US-Präsident Obama hat den Rat seines kommandierenden Generals im Irak befolgt - er lässt mehr Truppen im Land als erwartet. Die Demokraten maulen, die Republikaner loben.
Die Soldaten gehen später. Sie bleiben länger. Hätten Barack Obamas Abzugspläne für den Irak nicht auch von seinem unseligen Vorgänger so formuliert werden können? Allein die triumphierende Feststellung fehlt, dass die Truppenverstärkungen vor zwei Jahren den künftigen Abzug erst ermöglichen werden.
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Sämtliche Oberdemokraten Washingtons rüffeln derzeit ihren neuen Oberkommandierenden: US-Präsident Barack Obama. (© Foto: Reuters)
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So wundert es nun nicht, dass Obama bei den eigenen Leuten auf säuerlichen Widerstand stößt. Sämtliche Oberdemokraten Washingtons rüffeln ihren neuen Oberkommandierenden. Beifallsbekundungen kommen dagegen von Republikanern, allen voran von Obamas einstigem Rivalen John McCain, der ihm im Wahlkampf vorgehalten hatte, lieber einen Krieg als die Wahl verlieren zu wollen. Verkehrte Welt also in Washington?
Die Demokraten sollten weniger maulen, die Republikaner lieber schweigen. Fest steht, dass Obama dem Rat seines kommandierenden Generals im Irak folgt und mehr Soldaten im Land lässt, um den Schutz der Wahlen in diesem Jahr zu gewährleisten. Das ist nachvollziehbar und vernünftig. Fest steht aber auch, dass der Krieg beendet wird. Obama hat deutlich gemacht, dass die USA zwar weiter strategische Interessen in der Region haben. Die werden aber nicht mehr allein wie unter George W. Bush durch die US-Truppenpräsenz definiert.
Obama hat dem Irak-Krieg schlicht die Bedeutung für Amerika genommen.
Dennoch fürchten Obamas demokratische Freunde, dass der Einsatz im Irak eine Mission ohne Ende werden könnte, wenn immerhin 50.000 US-Soldaten im Land bleiben. Obama sollte die Sorgen ernst nehmen. Er muss zu verstehen geben, dass Ende 2011 endgültig Schluss ist und damit ein Fehler von historischer Dimension korrigiert wird.
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(SZ vom 28.2.2009)
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