US-General Petraeus gibt nach eineinhalb Jahren das Oberkommando über die US-Truppen im Irak ab. Seine Geschichte ist die eines Erfolgs, an den keiner mehr glaubte.
Unter seinem Kommando hat sich die Sicherheitslage im Irak drastisch verändert, und zwar zum Guten: Wenn General David Petraeus am morgigen Dienstag nach gut eineinhalb Jahren den Oberbefehl über die US-Streitkräfte in dem Golfstaat an Ray Odierno abgibt, blickt er auf einen Erfolg zurück, an den selbst in den USA fast niemand mehr geglaubt hat.
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Hat gut lachen: Der Oberkommandierende der US-Truppen im Irak, David Petraeus (© Foto: Reuters)
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Seit dem Beginn einer durch 30.000 zusätzliche Soldaten unterstützten Offensive im vergangenen Jahr ist die Gewalt in dem Golfstaat immens zurückgegangen und bewegt sich jetzt auf dem tiefsten Stand seit Anfang 2004.
Auch auf seinem nächsten Posten wird sich Petraeus mit dem Irak-Einsatz beschäftigen: Er soll im Oktober das Zentralkommando der US-Armee übernehmen und damit Auslandseinsätze in zahlreichen Ländern überwachen.
Als Petraeus im Februar 2007 seinen Posten als Oberkommandeur antrat, stand der Irak am Rande eines Bürgerkriegs. Petraeus verlegte Soldaten auf kleinere Stützpunkte inmitten der Hauptstadt Bagdad und weiteren Orten, die damals fast täglich von Bombenanschlägen erschüttert wurden.
Großangelegte, aggressive Einsätze gegen aufständische Kämpfer
Gleichzeitig ordnete der für seine persönliche Nähe zu den Soldaten bekannte General großangelegte, aggressive Einsätze gegen aufständische Kämpfer an. Die Zahl der im Irak getöteten US-Soldaten nahm bereits nach wenigen Monaten stark ab. Sunnitische Volksstämme schlossen sich dem Kampf gegen Al-Qaida-Extremisten an und auch der Schiiten-Prediger Moktada al-Sadr verordnete seiner Mehdi-Miliz den Waffenstillstand.
Trotz der Erfolge plagten Petraeus in den vergangenen Monaten immer wieder Zweifel. "Es gibt sicherlich Momente bei einer derartig schwierigen Aufgabe, in denen man sich fragt, ob es überhaupt möglich ist", sagte Petraeus in einem Interview. "Aber jetzt sind wir in einer völlig anderen Lage als noch vor einem Jahr oder anderthalb Jahren."
Nachfolger Odierno wird bei der Amtsübergabe zum General befördert. Er war beim US-Einmarsch in den Irak 2003 Kommandeur der vierten US-Infanteriedivision und kehrte Ende 2006 in das Land zurück. Der 54-Jährige wurde zweitwichtigster US-Kommandeur für sämtliche US-geführten Truppen und arbeitete eng mit Petraeus zusammen.
US-Verteidigungsminister Robert Gates bezeichnete Odierno im Frühjahr als "eine der effektivsten militärischen Führungspersönlichkeiten seiner Generation".
(Reuters/ssc/buma)
Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev
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Gut möglich.
Es passt auch nicht, dass das Leben für die chaldäischen Christen im Irak kaum noch möglich ist,- GfbV sprach sogar von Genozid- jedenfalls ist es so schlimm, dass sogar die BRD Flüchtlinge aufgenommen hat- und die nehmen sonst ja gar keinen mehr in Asyl.
Petraeus sieht bestimmt ehrlicher und fähiger aus als die meisten anderen Generäle, aber deswegen lügt er noch lange nicht weniger. Das gehört nun mal zum Job, das ist das Wichtigste dabei.
Witzig ist ja auch, dass sich die Soldaten mehr oder weniger eingegraben haben, für Mord usw. sind entweder die Söldner oder wieder die Iraker selber zuständig-
interessant wird noch, was passiert, wenn der Regiertung des Irak kalr wird, dass sie eine Marionettenregierung ist, die nicht sagen kann, die Schnüre müssen aber ab.
Das einzige wass sich verbessert hat, ist die US-Propaganda. Seit dem Herrn Rumsfeld mit Herrn Gates ein ehemaliger CIA-Chef gefolgt ist, hat die US-Armee gewaltige Fortschritte im Tarnen und Täuschen erzielt.
Tatsache ist, das die internationale Presse außer in Bagdad kaum noch im Irak vertreten ist.
Folgerichtig beklagt die US-Armee nur noch dort Tote, wo Pressevertreter in der Nähe sind. Und das ist im Großteil des Iraks kaum noch der Fall.
Interessanterweise konnte man vor kurzem in den Nachrichten erfahren, daß die von der US-Armee beauftragten Bestattungsinstitute mit der Leichenverbrennung kaum noch nachkommen und gar verdächtigt wurden auch Tierkrematorien zum Einsatz zu bringen. Wie passt das mit den Erfolgsmeldungen zusammen? Vielleicht mit dem Wahlkampf um das Präsidentenamt?
"... geht erfolgreich ..."
In welchem innenpolitischen Zustand müsste sich der Irak denn heute befinden, damit die Medien verkündeten "... mission not accomplished (at all) ..."?
Ach - da gab's so was - am 6.10.2003 machte das TIME MAGAZINE mit einem solchen Titel auf.
Was hat sich denn seither im Irak nachhaltig zum "Guten" verändert, wodurch die Abschiedsode an Herrn Petraeus gerechtfertigt werden könnte? - Ein Siebtel der zivilen Bevölkerung Iraks (4 Millionen) mehr auf der Flucht etwa?
Fast jeden Tag gibt es Tote im Irak, den Zeitungen ist es schon längst keine Schlagzeile mehr wert, man hat sich daran gewöhnt.
Das nun hier von einem Erfolg die Rede ist... einfach unverständlich, man könnte meinen, daß die Berichte hier in der SZ direkt im Pentagon entworfen werden.
Toni64
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