Der russische Außenminister Lawrow zeigt sich bei seiner Polenreise offen für Gespräche über den geplanten US-Raketenschild - sofern er sich nicht gegen Russland richtet.

Im Streit um den geplanten US-Raketenschild in Osteuropa hat der russische Außenminister Sergej Lawrow den USA und Polen seine Gesprächsbereitschaft signalisiert. Moskau wolle "die Tür für ernsthafte Verhandlungen offen lassen", schrieb Lawrow in einem Beitrag für die polnische Zeitung Gazeta Wyborcza.

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Laut Lawrow müssen Washington und Warschau garantieren, dass der Raketenschild nicht gegen Russland gerichtet wird. (© Foto: dpa)

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Voraussetzung sei jedoch, dass Washington und Warschau garantierten, dass der Raketenschild sich nicht gegen Russland richte. "Wir sollten aber über Garantien reden und nicht über kosmetische politische Gesten", forderte Lawrow.

Bisher reiche jedoch eine "simple militärische Analyse", um festzustellen, dass ein US-Abwehrsystem in Europa auf lange Sicht keine anderen Ziele als russische Raketen habe. "Kein objektiver Beobachter glaubt, dass iranische Raketen eine Bedrohung für Europa, geschweige denn für die USA, darstellen", hieß es in dem Beitrag weiter.

Lawrow wollte in Warschau mit Vertretern der polnischen Regierung über die Planungen für den US-Raketenschild sprechen. Es ist sein erster Besuch in einem EU-Land seit Beginn der Kaukasus-Krise. Warschau und Washington hatten im August ein Abkommen unterzeichnet, das die Stationierung von zehn Abfangraketen in Polen erlaubt.

Außerdem wollen die USA eine Radaranlage in Tschechien errichten. Moskau sieht sich durch das Raketenabwehrsystem in der Nähe seiner Grenze bedroht. Die USA hatten jedoch stets betont, es richte sich nicht gegen Russland, sondern gegen Länder wie Nordkorea oder Iran.

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(AFP/Reuters/agl/pir/gal)