US-Präsidentschaftsrennen Cruz stärkt seine Position als Trump-Herausforderer

Ted Cruz am Wahl-Samstag in Wichita, Kansas.

(Foto: AFP)
  • Ted Cruz gewinnt die Republikaner-Wahlversammlungen in Kansas und Maine.
  • Donald Trump behauptet sich in Kentucky und in den Vorwahlen von Louisiana jeweils knapp.
  • Marco Rubio landet jeweils nur auf dem dritten Platz.
  • Bei den Demokraten gewinnt Hillary Clinton die Vorwahlen in Louisiana, Bernie Sanders die Wahlversammlungen in Kansas und Nebraska.
Von Johannes Kuhn, New Orleans

Die Medien redeten vom "Super Saturday", aber das ist eine Übertreibung: Im Vergleich zu den Vorwahlen am vergangenen Dienstag stand bei Demokraten und Republikanern am Samstag nur wenig auf dem Spiel. Die Republikaner kämpften insgesamt um 155 Delegierte - das sind gerade so viel, wie die Partei in Texas verteilen durfte. Bei den Demokraten ging es um 109 Delegierte.

Dennoch konnte bei den Republikanern Ted Cruz im Dreikampf der Herausforderer von Donald Trump zwei wichtige Siege verbuchen: Er gewann bei den Wahlversammlungen (caucus) in Kansas und Maine die deutliche Mehrheit vor Donald Trump und landete auch in den anderen Vorwahlen vor seinen Konkurrenten John Kasich und Marco Rubio.

Im caucus-System dominiert Trump nicht so stark: Er legt weniger Augenmerk auf die Mobilisierung von Wählergruppen vor Ort durch eine stabile Organisation aus Mitarbeitern und Helfern. Cruz interpretiert die Ergebnisse auch als Misstrauensvotum gegen die Werte, die der New Yorker Trump verkörpert. Gerade in Kansas gewann er deutlich und erhielt doppelt so viele Stimmen wie der Zweitplatzierte Trump. Cruz forderte seine Rivalen Kasich und Rubio auf, das Feld zu räumen und einen Zweikampf um die Kandidatur zu ermöglichen.

Für Marco Rubio ist Kansas ein Rückschlag: Er hatte die Unterstützung von Gouverneur Sam Brownback und Senator Pat Roberts erhalten, landete mit 17 Prozent aber nur auf Platz 3.

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Allerdings konnte bei den Republikanern auch Trump wieder gewinnen: Er siegte in Louisiana mit drei Prozent Vorsprung gegen Cruz, der die evangelikalen Wähler im Bundesstaat mobilisieren wollte. In Kentucky landete Trump ebenfalls knapp vor Cruz. Der texanische Senator konnte insgesamt 15 Delegierte auf den Geschäftsmann gutmachen.

Bei den Demokraten gewann wie erwartet Hillary Clinton Louisiana, sie erhielt mehr als zwei Drittel der Stimmen. Wie in anderen Staaten des Südens profitierte sie von ihrer großen Anhängerschaft unter den afroamerikanischen Wählern. Ihr Konkurrent Bernie Sanders hatte kaum Ressourcen in den Staat gesteckt, in dem es am Samstag bei den Demokraten die meisten Delegierten zu verteilen gab.

Erneut konnte Sanders jedoch caucus-Staaten gewinnen, die schwerer zu prognostizieren und qua Wahlsystem auf Überzeugungsarbeit angelegt sind. Er siegte in Kansas und Nebraska, in beide Staaten hatte er viel Zeit und Ressourcen gesteckt. Der demokratische caucus in Maine begann am Samstag, endet aber erst am Sonntag. Der Staat im Nordosten der USA hat eine Tradition, unabhängigen Kandidaten eine Chance zu geben. Insgesamt konnte Clinton am Samstag ihre Führung leicht um acht Delegierte ausbauen (der Abstand der gewählten ist kleiner als in der Grafik, da dort die benannten Superdelegierten eingerechnet sind).

Auch in den kommenden Tagen haben die Wähler keine Ruhe: Am Sonntag findet im von einem Umweltskandal heimgesuchten Flint, Michigan, die nächste Debatte der Demokraten statt. Dienstag wählen beide Parteien im wichtigen Industriestaat Michigan und in Mississippi, die Republikaner stimmen auch in Idaho und auf Hawaii über ihren Kandidaten ab. Am Mittwoch debattieren die beiden Kandidaten der Demokraten in Florida, am Donnerstag die verbliebenen vier Republikaner.

Am 15. März (Dienstag) wird dann im wichtigen "Sunshine State" Florida sowie in Illinois, North Carolina, Missouri und Ohio gewählt. Danach dürfte bei den Republikanern klarer sein, wer der letzte verbliebene Gegner Donald Trumps sein wird.

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