Nach seinem enttäuschenden Abschneiden in Florida zieht sich Rudolph Giuliani aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur zurück. Er rief seine Anhänger auf, den Republikaner McCain zu wählen. Der Senator freut sich im Duell gegen Romney über weitere prominente Unterstützung.

Der frühere New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani hat sich aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner zurückgezogen. Gleichzeitig empfahl er am Mittwoch seinen Anhängern, Senator John McCain aus Arizona zu wählen. McCain sei der am besten qualifizierte Kandidat, um der nächste Präsident der Vereinigten Staaten zu werden, erklärte Giuliani.

Aus dem Rennen: Der frühere New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani (© Foto: Reuters)

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Bei den Vorwahlen in Florida war Giuliani unter den Republikanern weit abgeschlagen auf dem dritten Platz gelandet. Die vorangegangenen Vorwahlen hatte er dabei weitgehend ignoriert, um sich voll und ganz auf die Abstimmung im wichtigen Florida zu konzentrieren. Diese Rechnung ging aber offenkundig nicht auf. Damit läuft bei den Republikanern alles auf ein Duell zwischen John McCain und Mitt Romney hinaus.

Bei den Demokraten hat sich ebenfalls das Feld der Bewerber gelichtet, nachdem der ehemalige Senator John Edwards das Handtuch geworfen hat. Hier machen nun Hillary Clinton und Barack Obama das Rennen unter sich aus. Eine Vorentscheidung dürfte am kommenden Dienstag fallen, wenn in mehr als 20 Bundesstaaten über die Kandidaten beider Parteien abgestimmt wird.

Die republikanischen Kandidaten Mitt Romney und John McCain haben sich während einer Fernsehdebatte einen harten Schlagabtausch geliefert. Er habe mit der Ablehnung von Steuersenkungen immer wieder Ansichten vertreten, die nicht der republikanischen Parteilinie entsprachen, warf Romney dem Senator aus Arizona zu Beginn der Debatte in der Ronald-Reagan-Gedächtnisbibliothek im kalifornischen Simi Valley vor.

McCain ließ sich jedoch nicht beirren: "Ich bin stolz auf meinen konservativen Leumund". Romney hingegen habe Massachusetts, wo er Gouverneur war, mit hohen Steuern und heftigen Schulden hinterlassen. "Die Zahl der von ihm geschaffenen Jobs war die drittschlechteste des ganzen Landes", rechnete McCain vor. Außer den beiden Favoriten nahmen noch der frühere Gouverneur von Arkansas, Mike Huckabee, und der Texaner Ron Paul an der Debatte Teil, die von CNN übertragen wurde. Den beiden Letzteren werden nach ihren zuletzt schlechten Wahlergebnissen jedoch kaum mehr Chancen eingeräumt.

Schwarzenegger erklärt sich

Auch Fragen der Grenzsicherheit und Einwanderung sowie die Strategie im Irakkrieg waren Gegenstand der kontroversen Debatte. Im Umfeld der Sendung wurde auch bekannt, dass der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger Senator John McCain unterstützen würde. Mitarbeiter des Senators teilten mit, Schwarzenegger werde seine Entscheidung am heutigen Donnerstag bei einem gemeinsamen Auftritt mit McCain in Los Angeles bekanntgeben.

Die Empfehlung des moderaten Republikaners könnte McCain am kommenden Super Tuesday den entscheidenden Schub im bevölkerungsreichen Kalifornien geben. Schwarzenegger hatte bis zuletzt damit gewartet, sich auf die Seite seines langjährigen Freundes zu stellen, da er auch mit Giuliani befreundet ist. Schwarzenegger verfolgte die Debatte im Publikum, genauso wie die Präsidentenwitwe Nancy Reagan.

McCain hatte sich in der Debatte für stärkere Maßnahmen gegen den Klimawandel ausgesprochen und seine Unterstützung für die Politik Schwarzeneggers erklärt: "Ich begrüße die Anstrengungen des Gouverneurs und anderer Bundesstaaten sowie der gesamten USA, um Treibhausgase zu beseitigen."

Nader erwägt erneute Kandidatur

Der 73-jährige Verbraucherschützer und Umweltaktivist Ralph Nader startete unterdessen erste Schritte in Richtung einer erneuten Präsidentschaftskandidatur als unabhängiger Kandidat. Eine endgültige Entscheidung werde in einem Monat fallen. Er habe ein Komitee gegründet, dass die Meinung im Land sondieren solle, sagte er am Mittwoch. Auch solle das Gremium klären, ob er die für einen Wahlkampf nötigen Finanzmittel und ausreichend qualifiziertes Personal zusammenstellen könne.

Nader zeigte sich enttäuscht über die Wahlprogramme der demokratischen Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur, Hillary Clinton und Barack Obama. Er selbst will nach eigenen Angaben für einen anständigen Mindestlohn und eine Reform des öffentlichen Gesundheitswesens eintreten. Nader lancierte eine neue Webseite, auf der er versprach, den Geiz der Firmen, die Kontrolle und die Macht der Unternehmen zu bekämpfen. Er rief seine Anhänger zu Spenden auf.

Nader kandidierte 1996 und 2000 als grüner, 2004 als unabhängiger Kandidat. Viele sahen in seiner Kandidatur 2000 einen der Hauptgründe, wieso Al Gore die entscheidenden Stimmen fehlten, um US-Präsident zu werden. Nader erreichte damals 2,7 Prozent.

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(Reuters/dpa/AFP/mako/ihe)