US-Vorwahlen in Puerto Rico Clinton: "Ich bin die Kandidatin"

Ihr Kampfeswille bleibt ungebrochen: Nach dem Sieg in Puerto Rico betont Hillary Clinton, weiterhin für die US-Präsidentschaftskandidatur zu kämpfen - zum Wohle des Volkes. Clintons Rivale Barack Obama liegt bei der Zahl der Delegiertenstimmen hingegen weiter in Führung und gibt sich siegessicher.

US-Senatorin Hillary Clinton hat nach ihrem Sieg bei den Vorwahlen in Puerto Rico weiterhin keinerlei Bereitschaft gezeigt, sich im Kampf um die demokratische Präsidentschaftskandidatur geschlagen zu geben.

Hillary Clintons Sieg in Puerto Rico; AFP

"Ich bin in diesem Wettkampf, weil ich glaube, dass ich diese Kandidatin bin" - Hillary Clinton gibt nicht auf.

(Foto: Foto: AFP)

"Ich bin die Kandidatin", die die Partei zum Sieg gegen die Republikaner führen kann, rief Clinton Anhängern in San Juan zu. Bei den Delegiertenstimmen lag die ehemalige First Lady aber weiter hoffnungslos hinter ihrem innerparteilichen Rivalen Barack Obama zurück. Dieser geht nach Angaben eines Sprechers davon aus, noch in dieser Woche die notwendige Mehrheit für die Kandidatur hinter sich zu haben.

Clinton wandte sich nach ihrem deutlichen Sieg in Puerto Rico ausdrücklich an die sogenannten Superdelegierten, die auf dem Nominierungsparteitag im August in Denver den Ausschlag geben werden. Superdelegierte haben auf dem Parteitag Sitz und Stimme kraft ihrer Parteiämter. Puerto Rico darf zwar Delegierte für den Nominierungsparteitag im August entsenden, die Bürger selbst dürfen aber im November nicht an den Präsidentschaftswahlen teilnehmen, da Puerto Rico lediglich ein mit den USA assoziiertes Territorium ist. Clinton betonte, sie habe die meisten Stimmen auf sich vereint, Obama liege lediglich durch die Auszählungsregeln vorne.

"Ich führe beim Volk"

"Ich führe beim Volk. Er führt bei der Delegiertenzählung", sagte die ehemalige First Lady der USA. "Welcher Kandidat kann unsere Partei im November zum Sieg führen?", fragte Clinton, um die Frage gleich selbst zu beantworten: "Ich bin in diesem Wettkampf, weil ich glaube, dass ich diese Kandidatin bin."

Ihren Rückstand bei den Delegiertenstimmen will Clinton offenbar weiterhin nicht akzeptieren. In einem Interview der Washington Post deutete sie an, sie werde möglicherweise gegen eine Entscheidung der Parteiführung zur Wertung der Vorwahlen in Michigan vorgehen. "Wir behalten uns das Recht vor, das zu tun, aber wir haben noch keine Entscheidung getroffen", sagte Clinton.

Michigan war ebenso wie Florida von der Vorwahlwertung ausgeschlossen worden, weil diese Bundesstaaten ihre Abstimmung in unzulässiger Weise auf den Januar vorverlegt hatten.

Clinton hatte die volle Wertung der Wahlen verlangt, bei denen sie jeweils gewonnen hatte. Die Parteiführung hatte am Wochenende beschlossen, den Delegierten aus Michigan und Florida ein halbes Stimmrecht zuzugestehen. Obama bekam außerdem Michigan-Delegierte zugesprochen, obwohl sein Name dort nicht auf den Wahlzetteln gestanden hatte.

Nach der Entscheidung über Florida und Michigan kommt Obama auf 2070 Delegiertenstimmen, Clinton auf 1915. Die Mehrheit für die Nominierung liege nunmehr bei 2118 Delegierten.

Bei den noch ausstehenden Vorwahlen in Montana und South Dakota am Dienstag kann keiner der beiden genügend Delegierte gewinnen, um das Rennen bereits für sich zu entscheiden. Der Ausgang wird von den noch unentschiedenen Superdelegierten abhängen.

Obama gab sich auch nach dem Ergebnis von Puerto Rico sicher, dass er die Nominierung so gut wie in der Tasche habe. Auf einer Wahlveranstaltung in South Dakota teilte er mit, er habe Clinton zu ihrem Sieg gratuliert. Er lobte sie für ihren unermüdlichen Einsatz im Wahlkampf und für ihre Arbeit als Senatorin von New York. Obamas Sprecher Robert Gibbs hatte kurz zuvor in einem Fernsehinterview erklärt, er rechne damit, dass Obama noch im Laufe dieser Woche als Präsidentschaftskandidat der Demokraten feststehen werde.