US-Vorwahl Fast die ganze Familie hilft Jeb

Jeb Bush scherzt mit seiner Mutter Barbara während eines Auftritts in einer Schule in der Stadt Derry.

(Foto: AP)

Vor zwei Tagen war Jeb mit seiner 90 Jahre alten Mutter Barbara, die in ganz Amerika sehr verehrt wird, in New Hampshire unterwegs. In der Schulturnhalle in Bedford wirbt neben Ex-Bewerber Lindsey Graham ("Bernie und Hillary testen gerade, wie weit nach links sie rücken können") auch George P. Bush für seinen Vater: "Dad hasst es, zu verlieren. Er lässt auch seinen ältesten Sohn nie gewinnen - und er wird auch in diesem Rennen siegen."

Jebs Vater, der ehemalige Präsident George Bush, ist nicht in New Hampshire, doch der Kandidat redet gern über ihn. Heute sei der 105. Geburtstag von Ronald Reagan, erinnert der Ex-Gouverneur sein Publikum: "Reagan und mein Vater (er war damals Vizepräsident, d. Red.) haben die USA damals wieder aufgerichtet und Optimismus verbreitet." Genau dies sei wieder nötig.

Dass Jeb das dritte Mitglied des Bush-Clans ist, das ins Weiße Haus will, stört zumindest William Gannon nicht. "Wir mögen die Bushs hier in New Hampshire. Sie wissen, wie man bei Wahlen gewinnt", sagt der Abgeordnete des Regionalparlaments. Jeb selbst versichert einer jungen Frau, dass er dies nicht als Problem ansehe: "Diese Bush-Sache, die Leute müssen damit fertig werden."

In New Hampshire zeigt sich auch, wie viel Geld Jeb Bush und seine Unterstützer in den Wahlkampf pumpen: Um gute TV-Bilder zu liefern, stecken überall Schilder im Schnee. Helfer verteilen Sticker und mit "Vote Jeb" versehene Lippenpflegestifte. Und neben einigen Vorwahl-Touristen, die aus Europa und anderen Teilen der USA anreisen, stoßen Reporter auf viele Besucher, die aus Florida kommen - dort hat die "Jeb 2016"-Kampagne ihren Hauptsitz.

Ihr Chef betont, darauf zu hoffen, auch bei jungen Wählern gut anzukommen. Es gebe nur einen Kandidaten, der an den Universitäten besser vertreten sei als er: und das sei Bernie Sanders. "Es ist bemerkenswert, dass die jungen Leute ausgerechnet den ältesten Bewerber lieben", so Jeb Bush. Das liege wohl daran, dass der Senator aus Vermont "Optimismus" verbreite - also eine Stimmung, die gerade bei den konservativen Bewerbern sehr selten sei. Allerdings seien Sanders' Vorschläge viel zu liberal und zu teuer, schimpft Bush. Doch eines gesteht er - ganz staatsmännisch - dem "demokratischen Sozialisten" zu: Dessen Wahlkampfvideo "America" sei sehr gelungen.

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