Stil vor Inhalt: Die großen amerikanischen Zeitungen betonen vor allem, wie nett Hillary Clinton und Barack Obama in der gestrigen Debatte der Demokraten plötzlich zueinander waren.
Nach den "scharfen und zuweilen persönlichen Attacken der vergangenen Zeit, die das Image beider Kontrahenten befleckt hatten", versuchten sich die demokratischen Präsidentschaftskandidaten in ihrer aktuellen Debatte "in Nettigkeiten zu überbieten", so die New York Times. Trotz der "herzlichen" Atmosphäre blieben die Trennlinien zwischen den Kandidaten nicht verborgen. Aber als sich die Konkurrenten am Ende der Debatte beinahe umarmten und sich gegenseitig ins Ohr flüsterten, "spiegelte sich in diesem Anblick der gesamte Verlauf der Debatte".
Auffällig nett: Debatte der US-Demokraten (© Foto: Screenshot)
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Auch die Washington Post betont, dass trotz "gelegentlicher Spitzen" die Debatte nichts vom "Krieg der Worte" in den letzten Wochen hatte. Clinton konnte beim Thema Einwanderung punkten, während Obama sich beim Thema Irakkrieg profilieren konnte, so das Urteil der Zeitung.
Von "Bissigkeit" sei in der Debatte zwischen Obama und Clinton wenig zu spüren gewesen, so das Wall Street Journal. "Worte und Körpersprache" hätten vielmehr "einen Hauch von Zuneigung" füreinander erkennen lassen. Die beiden Kandidaten hätten "ihre Differenzen zurückgestellt, um ihre Geschütze gemeinsam auf die Republikaner zu richten".
Dagegen betont die populäre USA Today, dass "der Tonfall der Debatte zwar ziviler war", "aber in der Sache nicht weniger hart". Das Ergebnis seien "intensive und teilweise dramatische 90 Minuten" gewesen, in denen sich die beiden letzten Kandidaten der Demokraten vor allem in den Fragen Irakkrieg und Gesundheitsreform beharkten. Nach dem Aufgaben von John Edwards und den anderen demokratischen Kandidaten gebe es für Obama und Clinton keine Möglichkeit mehr, "sich dem Schlachtengetümmel zu entziehen", so die Zeitung.
(sueddeutsche.de/ktk/bosw)
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