US-Truppen in Afghanistan Obama will sich auf Unterstützerrolle beschränken

US-Präsident Obama mit Afghanistans Präsident Hamid Karsai bei einem Treffen in Washington.

(Foto: REUTERS)

"Neue Mission" für das US-Militär in Afghanistan: US-Präsident Obama sieht seine Soldaten ab dem Frühjahr nur noch in einer unterstützenden Rolle. Bei einem Treffen mit dem afghanischen Präsidenten Karsai sagte Obama, das ursprüngliche Ziel sei in greifbare Nähe gerückt.

Einheimische Kräfte sollen in Afghanistan von Frühjahr an die Verantwortung für die Sicherheit des Landes übernehmen. Die USA wollen nach den Worten von US-Präsident Barack Obama weitere Teile ihrer Truppen abziehen. "Ab diesem Frühjahr werden unsere Soldaten eine andere Mission haben - die Ausbildung, Beratung und Unterstützung der afghanischen Kräfte", sagte Obama nach einem Treffen mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai in Washington.

Dabei hieß es, dass auch die Gefangenenlager und Häftlinge in afghanische Hände übergeben werden sollen. Afghanistan sei für die "meisten Menschen" in den "meisten Städten" ein sichererer Ort als zu Beginn der Mission, sagte Obama. Eine erhebliche Schwächung der Terrororganisation al-Qaida sei erreicht. "Das ursprüngliche Ziel unseres Kriegseintritts scheint in greifbare Nähe gerückt zu sein", sagte Obama.

Die Umwandlung der Aufgabe der US-Truppen am Hindukusch sei ein "historischer Moment und ein weiterer Schritt hin zu einer vollständigen afghanischen Souveränität", sagte Obama. Die neue Rolle des US-Militärs schaffe auch die Voraussetzungen für den weiteren Abzug der ausländischen Truppen aus Afghanistan.

Die USA und ihre Nato-Verbündeten haben mit der afghanischen Regierung vereinbart, den Kampfeinsatz bis spätestens Ende 2014 zu beenden. Nach der vollständigen Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die einheimischen Kräfte sollen einem zwischen Washington und Kabul geschlossenen Partnerschaftsabkommen zufolge US-Soldaten aber weiterhin afghanische Truppen ausbilden und in den Kampf gegen Extremisten eingreifen. Obama bekräftigte aber, dass nur dann US-Soldaten nach 2014 in Afghanistan stationiert bleiben, wenn sie vor Strafverfolgung durch afghanische Behörden geschützt sind.