Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten hat Senator Barack Obama den Rückstand auf seine Rivalin Hillary Clinton verkürzen können. Die reagierte umgehend - und installierte eine alte Vertraute als Wahlkampfleiterin.
Nach teils deutlichen Triumphen in Louisiana, im Staat Washington und in Nebraska am Samstag ging Barack Obama nach Hochrechnungen von US-Fernsehsendern auch im Staat Maine als erster durchs Ziel.
Hillary Clinton (© Foto: AP)
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Nach Auszählung von rund 70 Prozent der Wahlbezirke kam Obama auf 59 Prozent der Stimmen, Clinton auf 40 Prozent. In dem Staat im äußersten Nordosten der USA ging es um 24 Delegierte.
Trotz der Siege des Senators aus Illinois ist eine Entscheidung im knappen Kopf-an Kopf-Rennen mit Hillary Clinton weiter nicht in Sicht: Nach einer Zählung des US-Fernsehsenders CNN vom Sonntagabend (Ortszeit) kam Obama auf 1121 Delegierte, die frühere First Lady auf 1148. Für einen Sieg beim Nominierungsparteitag im Sommer braucht ein Bewerber mindestens 2025 der 4049 Delegiertenstimmen.
Nach dem enttäuschenden Abschneiden Clintons am Wochenende trat derweil ihre Wahlkampf-Chefin Patti Solis Doyle zurück. In einer E- Mail teilte Doyle am Sonntag ihren Mitarbeiten mit, dass Maggie Williams den Posten übernehme.
Williams war Clintons Stabschefin zu deren Zeit als First Lady. Wie der US-Fernsehsender ABC meldete, sei Rücksicht auf ihre Familie mit ein Grund für den Rückzug Doyles gewesen. Sie bleibe aber Beraterin im Clinton-Wahlkampf.
Das Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur wird an diesem Dienstag in den Bundesstaaten Virginia, Maryland und in der US-Hauptstadt Washington DC fortgesetzt. Umfragen sehen auch dort Barack Obama in der Gunst der Wähler vor Hillary Clinton.
In Nebraska und im Staat Washington ganz im Nordwesten der USA kam der Senator aus Illinois auf jeweils 68 Prozent der Wählerstimmen. Im Südstaat Louisiana machte er mit 56 Prozent das Rennen. Insgesamt gewann Obama bislang in 19 Bundesstaaten, Clinton in zwölf.
Bei den Republikanern gewann am Samstag bei einer parteiinternen Abstimmung in Kansas der frühere Senator von Arkansas, Mike Huckabee, klar gegen John McCain, dessen Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten aber als praktisch sicher gilt.
Auch die Vorwahl in Louisiana entschied der ehemalige Baptistenprediger Huckabee für sich.
Die republikanischer Abstimmung in Washington konnte McCain Medienberichten zufolge knapp für sich entscheiden. Er liegt bei den Delegiertenstimmen uneinholbar vorne, nachdem vorige Woche Mitt Romney aus dem Wahlkampf ausgestiegen war.
(dpa/odg)
Die Ärzte in München
Ich freue mich heute schon auf die Kommentare nach dem Motto: if she can´t run her campaign how will she ever be able to run the White House ....... ;-)
Ich glaube nicht, daß sie aus diesem Tief wieder ´raus kommt und diesmal ist Bill - zumindest von außen - auch völlig "unschuldig".
Bitte mich nicht falsch verstehen: ich "gönne" Hillary diese Niederlage auf keinen Fall - aus meiner Sicht ist sie eher eine tragische Figur bei der Machtansprüche und persönliche Demütigungen auf eine sehr unheilvolle Weise miteinander verbunden sind.
Auf Obama wartet trotz allem noch ein harter Kampf, ich bin aber sicher er wird einen sehr guten Präsidenten abgeben und durchaus in der Lage sein Washington wenigstens etwas zu "entstauben" .
Ich halte ihm weiter die Daumen!
Man erwartet offenbar, dass Obama sämtliche Vorwahlen der kommenden vier Wochen ohne weiteres gewinnen wird. Erst die Märzwahlen in Texas und Ohio könnten Clinton wieder helfen. Die Frage ist nur, ob Obamas Momentum sich nach pausenlosen Gewinnen inzwischen auch dort verbreitet hat.
@soylentyellow:
Die SZ-Grafik bezieht sich auf die Delegiertenzahlen, die von CNN gemeldet werden. Die LA-Times meldet zur gleichen Zeit etwas abweichende Zahlen, aber auch bei denen liegt Obama noch etwas hinter Clinton zurück.
Clintons (knapper) Vorsprung resultiert aber allein aus der Zahl der sog. Superdelegierten, die qua Amt als Delegierte berufen sind. Hier hat Clinton eindeutig mehr auf ihrer Seite (224 zu 134). Bei den gewählten Delegierten liegt Obama mittlerweile mit 986 zu 924 in Führung (Zahlen nach CNN).
Die Superdelegierten sind nicht an ihre ursprünglich geäußerte Präferenz gebunden, d.h. beim Nominierungsconvent können sie sich auch für den/die anderen Kandidaten aussprechen. Sie sind keine sichere Bank für den Bewerber. Sollten die nicht gewählten Superdelegierten bei der Nominierung tatsächlich den Ausschlag geben, hätte dies einen ziemlich üblen Beigeschmack, wenn der Kandidat, der bei den Vorwahlen die meisten Delegierten gewonnen hat, dann doch leer ausgehen sollte.
... unisono wird Propaganda statt Berichterstattung betrieben.
Erst recht lächerlich, wenn man bedenkt, dass inhaltlich - soweit Herr Obama wirklich mal Stellung bezieht - nahezu kein Unterschied zu Frau Clinton besteht.
Es macht mich inzwischen auch stutzig, wie die Medien Obama hochjubeln. Da erinnert vieles analog an Schröder 1998 - wenn man das vergleichen kann.
Die Frage ist nich der Wechsel, die Frage ist was damit gemeint ist. Eine Frage, die Obama hübsch unbeantwortet läßt.
Ich finde es sehr interessant, wie Clinton in den Medien nun runter- und Obama hochgeschrieben wird. Noch faszinierender finde ich, dass Obama auch hier in Deutschland als Hoffnungsträger, sympatisch und gut geeignet für einen Neuanfang gesehen wird.
Vielleicht ist er es- allerdings haben wohl doch die wenigsten hier schon tatsächliche Handlungen von ihm gesehen. Alles was wir haben ist ein Image, dass in den letzten Wochen erfolgreich aufgebaut wurde.
Von Clinton weiss man, wie sie sich um die Veränderung des Gesundheitssystems bemühte und dafür einiges in Kauf genommen hat. Das erscheint mir wesentlicher als die hier vorgetragenen Argumente der immergleichen Frisur, ihrer vermeindlichen Emotionalität und ihr Machtinteresse. Zudem gibt es garantiert keinen Kandidaten, der letzteres nicht hat.
Vielleicht bin ich altmodisch, aber ich glaube das "neu" kein entscheidendes Kriterium für die Aufstellung eines Kandidaten ist.
Letztlich habe ich aber sowieso meine Zweifel ob Amerika einen der beiden Kandidaten zum Präsidenten wählen würde...
Paging