US-Republikaner suchen Herausforderer für Obama Gingrich siegt bei Vorwahl in South Carolina

Das Rennen ist wieder offen: Newt Gingrich hat die Vorwahl im konservativen South Carolina gewonnen und dem bisherigen Favoriten Mitt Romney eine empfindliche Niederlage zugefügt. Dem früheren Sprecher des Repräsentantenhauses haben die Aussagen seiner Ex-Ehefrau über dessen Untreue und den Wunsch nach einer "offenen Ehe" nicht geschadet.

Der ehemalige Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses Newt Gingrich hat die Vorwahl der Republikaner in South Carolina klar gewonnen. Der bisher favorisierte Ex-Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, gratulierte seinem Rivalen und erklärte, dass er den "Wettbewerb" begrüße.

Er hat die Vorwahl der Republikaner in South Carolina gewonnen und das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur wieder spannend gemacht: Newt Gingrich.

(Foto: AFP)

Gingrich kam nach Auszählung fast aller Stimmen auf rund 40 Prozent, während der Ex-Gouverneur von Massachusetts knapp 28 Prozent erzielte. Als Dritter mit 17 Prozent ging der ehemalige Senator aus Pennsylvania, Rick Santorum, ins Ziel. Der Kongressabgeordnete Ron Paul erhielt 13 Prozent.

Damit ist das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner wieder völlig offen. Ein Sieg des Ex-Unternehmers und Multimillionärs Romney hätte nach Einschätzung vieler Beobachter eine Vorentscheidung bedeuten können.

Im Hauptquartier von Gingrich skandierten seine Anhänger "Newt, Newt", als die TV-Sender ihn zum Sieger erklärten. Der 68-Jährige bat um Spenden, um gegen die Finanzkraft Romneys bestehen zu können. "Wir haben nicht das Geld, das mindestens einer der anderen Kandidaten hat", sagte er. "Aber wir haben Ideen und wir haben Menschen." Und in South Carolina habe sich gezeigt, dass "Menschen mit den richtigen Ideen das große Geld schlagen" könnten. Gingrich warnte vor einer Wiederwahl von Präsident Barack Obama: Dessen erste Amtszeit sei ein "Desaster" gewesen, sagte er am Samstagabend, und wetterte auch gegen die "Eliten in Washington und New York", die "Amerikaner am Amerikanisch-Sein hindern" wollten.

Laut CNN kommt Gingrich auf 40 Prozent kommen, während Romney 27 Prozent erreicht. Der Ex-Senator aus Pennsylvania, Rick Santorum, liegt bei 17 Prozent; der texanische Kongressabgeordnete Ron Paul käme auf 13 Prozent. Der New York Times zufolge kommt Gingrich sogar auf etwa 41 Prozent. Der konservative Katholik Santorum kommt demnach auf 17 Prozent und der Libertäre Ron Paul erhält knapp 13 Prozent.

Santorum und Paul wollten unterdessen beide an ihrer Bewerbung festhalten. "Wir denken, dass wir langfristig in viel stärkerer Verfassung sein werden", sagte Santorum. Paul erklärte, die Vorwahlen stünden erst am Anfang: "Wir werden dies weiter machen, daran gibt es keinen Zweifel."

Für Herman Cain stimmte lediglich ein Prozent der Wähler: Dabei hatte der TV-Satiriker Stephen Colbert in einer viel beachteten Kampagne die Bürger von South Carolina aufgerufen, "für den Kandidaten mit dem C" zu stimmen.

Romney war zuletzt massiv unter Druck geraten, weil er eingeräumt hatte, deutlich weniger Steuern zu zahlen als die meisten Normalverdiener in den USA. Der von hoher Arbeitslosigkeit gezeichnete Bundesstaat im Süden der USA ist eine Hochburg der religiösen Rechten.

Der Vorwahlsieger von South Carolina kann sich bis zu 25 Delegierte für den Nominierungsparteitag der Partei im August sichern, wo insgesamt 1144 Stimmen für eine Aufstellung zum Herausforderer des demokratischen Amtsinhabers Barack Obama erforderlich sind. Romney galt noch bis vor wenigen Tagen als großer Favorit in South Carolina, bevor sich Newt Gingrich mit zwei guten Auftritten in Fernsehdebatten profilieren konnte. Er hatte die Vorwahl in New Hampshire gewonnen und war in Iowa nur hauchdünn an einem Sieg vorbeigeschrammt.

Die Republikaner nominieren ihren Präsidentschaftskandidaten offiziell Ende August auf ihrem nationalen Parteitag. Die eigentliche Präsidentenwahl findet Anfang November statt.