Nächste Runde im Kampf ums Weiße Haus: In der Hauptstadt Washington sowie den angrenzenden Bundesstaaten Virginia und Maryland geht Barack Obama als Favorit ins Rennen.

Senator Barack Obama ist am Dienstag als klarer Favorit in die Vorwahlen rund um die Hauptstadt Washington gegangen. Nun könnte er Hillary Clinton erstmals die Führung im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten abnehmen.

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Senator Barack Obama bei einer Rede am Montag in Baltimore. (© Foto: AP)

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Die New Yorker Senatorin setzt nach ihren Niederlagen vom Wochenende und den schlechten Prognosen für sie an der Ostküste bereits auf die nächsten Abstimmungen. Sie hofft auf Siege in den bevölkerungsreichen Staaten Texas und Ohio am 4. März, wo es auch mehr Delegiertenstimmen zu holen gibt.

Der republikanische Senator John McCain will seinen Vorsprung gegenüber seinem letzten ernsthaften Rivalen Mike Huckabee am Dienstag bei den Vorwahlen in Virginia, Maryland und der Hauptstadt Washington ausbauen. Am Wochenende hatte der von Teilen der Partei als zu wenig konservativ angesehene Vietnamveteran McCain die US-Staaten Louisiana und Kansas an den ehemaligen Baptistenprediger Huckabee verloren, im Staat Washington gewann er nur knapp.

"Ich mag dünn sein, aber ich bin hart"

Obama feuerte seine Anhänger vor der Abstimmung an: "Wir brauchen etwas Neues", rief er am Montagabend rund 17.000 Anhängern in der Universität von Maryland zu. "Ich mag dünn sein, aber ich bin hart", sagte er und wies damit Clintons Anschuldigung zurück, dass er nicht die nötige Entscheidungsstärke für das Präsidentenamt besitze.

In der Hauptstadt und den angrenzenden Staaten leben viele zumeist höher gebildete Schwarze, deswegen sehen ihn Demoskopen bei allen drei Abstimmungen vom Dienstag klar in Führung; in Maryland und Virginia sogar zweistellig. Damit könnte er Clinton überrunden: Derzeit führt sie mit 1.148 zu 1.121 Stimmen.

Das Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Favoriten wird sich damit weiter hinziehen. Clinton gab sich trotz der jüngsten Niederlagen und dem Rauswurf ihrer Wahlkampfmanagerin zuversichtlich. "Ich würde das hier nicht machen, wenn ich nicht überzeugt wäre, dass ich der beste Kandidat wäre", sagte sie am Montag auf einer Wahlkampfveranstaltung in Baltimore.

In den nächsten Vorwahlen in Texas und Ohio gelten ihre Chancen als besser, da dort viele Latinos und Arbeiter abstimmen, bei denen sie für gewöhnlich besser ankommt als ihr Konkurrent.

McCain konnte unterdessen wichtige Unterstützer gewinnen. Gary Bauer, ein bedeutender evangelikaler Prediger, und Jeb Bush, der Bruder von US-Präsident George W. Bush, der frühere Gouverneur von Florida, sprachen sich für ihn aus. "Wir sind gut im Rennen", sagte McCain am Montag in Annapolis.

Huckabee setzte seinen Wahlkampf ebenfalls fort: "Ich könnte noch gewinnen", wies er Forderungen zurück, seine Bewerbung zugunsten McCains zurückzuziehen. McCain führt derzeit mit 723 zu 217 Delegiertenstimmen vor Huckabee. Der ausgeschiedene Bewerber Mitt Romney hat sich jedoch noch für keinen Kandidaten ausgesprochen - er konnte sich bislang 286 Stimmen sichern.

Würden die Amerikaner schon jetzt ihren neuen Präsidenten wählen, läge Obama knapp vor McCain. Das ergab am Montag eine Umfrage der Nachrichtenagentur AP und des Meinungsforschungsinstituts Ipsos. Wäre Hillary Clinton die Kandidatin der Demokraten, lägen sie und McCain praktisch gleichauf.

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(sueddeutsche.de/AP/gdo/schä)