintons noch die Anreise zu ermöglichen.

Unmittelbar nach Ende des Vorwahlmarathons am Dienstag hatte Clinton es zunächst noch abgelehnt, ihre Niederlage einzugestehen - und das, obwohl ihr Rivale Obama nach den Ergebnissen von South Dakota und Montana die für eine Nominierung notwendige Mehrheit der Delegiertenstimmen erobert hatte. Dann hatten aber immer mehr ihrer Unterstützer sie aufgefordert, sie solle aus dem Rennen offiziell aussteigen.

Nach Informationen des Fernsehsenders ABC sagte Clinton ihren Mitarbeitern am Mittwoch bei einem Besuch in ihrer Wahlkampfzentrale im Washingtoner Vorort Arlington, dass sie ihre Dienste nach Freitag nicht mehr benötige. Die Wahlkämpfer hätten sehr emotional auf die Bestätigung reagiert, dass ihre 16-monatige Arbeit nicht von Erfolg gekrönt war. Einige seien in Tränen ausgebrochen, berichtete der Sender weiter.

Ob Clinton für das Amt der Vizepräsidentin zur Verfügung steht, ist noch unklar. Zumindest hatte sich die Senatorin bereits am Dienstag offen für eine Kandidatur für das Amt an der Seite Obamas gezeigt. Obama beauftragte ein dreiköpfiges Team, für ihn einen geeigneten Vizekandidaten zu suchen.

Zu dem Team gehören die Tochter des ermordeten Präsidenten John F. Kennedy, Caroline Kennedy, und der frühere stellvertretende Justizminister Eric Holder. Dritter Beauftragter ist Jim Johnson, der bereits für den 2004 unterlegenen demokratischen Präsidentschaftskandidaten John Kerry in dieser Funktion tätig war. Obamas Sprecher Bill Burton erklärte, der Senator werde mit den drei Beratern in den kommenden Wochen eng zusammenarbeiten. Die letzte Entscheidung werde aber bei Obama selbst liegen.

Obama tritt im November als erster schwarzer Präsidentschaftskandidat bei der Wahl des Nachfolgers von Präsident George W. Bush gegen den Republikaner John McCain an. Der 71-jährige McCain stand bereits seit Wochen als Kandidat seiner Partei fest.

Unterdessen rissen Spekulationen über eine mögliche gemeinsame Kandidatur von Obama und Clinton nicht ab. Obama sagte vor Journalisten, er habe am Mittwochmorgen ein Gespräch mit der New Yorker Senatorin geführt, das allerdings "nicht detailliert" gewesen sei.

Die frühere First Lady lobte ihren Rivalen auf einem Kongress einer israelischen Gruppierung in Washington ungewöhnlich deutlich: "Senator Obama wird ein guter Freund Israels sein", sagte Clinton mit Blick auf Obamas Schwäche bei der jüdischen Wählerschaft. Clintons Wahlkampfmanager Terry McAuliffe hatte am Mittwoch im Sender MSNBC gesagt, ein "Ticket" Obama/Clinton wäre im Wahlkampf "nicht aufzuhalten".

Der frühere US-Präsident Jimmy Carter nannte ein solches Team in einem Interview mit dem britischen Guardian dagegen den "schlimmsten Fehler, der gemacht werden kann". Ein derartige Konstellation würde lediglich die negativen Seiten beider Politiker aufaddieren.